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Windpark Walsleben-Goldbeck: Schulden sinken um 1,9 Millionen Euro – gleichzeitig wächst die Belastung der Kommanditisten
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Windpark Walsleben-Goldbeck: Schulden sinken um 1,9 Millionen Euro – gleichzeitig wächst die Belastung der Kommanditisten

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Walsleben-Goldbeck GmbH & Co. KG aus Osterburg zeigt zwei sehr unterschiedliche Entwicklungen. Einerseits baut die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten erheblich ab und reduziert insbesondere ihre langfristigen Finanzierungen. Andererseits verschärft sich die Situation auf den Kapitalkonten der Kommanditisten: Die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Entnahmen steigen auf mehr als 3,1 Millionen Euro, zusätzlich erscheint erstmals ein nicht gedeckter Verlustanteil von rund 123.000 Euro. Der Abschluss weist ausdrücklich auf eine bilanzielle Überschuldung hin. Nach Angaben der Gesellschaft besteht jedoch mit einem Gläubiger ein qualifizierter Rangrücktritt in ausreichender Höhe.

Die Windpark Walsleben-Goldbeck GmbH & Co. KG weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 15.544.965,67 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 17.595.292,40 Euro. Innerhalb eines Jahres schrumpft die Bilanz damit um rund 2,05 Millionen Euro beziehungsweise 11,7 Prozent.

Der mit Abstand größte Vermögensposten bleibt das Sachanlagevermögen. Dessen Buchwert fällt von 11.507.907,60 Euro auf 9.567.096,60 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1.940.811 Euro beziehungsweise rund 16,9 Prozent. Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bilanziert, wobei eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 16 Jahren zugrunde gelegt wird.

Damit ist ein erheblicher Teil des Rückgangs der Bilanzsumme im abschreibungsbedingt sinkenden Buchwert des Anlagenbestandes zu suchen. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich allerdings nicht bestimmen, ob daneben Zu- oder Abgänge beim Anlagevermögen stattgefunden haben. Deshalb wäre es nicht belastbar, die gesamte Differenz automatisch ausschließlich den Abschreibungen des Jahres 2025 zuzurechnen.

Auch die liquiden Mittel sind zurückgegangen. Das Guthaben bei Kreditinstituten reduziert sich von 1.812.927,05 Euro auf 1.433.862,56 Euro. Das entspricht einem Minus von rund 379.064 Euro beziehungsweise 20,9 Prozent. Trotz dieses Rückgangs verfügt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag weiterhin über ein vergleichsweise beträchtliches Bankguthaben von rund 1,43 Millionen Euro.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verringern sich ebenfalls, allerdings deutlich moderater. Sie sinken von 523.448,45 Euro auf 473.001,25 Euro und damit um rund 50.447 Euro beziehungsweise 9,6 Prozent. Darin enthalten sind Forderungen gegenüber Gesellschaftern von 25.894,07 Euro. Im Vorjahr waren es 29.813,66 Euro. Die Gesellschafterforderungen haben sich somit leicht reduziert.

Zusammengenommen verfügt die Gesellschaft zum Jahresende über Bankguthaben sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 1,91 Millionen Euro. Das sind rund 328.000 Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Eine der auffälligsten Entwicklungen findet sich jedoch bei den Kommanditistenkonten. Die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Entnahmen der Kommanditisten erhöhen sich von 2.858.413,55 Euro auf 3.113.179,64 Euro. Das entspricht einem weiteren Anstieg um rund 254.766 Euro beziehungsweise 8,9 Prozent.

Zusätzlich erscheint 2025 erstmals ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 123.153,38 Euro. Im Vorjahr betrug dieser Posten noch null Euro. Auf der Aktivseite werden damit Ende 2025 insgesamt rund 3,24 Millionen Euro aus ungedeckten Entnahmen und ungedecktem Verlustanteil ausgewiesen.

Auf der Passivseite spiegeln sich diese Beträge in negativen Kapitalanteilen der Kommanditisten von 3.236.333,02 Euro wider. Ende 2024 lagen die negativen Kapitalanteile bei 3.117.023,62 Euro. Damals bestand allerdings noch ein Bilanzgewinn von 258.610,07 Euro, sodass sich vor der Aktivierung der ungedeckten Entnahmen ein negativer Saldo von 2.858.413,55 Euro ergab. Für 2025 wird dagegen kein Bilanzgewinn mehr ausgewiesen.

Die Veränderung ist damit bemerkenswert: Der Bilanzgewinn von rund 259.000 Euro ist verschwunden, die ungedeckten Entnahmen steigen weiter und zusätzlich entsteht ein ungedeckter Verlustanteil von rund 123.000 Euro.

Gerade deshalb ist der ausdrückliche Hinweis im Anhang auf die bilanzielle Überschuldung von besonderer Bedeutung. Die Gesellschaft erklärt, der Jahresabschluss sei ungeachtet der bilanziellen Überschuldung erstellt worden, weil ein Gläubiger einen qualifizierten Rangrücktritt in ausreichender Höhe seiner Forderung vereinbart habe.

Gleichzeitig wird der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Außenstehende aus den veröffentlichten Zahlen eine vollständige insolvenzrechtliche Bewertung vornehmen könnten. Eine bilanzielle Überschuldung ist nicht automatisch mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gleichzusetzen. Dafür wären insbesondere weitergehende Informationen über Liquiditätsplanung, Fortführungsprognose, Rangrücktritt und zukünftige Zahlungsströme erforderlich.

Auf der anderen Seite steht eine Entwicklung, die deutlich günstiger ausfällt: Die Gesellschaft baut ihre Verbindlichkeiten kräftig ab. Ende 2025 werden noch 14.789.460,73 Euro ausgewiesen. Ein Jahr zuvor waren es 16.714.825,87 Euro. Innerhalb eines Jahres sinkt die Verschuldung damit um rund 1.925.365 Euro beziehungsweise 11,5 Prozent.

Besonders interessant ist die Laufzeitenstruktur. Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten reduzieren sich von 2.040.939,31 Euro auf 1.973.138,38 Euro. Das entspricht einem vergleichsweise moderaten Rückgang um rund 67.801 Euro beziehungsweise 3,3 Prozent.

Wesentlich stärker sinken dagegen die längerfristigen Verpflichtungen. Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gehen von 14.673.886,56 Euro auf 12.816.322,35 Euro zurück. Das entspricht einem Abbau um rund 1,86 Millionen Euro beziehungsweise 12,7 Prozent.

Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den sehr langfristigen Finanzierungen. Die Verbindlichkeiten mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit sinken von 6.957.285,41 Euro auf 4.845.192,92 Euro. Damit werden innerhalb eines Jahres rund 2,11 Millionen Euro beziehungsweise gut 30 Prozent dieses langfristigsten Schuldenblocks abgebaut.

Die Gesellschaft reduziert damit ihre Fremdfinanzierung spürbar. Gleichzeitig bleibt der absolute Schuldenstand mit knapp 14,8 Millionen Euro hoch. Rund 9,58 Millionen Euro der Verbindlichkeiten sind besichert. Als Sicherheiten nennt der Abschluss Pfandrechte an beweglichen Sachen und übertragenen Rechten sowie Sicherungsabtretungen von Forderungen. Im Vorjahr waren noch rund 11,25 Millionen Euro der Verbindlichkeiten besichert.

Für die kurzfristige Betrachtung ist das Verhältnis zwischen Bankguthaben und fälligen Verbindlichkeiten interessant. Zum Jahresende stehen rund 1,434 Millionen Euro Bankguthaben kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 1,973 Millionen Euro gegenüber. Das Bankguthaben allein liegt damit rund 539.000 Euro unter den innerhalb eines Jahres fälligen Verpflichtungen.

Werden zusätzlich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 473.000 Euro berücksichtigt, erreichen beide Positionen zusammen rund 1,907 Millionen Euro. Damit verbleibt gegenüber den kurzfristigen Verbindlichkeiten rechnerisch noch eine Differenz von rund 66.000 Euro.

Dieser einfache Stichtagsvergleich ist allerdings kein Liquiditätstest. Forderungen müssen zunächst tatsächlich eingehen, und gleichzeitig erwirtschaftet ein laufender Windpark fortlaufend neue Einnahmen. Ohne Kapitalflussrechnung und Liquiditätsplanung lässt sich aus der Bilanz allein keine Aussage darüber treffen, ob zukünftige Zahlungsverpflichtungen jederzeit problemlos bedient werden können.

Die Rückstellungen reduzieren sich ebenfalls deutlich. Sie sinken von 856.273,20 Euro auf 732.831,61 Euro und damit um rund 123.442 Euro beziehungsweise 14,4 Prozent.

Darin enthalten sind nach Angaben der Gesellschaft noch nicht veranlagte Gewerbesteuern für das Geschäftsjahr und das Vorjahr von 179.000 Euro. Hinzu kommen passive latente Steuern von 285.000 Euro auf Differenzen im Sachanlagevermögen und bei sonstigen Rückstellungen. Der Berechnung liegt ein effektiver Gewerbesteuersatz von 12,25 Prozent zugrunde.

Eine weitere langfristig wichtige Verpflichtung betrifft den späteren Rückbau der Windenergieanlagen. Die Gesellschaft plant nach eigenen Angaben mit Rückbaukosten von rund 494.000 Euro im Jahr 2034. Dafür wird bereits schrittweise eine entsprechende Rückstellung aufgebaut.

Zum Jahresende 2025 beträgt die Rückbaurückstellung 228.141,47 Euro. Bei der Berechnung berücksichtigt die Gesellschaft eine erwartete Preissteigerung von zwei Prozent pro Jahr, laufzeitgerechte Zinssätze sowie geschätzte Erlöse aus der späteren Schrottverwertung.

Die Nennung des Jahres 2034 liefert zugleich einen interessanten Hinweis auf den langfristigen Planungshorizont des bestehenden Windparks. Ob die Anlagen tatsächlich zu diesem Zeitpunkt endgültig zurückgebaut werden oder andere Optionen wie ein Repowering verfolgt werden könnten, geht aus dem Abschluss nicht hervor.

Neben den bereits bilanzierten Schulden bestehen erhebliche weitere finanzielle Verpflichtungen. Aus Wartungs-, Pacht- und Geschäftsbesorgungsverträgen ergeben sich insgesamt Verpflichtungen von 8,369 Millionen Euro. Davon entfallen 855.000 Euro auf einen Zeitraum von bis zu einem Jahr und 7,514 Millionen Euro auf mehr als ein Jahr. Verpflichtungen von 3,931 Millionen Euro reichen länger als fünf Jahre in die Zukunft.

Diese Größenordnung ist beträchtlich. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen entsprechen rechnerisch mehr als der Hälfte der gesamten Bilanzsumme. Sie dürfen zwar nicht einfach zu den bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und als identische Schuldenposition behandelt werden, stellen aber zukünftige vertragliche Zahlungsverpflichtungen dar und sind deshalb für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung relevant.

Die Kombination aus langfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten, Wartungs- und Pachtverträgen sowie späteren Rückbaukosten zeigt, wie weit die wirtschaftlichen Verpflichtungen eines Windparkprojekts über die reine Bankverschuldung hinausreichen.

Bemerkenswert ist außerdem der Rückgang des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens. Dieser reduziert sich von 892.595,75 Euro auf 834.672,24 Euro. Hier werden bereits geleistete Ausgaben ausgewiesen, die wirtschaftlich zukünftigen Perioden zuzuordnen sind. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten sinkt gleichzeitig leicht von 24.193,33 Euro auf 22.673,33 Euro.

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich damit ein Windpark, dessen klassische Fremdfinanzierung deutlich zurückgeführt wird. Die Verbindlichkeiten sinken um rund 1,93 Millionen Euro, die langfristigen Schulden um rund 1,86 Millionen Euro und die Verbindlichkeiten mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit sogar um rund 2,11 Millionen Euro. Gleichzeitig nimmt der Buchwert der Sachanlagen aufgrund des fortschreitenden Lebenszyklus des Projekts deutlich ab.

Auf der Kapitalseite ergibt sich dagegen eine ungünstigere Entwicklung. Die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Entnahmen steigen weiter auf 3,11 Millionen Euro. Zusätzlich entsteht ein nicht gedeckter Verlustanteil von rund 123.000 Euro. Zusammen erreichen diese Positionen rund 3,24 Millionen Euro. Der im Vorjahr vorhandene Bilanzgewinn von rund 259.000 Euro ist vollständig verschwunden.

Aus den veröffentlichten Daten lässt sich allerdings nicht bestimmen, wie hoch der Jahresfehlbetrag 2025 tatsächlich war. Ebenso fehlen Angaben zu Umsatzerlösen, erzeugten Strommengen, Strompreisen und dem operativen Ergebnis. Eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten.

Deshalb sollte insbesondere der neue ungedeckte Verlustanteil nicht mit dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres gleichgesetzt werden. Die Entwicklung der Kapitalkonten kann durch mehrere Vorgänge beeinflusst werden. Ohne Gewinn- und Verlustrechnung und eine detaillierte Entwicklung der Gesellschafterkonten wäre eine genaue Herleitung spekulativ.

Auch die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Entnahmen von mehr als 3,1 Millionen Euro sind bemerkenswert, sollten aber korrekt eingeordnet werden. Der Betrag zeigt, dass die entsprechenden negativen Kapitalanteile nicht durch Vermögenseinlagen gedeckt sind. Welche konkreten Entnahme- und Ergebnisbewegungen in den einzelnen Geschäftsjahren zu diesem kumulierten Betrag geführt haben, lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss nicht vollständig rekonstruieren.

Die Windpark Walsleben-Goldbeck GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Osterburg (Altmark) und ist beim Amtsgericht Stendal unter HRA 4685 eingetragen. Nach eigenen Angaben erfüllt sie die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft & Co. gemäß § 267 HGB.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die SILUX Wind Verwaltungs GmbH aus Osterburg mit einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro. Die Geschäfte wurden von Christoph Lüken und Alexander Wollin geführt. Der Abschluss ist auf den 30. Januar 2026 datiert und wurde am 10. August 2026 festgestellt.

Unter dem Strich liefert der Jahresabschluss 2025 damit ein zweigeteiltes Bild. Auf der Finanzierungsseite gibt es deutliche Fortschritte: Die Verbindlichkeiten sinken um rund 1,93 Millionen Euro auf 14,79 Millionen Euro, und insbesondere die sehr langfristigen Schulden werden kräftig zurückgeführt. Das spricht für einen fortschreitenden Abbau der Fremdfinanzierung.

Gleichzeitig sinkt jedoch das Bankguthaben um rund 379.000 Euro auf 1,43 Millionen Euro. Vor allem aber verschlechtert sich die Darstellung der Kommanditistenkonten. Die ungedeckten Entnahmen steigen auf 3,11 Millionen Euro, ein zusätzlicher ungedeckter Verlustanteil von rund 123.000 Euro entsteht und der Bilanzgewinn des Vorjahres von rund 259.000 Euro ist nicht mehr vorhanden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient deshalb der ausdrückliche Hinweis der Gesellschaft auf die bilanzielle Überschuldung. Der Abschluss wird dennoch unter Fortführungsannahme erstellt; zugleich besteht nach Unternehmensangaben ein qualifizierter Rangrücktritt eines Gläubigers in ausreichender Höhe.

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