Dark Mode Light Mode
Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe
G&W – Aktien Deutschland – Trendfonds: Starker Wertzuwachs, aber die Kosten und der Nullertrag aus dem laufenden Geschäft bleiben ein Thema
Global Economic Performance Fonds: Starker Jahresgewinn, aber hohe Abflüsse und weiter komplexe Mischstrategie

G&W – Aktien Deutschland – Trendfonds: Starker Wertzuwachs, aber die Kosten und der Nullertrag aus dem laufenden Geschäft bleiben ein Thema

Die Warburg Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH mit Sitz in Hamburg legt den Jahresbericht für den G&W – Aktien Deutschland – Trendfonds vor; als externer Anlageberater oder Fondsmanager wird im Bericht die GROHMANN & WEINRAUTER VermögensManagement GmbH in Königstein im Taunus genannt. Aus Anlegersicht fällt vor allem auf: Der Fonds legte im Geschäftsjahr 2025/2026 stark zu, doch das ordentliche Ergebnis blieb leicht negativ und der Vermögenszuwachs wurde vor allem durch Veräußerungsgewinne und Marktbewegungen getragen.

Das Fondsvermögen stieg bis zum 30.06.2026 auf 21,13 Mio. Euro, nach 18,37 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Anteilwert erhöhte sich von 48,95 Euro auf 57,48 Euro. Gleichzeitig verzeichnete der Fonds Nettoabflüsse von 427.655,22 Euro, also mehr Rückgaben als neue Zuflüsse. Für bestehende Anleger ist das wichtig, weil die Wertentwicklung zwar überzeugend war, das Fondsvolumen aber nicht durch frisches Geld, sondern trotz Mittelabflüssen gewachsen ist.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds erzielte im Berichtsjahr eine Anteilwertentwicklung von plus 19,21 Prozent und übertraf damit die leichte positive Entwicklung des deutschen Aktienmarkts von plus 4,55 Prozent deutlich. Das Management führt den Erfolg vor allem auf zwei Faktoren zurück: weniger starke Rückgänge in einer größeren Korrekturphase sowie eine stärkere Teilnahme an den anschließenden Aufwärtsbewegungen. Für Anleger bedeutet das: Das Trendfolgemodell hat in diesem Jahr funktioniert und den Markt nicht nur begleitet, sondern klar übertroffen.

Das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres lag bei 3,41 Mio. Euro. Davon entfielen 3,47 Mio. Euro auf realisierte Gewinne und Verluste aus Veräußerungsgeschäften, während das nicht realisierte Ergebnis mit minus 52.912,12 Euro leicht belastete. Das ordentliche Nettoergebnis aus laufenden Erträgen und Aufwendungen war mit minus 4.576,10 Euro ebenfalls negativ. Der Ertrag kam also nicht aus laufenden Zinsen oder Dividenden, sondern fast vollständig aus Handelsgewinnen.

Die Ertragsseite blieb überschaubar: 261.441,36 Euro Dividenden aus inländischen Ausstellern, 53.830,27 Euro Dividenden aus dem Ausland sowie 90.205,08 Euro Zinsen und ähnliche Erträge standen 362.762,11 Euro Aufwand gegenüber. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass der Fonds kein Ertrags-, sondern ein klar chancenorientierter Aktienfonds mit Schwerpunkt auf Kursbewegungen ist.

Kosten

Die laufenden Kosten sind für Anleger ein spürbarer Faktor. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,88 Prozent. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung summierten sich die Aufwendungen auf 362.762,11 Euro. Davon entfielen 206.884,95 Euro auf die Verwaltungsvergütung, 16.696,61 Euro auf die Verwahrstellenvergütung und 10.265,98 Euro auf Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Zusätzlich weist der Bericht 128.914,57 Euro sonstige Aufwendungen aus, darin enthalten sind vor allem die externe Managementvergütung von 121.810,92 Euro.

Im Verhältnis zu den Erträgen war das kostenseitig kein kleiner Block: Die Erträge beliefen sich auf 358.186,01 Euro und reichten nicht aus, um die Aufwendungen zu decken. Das ist aus Anlegersicht auffällig, weil der Fonds ohne hohe Veräußerungsgewinne operativ im Minus gewesen wäre. Die Kosten werden also nur durch starke Handelsergebnisse und Marktchancen kompensiert.

Zusätzlich wurden Transaktionskosten von 48.141,46 Euro ausgewiesen. Die insgesamt enthaltenen Gebühren, Entgelte und sonstigen Kosten nach KAGB lagen bei 410.903,57 Euro. Für Anleger heißt das: Der Fonds arbeitet mit einer eher aktiven, umschichtungsintensiven Strategie, bei der die laufenden und handelsbezogenen Kosten nicht zu unterschätzen sind.

Portfolio und größte Positionen

Zum Stichtag bestand das Portfolio zu 76,31 Prozent aus Aktien und aktienähnlichen Positionen, zu 17,74 Prozent aus verzinslichen Wertpapieren, zu 5,91 Prozent aus Bankguthaben und zu 0,31 Prozent aus sonstigen Forderungen. Die liquiden Mittel waren mit 5,91 Prozent moderat, das Portfolio blieb also klar investiert. Die Bundesanleihen dienten offenbar als Liquiditäts- und Risikopuffer.

Die Aktienauswahl konzentrierte sich auf deutsche Standard- und Nebenwerte, vor allem aus DAX, MDAX und TecDAX. Größere Positionen waren unter anderem JENOPTIK mit 2,88 Prozent des Fondsvermögens, SUSS MicroTec mit 2,93 Prozent, Merck mit 2,68 Prozent, Aixtron mit 2,68 Prozent, Infineon mit 2,59 Prozent, Lufthansa mit 2,54 Prozent und E.ON mit 2,51 Prozent. Ebenfalls nennenswert waren Deutsche Post, Siemens, RWE, Nordex, Wacker Chemie, Aurubis und weitere Einzeltitel meist im Bereich um zwei bis knapp drei Prozent.

Aus Anlegersicht ist die gleichgewichtige Streuung innerhalb des Kernportfolios grundsätzlich positiv, weil Einzelrisiken begrenzt werden. Zugleich bleiben Klumpenrisiken in bestimmten Sektoren sichtbar: Der Fonds ist spürbar in Industrie, Technologie, zyklische Werte und energienahe Titel investiert. Auffällig ist zudem, dass einige sehr stark gelaufene Titel aktiv wieder auf Zielgewichte zurückgeführt wurden, etwa Aixtron. Das dämpft zwar die Maximalrendite, soll aber Rückschläge begrenzen.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken vor allem allgemeine Marktpreisrisiken, die aus der hohen Aktienquote folgen. Währungsrisiken bestehen nicht, weil der Fonds ausschließlich in Euro investiert. Zinsänderungsrisiken sind nur indirekt relevant und wegen der kurzen Restlaufzeiten der Bundesanleihen begrenzt. Operationelle, Liquiditäts- und Bonitätsrisiken werden als vorhanden, aber durch Organisation und Auswahl liquider Wertpapiere begrenzt beschrieben.

Besonders wichtig ist das Risiko aus dem Trendfolgemodell selbst: In Seitwärtsmärkten kann es zu Fehlsignalen und damit zu Verlusten kommen. Für Anleger bedeutet das, dass die Strategie nicht in jedem Marktumfeld funktioniert und gerade bei unklaren Trendphasen anfällig sein kann. Im Berichtsjahr wirkte sich das jedoch nicht erkennbar nachteilig aus.

Das Fondsvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, obwohl netto Mittel abflossen. Diese Entwicklung zeigt, dass die Wertsteigerung aus der Markt- und Titelauswahl den Mittelabfluss mehr als kompensierte. Zugleich ist der ordentliche Nettoertrag negativ geblieben, was die Abhängigkeit von Kursgewinnen unterstreicht.

Fazit für Anleger

Der Fonds hat das Geschäftsjahr 2025/2026 sehr erfolgreich abgeschlossen: plus 19,21 Prozent Anteilwertentwicklung, deutlich über dem Markt, und ein Anstieg des Fondsvermögens auf 21,13 Mio. Euro. Aus Anlegersicht bleibt aber wichtig, dass der Erfolg fast vollständig aus realisierten Kursgewinnen stammt, während laufende Erträge und das ordentliche Ergebnis nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. Die Ausschüttung betrug 0,00 Euro; stattdessen wurden Erträge einbehalten beziehungsweise auf neue Rechnung vorgetragen. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Prüfungsvermerk und bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe

Next Post

Global Economic Performance Fonds: Starker Jahresgewinn, aber hohe Abflüsse und weiter komplexe Mischstrategie