Die Windpark Wangenheim/Hochheim GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von 1.058,13 Euro beendet. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von 1.716,60 Euro erzielt.
Damit verschlechterte sich das Jahresergebnis innerhalb eines Jahres um rund 2.775 Euro.
Die Bilanzsumme sank zugleich von 36.779,42 Euro auf 33.731,87 Euro. Trotz des negativen Ergebnisses bleibt die Eigenkapitalausstattung vergleichsweise hoch.
Eigenkapital bei knapp 31.800 Euro
Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von 31.750,10 Euro aus.
Ein Jahr zuvor waren es noch 32.808,23 Euro.
Das Eigenkapital setzt sich aus einem gezeichneten Kapital von 25.564,59 Euro, einem Gewinnvortrag von 7.243,64 Euro und dem Jahresfehlbetrag von 1.058,13 Euro zusammen.
Rechnerisch ergibt sich daraus eine Eigenkapitalquote von rund 94 Prozent.
Damit ist die Gesellschaft bilanziell weiterhin stark durch Eigenkapital finanziert.
Verbindlichkeiten vollständig abgebaut
Auffällig ist die Entwicklung bei den Verbindlichkeiten.
Ende 2024 waren noch 2.064,42 Euro ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2025 beträgt der entsprechende Posten null Euro.
Damit wurden sämtliche zum Vorjahresstichtag bestehenden Verbindlichkeiten bis Ende 2025 abgebaut.
Auch Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestanden zum Bilanzstichtag nicht mehr. Im Vorjahr waren hier noch 34,80 Euro ausgewiesen worden.
Forderungen gegen Gesellschafter steigen
Auf der Aktivseite bilden Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände den größten Posten.
Sie erhöhten sich von 26.685,61 Euro auf 27.621,37 Euro.
Bemerkenswert ist, dass dieser Betrag nach den Angaben im Anhang vollständig auf Forderungen gegen Gesellschafter entfällt.
Im Vorjahr hatten die entsprechenden Forderungen bei 26.468,06 Euro gelegen.
Damit sind die Forderungen gegenüber Gesellschaftern innerhalb eines Jahres um gut 1.150 Euro gestiegen.
Für die wirtschaftliche Bewertung ist entscheidend, dass es sich bei diesen Forderungen zwar um Vermögenswerte handelt, ihre Qualität jedoch davon abhängt, dass die jeweiligen Schuldner zahlungsfähig sind und die Forderungen tatsächlich beglichen werden.
Bankguthaben geht deutlich zurück
Während die Forderungen zulegten, gingen die verfügbaren Bankguthaben zurück.
Zum Jahresende 2024 lagen sie noch bei 10.093,30 Euro. Ende 2025 waren es nur noch 6.109,99 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um knapp 3.983 Euro beziehungsweise rund 39 Prozent.
Damit hat sich die unmittelbar verfügbare Liquidität der Gesellschaft deutlich verringert.
Gleichzeitig bestehen jedoch keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten mehr, sodass der Liquiditätsrückgang nicht automatisch auf eine angespannte finanzielle Situation schließen lässt.
Finanzanlage nur mit 51 Cent bilanziert
Eine auffällige Position findet sich auch beim Anlagevermögen.
Die Finanzanlagen werden mit lediglich 0,51 Euro bilanziert – unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Nach Angaben des Unternehmens wurden die Finanzanlagen zu Anschaffungskosten angesetzt.
Der sehr geringe Buchwert deutet darauf hin, dass die Beteiligung in der Einzelbilanz wirtschaftlich nur noch eine symbolische Größenordnung hat.
Aus dem Abschluss allein lässt sich allerdings nicht ableiten, warum der Ansatz lediglich 51 Cent beträgt oder welchen tatsächlichen wirtschaftlichen Wert die zugrunde liegende Beteiligung besitzt.
Gesellschaft haftet unbeschränkt für Betriebs-KG
Von besonderer Bedeutung ist die gesellschaftsrechtliche Funktion der Windpark Wangenheim/Hochheim GmbH.
Die Gesellschaft ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Windpark Wangenheim/Hochheim GmbH & Co. Betriebs-KG.
Damit übernimmt sie innerhalb der Struktur die Funktion der persönlich haftenden Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft.
Bei einer GmbH & Co. KG ist diese Konstruktion üblich: Die GmbH übernimmt die Rolle des Komplementärs, während die eigentliche operative Tätigkeit häufig auf Ebene der KG stattfindet.
Das erklärt auch, warum die Bilanz der GmbH selbst keine Windenergieanlagen oder umfangreichen Sachanlagen ausweist.
Keine klassische Windparkbilanz
Der Name der Gesellschaft könnte zunächst vermuten lassen, dass der Jahresabschluss die wirtschaftliche Entwicklung des Windparks selbst zeigt.
Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall.
Die GmbH weist keine Windkraftanlagen, Grundstücke oder technischen Anlagen aus. Auch Stromerlöse, Produktionsmengen oder Betriebskosten des Windparks sind in der vorliegenden Bilanz nicht enthalten.
Die eigentliche operative Tätigkeit dürfte vielmehr bei der Windpark Wangenheim/Hochheim GmbH & Co. Betriebs-KG liegen.
Für eine vollständige wirtschaftliche Bewertung des Windparks wäre deshalb vor allem deren Jahresabschluss entscheidend.
Rückstellungen leicht gestiegen
Die Rückstellungen erhöhten sich geringfügig von 1.906,77 Euro auf 1.981,77 Euro.
Nach Angaben im Anhang beinhalten sie unter anderem noch nicht veranlagte Ertragsteuern, die das Vorjahr betreffen.
Der Anstieg fällt mit rund 75 Euro allerdings gering aus.
Ergebnis dreht ins Minus
Während 2024 noch ein Jahresüberschuss von 1.716,60 Euro erzielt wurde, weist die Gesellschaft 2025 einen Fehlbetrag von 1.058,13 Euro aus.
Damit hat sich das Ergebnis deutlich verschlechtert.
Trotzdem bleibt der Verlust im Verhältnis zur Bilanzsumme und zum Eigenkapital klein.
Der Jahresfehlbetrag entspricht lediglich rund drei Prozent des Eigenkapitals.
Eine erhebliche bilanzielle Belastung ist daraus allein nicht abzuleiten.
Gewinnvortrag weiterhin vorhanden
Trotz des Jahresverlusts verfügt die Gesellschaft weiterhin über einen Gewinnvortrag von 7.243,64 Euro.
Im Vorjahr hatte dieser noch 5.527,04 Euro betragen.
Der Anstieg erklärt sich daraus, dass der damalige Jahresüberschuss offenbar dem Gewinnvortrag zugerechnet wurde.
Der neue Fehlbetrag reduziert dieses Polster nun etwas.
Damit verfügt die Gesellschaft trotz des negativen Jahresergebnisses weiterhin über in der Vergangenheit erwirtschaftete Gewinne.
Kleine Gesellschaft mit klarer Verwaltungsfunktion
Die Windpark Wangenheim/Hochheim GmbH wird nach den Größenmerkmalen des Handelsgesetzbuches als kleine Kapitalgesellschaft eingestuft.
Der Sitz befindet sich in Bremen. Eingetragen ist die Gesellschaft beim Amtsgericht Bremen unter HRB 23321 HB.
Die Geschäftsführung lag im Geschäftsjahr 2025 bei Carsten Meyer und Luise Laß.
Der Jahresabschluss wurde am 31. März 2026 festgestellt.
Fazit: Kleiner Verlust, aber kaum Schulden
Der Jahresabschluss 2025 zeigt eine Gesellschaft mit hoher Eigenkapitalquote und ohne ausgewiesene Verbindlichkeiten.
Der Jahresfehlbetrag von 1.058,13 Euro fällt zwar negativ aus, bleibt aber im Verhältnis zur gesamten Kapitalausstattung überschaubar.
Auffällig sind vor allem zwei Entwicklungen: Die Bankguthaben sind deutlich zurückgegangen, während die Forderungen gegen Gesellschafter weiter gestiegen sind.
Zugleich wurden sämtliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz abgebaut.
Die entscheidende wirtschaftliche Aussage lautet deshalb: Die Gesellschaft rutscht zwar leicht in die Verlustzone, bleibt bilanziell aber weitgehend schuldenfrei und stark eigenkapitalfinanziert.
Für eine Beurteilung des eigentlichen Windparkbetriebs reicht dieser Jahresabschluss jedoch nicht aus, da die GmbH vor allem als persönlich haftende Gesellschafterin der Betriebs-KG fungiert.