Vom vernachlässigten Gebäude zum modernisierten Millionenobjekt: Das frühere Elternhaus von US-Präsident Donald Trump in Queens ist für 1,93 Millionen US-Dollar verkauft worden. Das entspricht derzeit etwa 1,66 Millionen Euro.
Der Verkauf wurde inzwischen auch von der Associated Press bestätigt. Der Käufer hatte bereits im Juli einen Vertrag für das Haus abgeschlossen; der endgültige Verkaufspreis wurde nun auf Immobilienplattformen veröffentlicht. Der Name des Käufers wurde nicht bekannt gegeben.
Für das Gebäude beginnt damit ein weiteres Kapitel einer ungewöhnlichen Immobiliengeschichte.
Hier verbrachte Trump seine ersten vier Lebensjahre
Das Haus befindet sich im Viertel Jamaica Estates im New Yorker Bezirk Queens. Trumps Vater Fred Trump, selbst Immobilienunternehmer, ließ das Gebäude 1940 errichten.
Donald Trump wurde sechs Jahre später geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre. Bis zu seinem vierten Lebensjahr wohnte er mit seinen Eltern und Geschwistern in dem Haus.
1950 zog die Familie in ein wesentlich größeres, ebenfalls von Fred Trump errichtetes Haus in unmittelbarer Nähe.
Das ursprüngliche Gebäude blieb später vor allem aufgrund der Biografie des heutigen Präsidenten bekannt.
2025 kostete das Haus nur 835.000 Dollar
Bemerkenswert ist vor allem die jüngste Preisentwicklung.
Noch im vergangenen Jahr kaufte Immobilienentwickler Tommy Lin das Gebäude für lediglich 835.000 Dollar.
Das Haus war zu diesem Zeitpunkt über Jahre leer gestanden und befand sich in schlechtem Zustand. Berichten zufolge hatten unter anderem ein Rohrbruch, Wasserschäden und Schimmel erhebliche Probleme verursacht. Zeitweise hatten sich sogar verwilderte Katzen in dem leerstehenden Gebäude angesiedelt.
Für ein Haus mit einer derart prominenten Vorgeschichte war der Kaufpreis vergleichsweise niedrig.
Der Zustand des Gebäudes erforderte allerdings erhebliche Investitionen.
Eine halbe Million Dollar für die Sanierung
Lin ließ das Innere des Hauses innerhalb von rund acht Monaten umfassend erneuern.
Nach Medienberichten investierte der Entwickler zusätzlich etwa 500.000 Dollar in die Sanierung. Dabei entstand aus dem stark vernachlässigten Gebäude ein modernes Wohnhaus.
Unter anderem wurden eine hochwertige Küche, neue Holzböden und modern gestaltete Badezimmer eingebaut.
Das äußere Erscheinungsbild des Hauses blieb dagegen weitgehend erhalten. Das Gebäude ist im Tudor-Stil errichtet und unterscheidet sich damit deutlich von den späteren Hochhäusern, mit denen der Name Trump international verbunden wurde.
Vom Kauf bis zum Verkauf: fast 1,1 Millionen Dollar Unterschied
Der Unterschied zwischen dem Kaufpreis von 2025 und dem aktuellen Verkaufspreis ist erheblich.
Lin zahlte 835.000 Dollar für das Gebäude. Verkauft wurde es nun für 1,93 Millionen Dollar.
Das sind rund 1,095 Millionen Dollar mehr.
Allerdings handelt es sich dabei nicht um den Gewinn des Entwicklers. Von der Differenz müssen unter anderem die rund 500.000 Dollar Sanierungskosten sowie weitere mögliche Kosten für Finanzierung, Steuern, Makler und Transaktion berücksichtigt werden.
Dennoch zeigt die Entwicklung, wie stark sich die wirtschaftliche Situation des Hauses durch die Sanierung verändert hat.
Käufer möchte anonym bleiben
Wer künftig in dem geschichtsträchtigen Gebäude wohnen wird, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Der Käufer beziehungsweise die Käuferin möchte anonym bleiben.
Nach Angaben eines Maklervertreters soll hinter dem Erwerb vermutlich kein politisches Motiv stehen. Stattdessen sei beabsichtigt, langfristig in dem Haus zu wohnen.
Damit könnte das Gebäude nach Jahren wechselnder Nutzung und zeitweisem Leerstand wieder zu dem werden, wofür es ursprünglich errichtet wurde: einem privaten Familienhaus.
Fünf Schlafzimmer und drei Badezimmer
Das Haus verfügt nach Angaben der Associated Press über fünf Schlafzimmer und drei Badezimmer.
Nach der Sanierung hat das Innere mit dem Wohnhaus, das die Familie Trump in den 1940er-Jahren kannte, nur noch begrenzt etwas gemeinsam.
Die Modernisierung zielte offensichtlich darauf, das Gebäude wieder als zeitgemäßes Wohnobjekt auf dem New Yorker Immobilienmarkt anbieten zu können.
Die Verbindung zu Donald Trump bleibt dennoch ein außergewöhnliches Merkmal, das sich bei praktisch keinem anderen vergleichbaren Einfamilienhaus in Queens findet.
Schon 2017 für mehr als zwei Millionen Dollar verkauft
Interessant ist auch ein Blick auf die frühere Preisgeschichte.
Das Gebäude wurde bereits 2017 für 2,14 Millionen Dollar verkauft – wenige Monate nachdem Trump erstmals Präsident der Vereinigten Staaten geworden war.
Damit lag der damalige Verkaufspreis sogar über den jetzt erzielten 1,93 Millionen Dollar.
Später wurde das Haus zeitweise über Airbnb vermietet. 2019 kam es erneut auf den Markt. Damals wurde ein Preis von 2,9 Millionen Dollar verlangt, ein Verkauf kam zu diesem Preis jedoch nicht zustande.
Anschließend begann der jahrelange Niedergang des Gebäudes.
Prominente Geschichte garantiert keinen steigenden Immobilienwert
Die Entwicklung zeigt zugleich, dass selbst eine außergewöhnliche historische Verbindung nicht automatisch für dauerhaft steigende Immobilienpreise sorgt.
2017: 2,14 Millionen Dollar.
2025: 835.000 Dollar.
2026: 1,93 Millionen Dollar.
Innerhalb von weniger als zehn Jahren hat der Wert beziehungsweise der tatsächlich gezahlte Kaufpreis damit erheblich geschwankt.
Neben der prominenten Geschichte spielten offensichtlich auch der Zustand des Gebäudes, notwendige Sanierungsarbeiten und die allgemeine Marktsituation eine wichtige Rolle.
Von Queens nach Manhattan
Für Donald Trump selbst war das Haus lediglich die erste Station einer Biografie, die später eng mit Immobilien verbunden blieb.
Nachdem die Familie 1950 in ein größeres Haus im selben Viertel gezogen war, verbrachte Trump dort einen weiteren Teil seiner Kindheit.
Später trat er in das Immobiliengeschäft seines Vaters ein und verlagerte seine Aktivitäten zunehmend nach Manhattan.
Dort entstand unter anderem der Trump Tower an der Fifth Avenue, der über Jahrzehnte zugleich Wohnsitz und eines der bekanntesten Symbole seines Immobiliengeschäfts war.
2019 verlegte Trump seinen offiziellen Hauptwohnsitz nach Florida.
Heute lebt der 80-Jährige während seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident überwiegend im Weißen Haus in Washington.
Ein unscheinbarer Ausgangspunkt einer bekannten Biografie
Gerade dieser Kontrast macht das Gebäude in Queens ungewöhnlich.
Am Anfang steht ein vergleichsweise klassisches Einfamilienhaus in einem Wohnviertel von Queens. Jahrzehnte später ist sein ehemaliger Bewohner zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten.
Für den Immobilienmarkt bedeutet diese Geschichte einen schwer messbaren Sonderfaktor.
Das Haus ist einerseits ein gewöhnliches privates Wohngebäude. Andererseits ist es dauerhaft mit einer international bekannten politischen Persönlichkeit verbunden.
Dass allein diese Verbindung den Verkaufspreis bestimmt hätte, lässt sich jedoch nicht belegen.
Fazit: Eine ungewöhnliche Immobiliengeschichte geht weiter
Das frühere Elternhaus Donald Trumps hat innerhalb weniger Jahre erhebliche Veränderungen erlebt.
Nach Leerstand, Wasserschäden, Schimmel und zunehmendem Verfall wechselte es 2025 für 835.000 Dollar den Besitzer.
Es folgte eine etwa 500.000 Dollar teure Komplettsanierung.
Nun wurde das Gebäude für 1,93 Millionen Dollar weiterverkauft.
Damit ist das Haus zwar wieder ein hochwertig modernisiertes Wohnobjekt – seine besondere Geschichte bleibt aber bestehen.