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Pflanzen unter Beobachtung: ESA-Satellit FLEX soll Stress aus dem All erkennen

WikiImages (CC0), Pixabay

Vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ist der neue Erdbeobachtungssatellit FLEX ins All gestartet. Eine Vega-C-Rakete brachte ihn nach Angaben der europäischen Weltraumbehörde ESA ins All.

Seine Aufgabe unterscheidet sich von vielen klassischen Erdbeobachtungssatelliten. FLEX soll Pflanzen nicht nur fotografieren oder ihre sichtbare Entwicklung beobachten. Er soll gewissermaßen messen, wie es ihnen geht.

Pflanzen verraten ihren Zustand durch ein schwaches Leuchten

Im Mittelpunkt der Mission steht die Photosynthese. Pflanzen nutzen Sonnenlicht, um Energie für ihr Wachstum zu gewinnen. Dabei entsteht ein äußerst schwaches Leuchten, das als Fluoreszenz bezeichnet wird.

Genau dieses Signal soll FLEX aus dem Weltraum erfassen.

Die Idee dahinter: Verändert sich die Photosynthese einer Pflanze, kann dies Hinweise darauf liefern, dass sie unter Stress steht. Ursachen können beispielsweise Trockenheit, fehlende Nährstoffe oder Krankheiten sein.

Der Satellit soll damit Veränderungen erkennen können, die für das menschliche Auge möglicherweise noch gar nicht offensichtlich sind.

Dürrestress erkennen, bevor Pflanzen sichtbar leiden

Das könnte insbesondere bei zunehmender Trockenheit interessant werden.

Bis Schäden an Pflanzen deutlich sichtbar werden, kann der Stress bereits eine Weile bestehen. Blätter verfärben sich, Pflanzen wachsen schlechter oder vertrocknen schließlich.

FLEX setzt früher an: Der Satellit soll direkt beobachten, wie aktiv die Photosynthese ist.

Damit könnte aus dem All sichtbar werden, in welchen Regionen Pflanzen zunehmend Schwierigkeiten haben, bevor sich die Folgen überall deutlich in der Landschaft zeigen.

Ein neuer Blick auf Wälder und Landwirtschaft

Die Daten könnten deshalb sowohl für die Beobachtung natürlicher Ökosysteme als auch für die Landwirtschaft interessant sein.

Wenn sich großflächig feststellen lässt, wie stark Pflanzen Photosynthese betreiben, lassen sich Veränderungen der Vegetation genauer untersuchen. Wissenschaftler könnten beispielsweise beobachten, wie Wälder auf längere Trockenperioden reagieren oder welche Regionen besonders stark unter Wassermangel leiden.

Auch für landwirtschaftlich genutzte Flächen ist die Frage entscheidend. Stress durch Trockenheit, Nährstoffmangel oder Krankheiten kann sich unmittelbar auf Wachstum und Erträge auswirken.

FLEX soll solche Vorgänge aus einer Perspektive beobachten, die vom Boden aus kaum flächendeckend möglich wäre.

Ein kaum sichtbares Signal wird zum Frühwarnsystem

Gerade darin liegt das Besondere der Mission: FLEX sucht nicht nach spektakulären Veränderungen auf der Erdoberfläche.

Der Satellit konzentriert sich auf ein sehr schwaches physikalisches Signal der Pflanzen selbst.

Aus diesem kaum wahrnehmbaren Leuchten sollen Wissenschaftler Informationen darüber gewinnen, wie die Vegetation auf ihre Umwelt reagiert. Damit könnte die Mission helfen, Folgen von Dürren und anderen Belastungen genauer zu erfassen.

Während Satelliten seit Jahrzehnten zeigen, wie die Erde aussieht, soll FLEX einen Schritt weitergehen: Er soll Hinweise darauf liefern, wie gut ihre Pflanzen gerade funktionieren.

Und damit könnte ein Leuchten, das Menschen vom Boden aus kaum wahrnehmen können, aus hunderten Kilometern Entfernung zu einem wichtigen Signal für den Zustand der Vegetation auf unserem Planeten werden.

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