Dark Mode Light Mode

Bürger-Windpark Wiemersdorf: Gewinn bricht um 35 Prozent ein – 12,17 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bürger-Windpark Wiemersdorf GmbH hat im Geschäftsjahr 2024/25 weiterhin einen deutlichen Gewinn erzielt, musste gegenüber dem Vorjahr allerdings einen kräftigen Rückgang hinnehmen. Der Jahresüberschuss sank von 883.456 Euro auf 570.217 Euro. Das entspricht einem Minus von rund 313.200 Euro beziehungsweise 35,5 Prozent.

Gleichzeitig baute die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten weiter ab. Zum 31. Oktober 2025 standen noch 12,17 Millionen Euro in der Bilanz – nach 12,56 Millionen Euro im Vorjahr.

Gewinn fällt um mehr als 300.000 Euro

Die auffälligste Veränderung betrifft das Jahresergebnis. Nach einem Überschuss von 883.456 Euro im Geschäftsjahr 2023/24 weist der Bürger-Windpark für 2024/25 noch 570.217 Euro aus.

Warum der Gewinn um mehr als ein Drittel zurückging, lässt sich aus dem vorliegenden Jahresabschluss nicht bestimmen. Aufgrund der von einer kleinen Kapitalgesellschaft genutzten Offenlegungserleichterungen liegt hier keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vor.

Der Gewinnvortrag erhöhte sich gleichzeitig von 3,291 Millionen auf 3,575 Millionen Euro.

Das gesamte Eigenkapital sank leicht von 4,235 Millionen auf 4,205 Millionen Euro. Das gezeichnete Kapital blieb unverändert bei 60.000 Euro.

Fast 2,32 Millionen Euro auf den Bankkonten

Auf der Aktivseite verfügt die Gesellschaft weiterhin über erhebliche liquide Mittel. Die Bank- und Kassenbestände erhöhten sich von 2,249 Millionen auf 2,315 Millionen Euro – ein Zuwachs von rund 66.600 Euro.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen von 1,271 Millionen auf 1,016 Millionen Euro zurück.

Darunter befinden sich Forderungen gegenüber Gesellschaftern von 4.990,84 Euro. Im Vorjahr waren es noch 43.979,99 Euro.

Das gesamte Umlaufvermögen verringerte sich dadurch von 3,519 Millionen auf 3,332 Millionen Euro.

Windkraftanlagen dominieren die Vermögensseite

Der größte Vermögensblock bleibt das Anlagevermögen mit 13,69 Millionen Euro. Davon entfallen 13,14 Millionen Euro auf Sachanlagen und weitere 547.045 Euro auf Finanzanlagen.

Im Vorjahr hatte das Sachanlagevermögen bei 13,21 Millionen Euro gelegen. Der bilanzielle Rückgang fällt damit mit rund 70.000 Euro vergleichsweise gering aus.

Der Anhang nennt planmäßige lineare und degressive Abschreibungen. Wie sich der Sachanlagenwert im Einzelnen entwickelt hat, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.

Insgesamt verringerte sich die Bilanzsumme lediglich von 17,316 Millionen auf 17,124 Millionen Euro, also um rund 192.000 Euro beziehungsweise 1,1 Prozent.

Bankkredite bei knapp 11,9 Millionen Euro

Auf der Passivseite dominieren weiterhin die Bankschulden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen von 12,25 Millionen Euro auf 11,886 Millionen Euro zurück.

Damit wurden im Geschäftsjahr rund 363.600 Euro Bankverbindlichkeiten abgebaut.

Von den verbleibenden Krediten sind 737.548 Euro innerhalb eines Jahres fällig. 11,149 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Besonders langfristig ist ein großer Teil der Finanzierung: Noch 8,262 Millionen Euro der Bankverbindlichkeiten laufen länger als fünf Jahre.

Gesamtschulden gehen zurück – kurzfristige Belastung steigt

Über alle Positionen hinweg sanken die Verbindlichkeiten von 12,558 Millionen auf 12,170 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 387.700 Euro beziehungsweise 3,1 Prozent.

Interessant ist allerdings die Verschiebung bei den Laufzeiten: Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten stiegen von 798.133 Euro auf 1,022 Millionen Euro.

Während die Gesamtverschuldung also zurückging, erhöhte sich der kurzfristig fällige Anteil um rund 223.500 Euro.

Die Lieferantenverbindlichkeiten sanken von 265.048 Euro auf 191.700 Euro. Hinzu kommen 2025 ausgewiesene Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 36.002 Euro sowie übrige sonstige Verbindlichkeiten von 56.347 Euro.

Windkraftanlagen dienen als Sicherheit

Die Bankkredite sind umfangreich besichert. Der Jahresabschluss nennt unter anderem die Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen sowie die Abtretung bestehender und künftiger Forderungen aus Einspeisevergütungen.

Auch Ansprüche aus Maschinen- und Betriebsunterbrechungsversicherungen sowie aus dem Poolvertrag gehören zum Sicherheitenpaket.

Die Sicherheiten werden im Zusammenhang mit Bankverbindlichkeiten von 11.886.399,62 Euro genannt.

Zusätzlich wurden Bankguthaben bis zu einer Höhe von 957.600 Euro verpfändet.

Eigenkapitalquote bleibt bei rund einem Viertel

Mit 4,205 Millionen Euro Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 17,124 Millionen Euro ergibt sich zum 31. Oktober 2025 rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 24,6 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei etwa 24,5 Prozent. Trotz des gesunkenen Eigenkapitals bleibt die Quote damit aufgrund der ebenfalls kleineren Bilanzsumme nahezu unverändert.

Die Gesellschaft erklärt im Anhang ausdrücklich, dass keine Zweifel an der Unternehmensfortführung bestehen.

Rückstellungen steigen um fast 50 Prozent

Deutlich nach oben gingen dagegen die Rückstellungen. Sie erhöhten sich von 504.484 Euro auf 748.389 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 243.900 Euro beziehungsweise 48 Prozent.

Der vorliegende Text erläutert die konkrete Zusammensetzung dieses Anstiegs nicht näher. Genannt wird lediglich grundsätzlich, dass Steuerrückstellungen noch nicht veranlagte Steuern des Geschäftsjahres betreffen und sonstige Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken gebildet werden.

Mindestens 200.000 Euro für Wartung und Pacht pro Jahr

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere laufende finanzielle Verpflichtungen.

Aus einem fünfjährigen Vollwartungsvertrag muss die Gesellschaft ein Mindestentgelt von 116.000 Euro pro Jahr bezahlen.

Hinzu kommen Nutzungsverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab Inbetriebnahme. Die Pacht richtet sich nach den Einspeiseerlösen und Marktprämien, wobei eine Mindestpacht von 84.162,73 Euro jährlich vereinbart ist.

Allein aus diesen beiden Positionen ergeben sich damit Mindestzahlungen von rund 200.163 Euro pro Jahr. Die tatsächlichen Pachtzahlungen können abhängig von den Erlösen höher ausfallen.

Weiter profitabel, aber deutlich weniger Gewinn

Die Bilanz des Bürger-Windparks Wiemersdorf zeigt damit zwei unterschiedliche Entwicklungen. Einerseits wurden die Bank- und Gesamtverbindlichkeiten reduziert und die liquiden Mittel erhöht. Andererseits sank der Jahresüberschuss erheblich.

Mit 570.217 Euro Gewinn, rund 2,32 Millionen Euro Bankguthaben und 4,20 Millionen Euro Eigenkapital bleibt die Gesellschaft laut vorgelegtem Abschluss profitabel und mit Eigenkapital ausgestattet. Gleichzeitig stehen 12,17 Millionen Euro Verbindlichkeiten in der Bilanz, davon knapp 11,89 Millionen Euro gegenüber Kreditinstituten.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Mai 2026 festgestellt.

 

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Epix Media Germany UG haftungsbeschränkt: Insolvenzantrag wegen fehlender Masse abgewiesen

Next Post

Mittelstandsanleihen im Herbst 2026: Hohe Zinsen, neue Bonds – und immer mehr Restrukturierungsfälle