Der Jahresabschluss der Windpark Sömmerling Beteiligungs GmbH zeigt für 2025 mehrere markante Veränderungen. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 12.616,09 Euro auf 18.376,05 Euro. Gleichzeitig stieg der Jahresfehlbetrag erheblich: Nach einem Verlust von 2.361,63 Euro im Vorjahr weist die Gesellschaft für 2025 ein Minus von 13.758,09 Euro aus.
Damit hat sich der Jahresverlust innerhalb eines Jahres auf mehr als das Fünffache erhöht.
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Anlagevermögens. Die Finanzanlagen, die Ende 2024 noch mit 2.000 Euro bilanziert waren, stehen zum 31. Dezember 2025 nur noch mit einem Euro in der Bilanz.
Finanzanlage von 2.000 Euro auf einen Euro reduziert
Das Anlagevermögen der Gesellschaft besteht vollständig aus Finanzanlagen. Nach den Angaben im Anhang handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen.
Diese Beteiligungen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt. Liegt am Bilanzstichtag ein niedrigerer beizulegender Wert vor, kann eine Wertminderung berücksichtigt werden.
Der Rückgang von 2.000 Euro auf einen Euro ist daher bemerkenswert.
Aus dem veröffentlichten Abschluss allein geht allerdings nicht hervor, was konkret zu dieser Neubewertung geführt hat. Der Ein-Euro-Ansatz kann beispielsweise ein Erinnerungswert nach einer weitgehenden Abschreibung sein.
Er erlaubt für sich genommen aber keine Aussage darüber, dass die zugrunde liegende Beteiligung tatsächlich völlig wertlos ist.
Liquide Mittel steigen deutlich
Während die Finanzanlage nahezu vollständig aus der Bilanz verschwindet, entwickelt sich das Umlaufvermögen in die entgegengesetzte Richtung.
Die liquiden Mittel stiegen von 10.616,09 Euro auf 18.375,05 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von 7.758,96 Euro beziehungsweise rund 73 Prozent.
Damit besteht praktisch das gesamte Vermögen der Gesellschaft am Jahresende aus Bank- und Kassenbeständen.
Die Bilanzstruktur hat sich dadurch deutlich verändert: 2024 entfielen noch 2.000 Euro auf Finanzanlagen, 2025 sind es nur noch ein Euro.
Kapitalrücklage von 20.000 Euro neu hinzugekommen
Auf der Passivseite fällt insbesondere die neu gebildete Kapitalrücklage auf.
Während im Vorjahr noch keine Kapitalrücklage ausgewiesen wurde, stehen dort zum Jahresende 2025 20.000 Euro.
Das gezeichnete Kapital blieb unverändert bei 25.000 Euro.
Zusammen ergeben Stammkapital und Kapitalrücklage damit zunächst 45.000 Euro. Dem stehen jedoch erhebliche aufgelaufene Verluste gegenüber.
Der Verlustvortrag belief sich zum Jahresende auf 14.282,48 Euro. Hinzu kommt der aktuelle Jahresfehlbetrag von 13.758,09 Euro.
Insgesamt summieren sich die Verlustpositionen damit auf gut 28.040 Euro.
Eigenkapital steigt trotz hohen Verlusts
Trotz des deutlich höheren Jahresfehlbetrags stieg das Eigenkapital der Gesellschaft.
Ende 2024 betrug es 10.717,52 Euro. Zum 31. Dezember 2025 waren es 16.959,43 Euro.
Der Grund dafür liegt in der Kapitalrücklage von 20.000 Euro.
Ohne diese Kapitalzuführung hätte der Jahresverlust das Eigenkapital erheblich stärker belastet.
Die Entwicklung zeigt daher: Die finanzielle Stabilisierung im Geschäftsjahr stammt nicht aus einem positiven Ergebnis, sondern im Wesentlichen aus zusätzlichem Eigenkapital.
Jahresverlust mehr als verfünffacht
Der Jahresfehlbetrag ist die auffälligste Ergebniskennzahl.
2024 lag das Minus bei 2.361,63 Euro. 2025 waren es 13.758,09 Euro.
Das entspricht einer Verschlechterung um 11.396,46 Euro.
Der neue Fehlbetrag beträgt damit rund 73 Prozent des zum Jahresende vorhandenen Eigenkapitals.
Für eine kleine Beteiligungsgesellschaft ist das eine erhebliche Belastung.
Aus der veröffentlichten Bilanz und dem Anhang geht jedoch nicht hervor, welche konkreten Aufwendungen zu diesem deutlichen Verlustanstieg geführt haben.
Möglicher Zusammenhang mit der Beteiligungsbewertung
Auffällig ist zeitlich die Kombination aus dem starken Jahresverlust und der Reduzierung der Finanzanlage von 2.000 Euro auf einen Euro.
Ob und in welchem Umfang beide Entwicklungen direkt miteinander zusammenhängen, lässt sich anhand des veröffentlichten Abschlusses allerdings nicht sicher feststellen.
Die Bilanzierungsgrundsätze sehen vor, dass Beteiligungen auf einen niedrigeren Wert abgeschrieben werden können, wenn dies erforderlich ist.
Eine Abschreibung von 1.999 Euro allein würde den gesamten Jahresfehlbetrag von 13.758 Euro allerdings bei weitem nicht erklären.
Es müssen daher weitere Aufwendungen oder Belastungen hinzugekommen sein, sofern die Wertminderung tatsächlich erfolgswirksam vorgenommen wurde.
Rückstellungen gehen zurück
Die Rückstellungen reduzierten sich von 1.898,57 Euro im Jahr 2024 auf 1.416,62 Euro im Jahr 2025.
Das entspricht einem Rückgang um knapp 482 Euro.
Weitere Verbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht ausgewiesen.
Die Gesellschaft weist damit zum Bilanzstichtag keine klassischen Bankdarlehen oder sonstigen Schulden aus.
Eigenkapitalquote weiterhin hoch
Bei einem Eigenkapital von 16.959,43 Euro und einer Bilanzsumme von 18.376,05 Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 92,3 Prozent.
Damit ist die Bilanz weiterhin überwiegend durch Eigenkapital finanziert.
Die hohe Quote sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden. In absoluten Zahlen ist das Eigenkapital mit knapp 17.000 Euro überschaubar, während gleichzeitig erhebliche Verluste aufgelaufen sind.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Quote, sondern auch die Frage, wie sich das Ergebnis in den kommenden Jahren entwickelt.
Keine operative Windparkbilanz
Auch bei der Windpark Sömmerling Beteiligungs GmbH handelt es sich nicht um eine klassische operative Windparkgesellschaft.
Die Bilanz weist keine Windkraftanlagen, Grundstücke oder technischen Anlagen aus.
Stattdessen besteht das Vermögen fast ausschließlich aus Liquidität. Die einzige Finanzanlage steht nur noch mit einem Euro in der Bilanz.
Aus diesem Jahresabschluss lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viel Strom ein Windpark erzeugt, welche Erlöse erzielt werden oder wie hoch die Betriebskosten sind.
Für eine Bewertung des eigentlichen Windenergieprojekts wären die Zahlen der operativen Gesellschaften notwendig.
Teil des wpd-Konzerns
Die Windpark Sömmerling Beteiligungs GmbH gehört nach Angaben im Anhang zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen.
Sie wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.
Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Bremen. Eingetragen ist sie beim Amtsgericht Bremen unter HRB 33438 HB.
Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde nach Angaben des Unternehmens am 20. April 2026 festgestellt.
Deutliche Veränderung innerhalb eines Jahres
Vergleicht man 2024 und 2025, zeigt sich eine ungewöhnliche Kombination:
Die Bilanzsumme steigt von rund 12.600 Euro auf mehr als 18.300 Euro. Gleichzeitig fällt der Beteiligungswert von 2.000 Euro auf einen Euro und der Jahresverlust steigt von rund 2.400 Euro auf fast 13.800 Euro.
Stabilisiert wird die Bilanz durch eine neue Kapitalrücklage von 20.000 Euro.
Damit stammt die positive Entwicklung beim Eigenkapital nicht aus dem laufenden Geschäft, sondern aus einer Kapitalzuführung.
Fazit: Neues Kapital federt hohen Verlust ab
Der Jahresabschluss 2025 zeigt eine deutlich veränderte Windpark Sömmerling Beteiligungs GmbH.
Die Gesellschaft weist einen Jahresfehlbetrag von 13.758,09 Euro aus und damit einen mehr als fünfmal so hohen Verlust wie im Vorjahr.
Gleichzeitig wurde der Buchwert der Beteiligung von 2.000 Euro auf einen Euro reduziert.
Eine Kapitalrücklage von 20.000 Euro stärkt jedoch das Eigenkapital, das zum Jahresende bei knapp 17.000 Euro liegt. Zudem haben sich die liquiden Mittel auf mehr als 18.000 Euro erhöht.
Die zentrale Entwicklung des Jahres lautet deshalb: Die Beteiligung verliert bilanziell nahezu ihren gesamten Buchwert, während neues Kapital die Gesellschaft finanziell stabilisiert.
Warum die Beteiligung nur noch mit einem Euro angesetzt wird und wodurch der hohe Jahresverlust im Detail entstanden ist, lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss allein nicht erkennen.