Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli reagiert auf seine schwierige Geschäftsentwicklung mit einem Wechsel an der Unternehmensspitze.
Am 19. Oktober wurde bekannt, dass Konzernchef Adalbert Lechner das Unternehmen verlässt.
Die Führung übernimmt vorübergehend der frühere Vorstandsvorsitzende Dieter Weisskopf.
Auch in Deutschland kommt es zu einem Wechsel. Der bisherige Deutschlandchef Michal Spiller wird durch Ali Kulein ersetzt, der bislang das Österreichgeschäft verantwortete.
Hintergrund sind insbesondere die hohen Schokoladenpreise und eine schwächere Nachfrage in wichtigen europäischen Märkten.
Lindt hatte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr bereits zweimal gesenkt.
Besonders Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz reagieren zunehmend empfindlich auf die hohen Verkaufspreise.
Die gestiegenen Rohstoffkosten hatten in den vergangenen Jahren zu erheblichen Preiserhöhungen geführt.
Gleichzeitig zeigt sich, dass Verbraucher bei dauerhaft hohen Preisen weniger kaufen oder auf günstigere Alternativen ausweichen.
Lindt hat deshalb bereits begonnen, bei einzelnen Produkten die Preise zu reduzieren und zusätzliche Verkaufsaktionen anzubieten.
Für Anleger ist die Entwicklung ebenfalls relevant.
Die Aktie des Unternehmens hat im laufenden Jahr erheblich an Wert verloren.
Der neue Vorstand muss nun versuchen, die Nachfrage zu stabilisieren und gleichzeitig die Profitabilität des Unternehmens zu sichern.
Fazit: Der Führungswechsel bei Lindt verdeutlicht, dass selbst bekannte Premiummarken ihre Preise nicht unbegrenzt erhöhen können. Für Verbraucher könnte der zunehmende Wettbewerbsdruck weitere Preisaktionen begünstigen. Eine allgemeine Preissenkung ist damit allerdings nicht angekündigt.