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Windpark Oberngrub II: Gewinn bricht um fast 75 Prozent ein – Kosten steigen kräftig

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Beim Windpark Oberngrub II ist der Gewinn 2025 regelrecht eingebrochen. Die Windpark Oberngrub II ApS & Co. KG mit Sitz in Harrislee bleibt zwar deutlich in den schwarzen Zahlen, doch vom außergewöhnlich starken Ergebnis des Vorjahres ist nur noch ein Bruchteil übrig.

Der Jahresüberschuss sank von 106.393,17 Euro im Jahr 2024 auf nur noch 26.752,14 Euro im Jahr 2025.

Das entspricht einem Rückgang um 79.641,03 Euro beziehungsweise rund 74,9 Prozent.

Damit hat sich der Gewinn innerhalb nur eines Jahres auf etwa ein Viertel des Vorjahresniveaus reduziert.

Die Ursache lässt sich zumindest teilweise direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung ablesen: Die Umsätze gingen zurück, während gleichzeitig die sonstigen betrieblichen Aufwendungen massiv zunahmen.

Die Umsatzerlöse beliefen sich 2025 auf 211.962,94 Euro. Im Vorjahr waren es noch 239.451,89 Euro.

Damit verlor die Gesellschaft knapp 27.489 Euro Umsatz, entsprechend einem Rückgang von rund 11,5 Prozent.

Allein dieser Umsatzrückgang erklärt den massiven Gewinneinbruch jedoch noch nicht.

Der größere Belastungsfaktor findet sich auf der Kostenseite.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen schnellten von 120.515,02 Euro auf 173.602,24 Euro nach oben.

Das sind 53.087,22 Euro mehr als im Vorjahr.

Prozentual entspricht das einem Anstieg um rund 44 Prozent.

Damit trafen 2025 zwei Entwicklungen gleichzeitig aufeinander: Die Gesellschaft nahm weniger ein und musste zugleich erheblich höhere sonstige betriebliche Aufwendungen verkraften.

Genau diese Kombination drückte den Gewinn massiv.

Hinzu kamen leicht höhere Finanzierungskosten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen von 9.878,98 Euro auf 10.735,62 Euro, also um rund 8,7 Prozent.

Der Materialaufwand spielte dagegen mit 2.786,74 Euro nur eine kleine Rolle und lag sogar unter dem Vorjahreswert von 3.378,49 Euro.

Auch die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich von 713,77 Euro auf 1.913,80 Euro. Diese Verbesserung war jedoch viel zu gering, um den Umsatzrückgang und die deutlich höheren sonstigen Kosten auszugleichen.

Unter dem Strich blieben deshalb nur noch 26.752,14 Euro Jahresüberschuss.

Das ist zwar weiterhin ein positives Ergebnis – doch die Dimension des Rückgangs ist bemerkenswert.

Gemessen am Umsatz lag der Jahresüberschuss 2024 noch bei rechnerisch rund 44,4 Prozent der Umsatzerlöse.

2025 waren es nur noch etwa 12,6 Prozent.

Die rechnerische Gewinnmarge ist damit innerhalb eines Jahres dramatisch geschrumpft.

Ein-Euro-Windkraftanlagen erwirtschaften weiter mehr als 200.000 Euro Umsatz

Besonders auffällig bleibt die Struktur des Anlagevermögens.

Die technischen Anlagen und Maschinen stehen – wie schon im Vorjahr – lediglich mit einem Euro in der Bilanz.

Dieser Buchwert darf nicht mit dem tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der Anlagen verwechselt werden.

Er zeigt vielmehr, dass das Sachanlagevermögen bilanziell praktisch vollständig abgeschrieben ist.

Trotzdem erwirtschaftet die Gesellschaft weiterhin mehr als 200.000 Euro Umsatz.

Gerade das macht die Zahlen interessant: Bilanziell besitzen die technischen Anlagen nur noch einen Erinnerungswert, wirtschaftlich sind sie offenbar weiterhin in der Lage, Einnahmen zu generieren.

Wie hoch der tatsächliche Marktwert der Anlagen ist und welche technische Restlebensdauer ihnen noch zugetraut wird, lässt sich aus dem Jahresabschluss nicht ableiten.

Auch die genaue Anlagenstruktur wird im veröffentlichten Abschluss nicht erläutert.

Öffentliche Registerinformationen führen die Gesellschaft bereits seit vielen Jahren. Der Windpark Oberngrub II ist zudem Teil der größeren Oberngrub-Struktur: In Unterlagen zur Windpark Oberngrub Infrastruktur oHG wird die Gesellschaft mit einem Haftkapital von 980.000 Euro geführt.

Genau diese 980.000 Euro tauchen auch im aktuellen Jahresabschluss als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen der Kommanditisten auf.

Forderungen gegenüber Gesellschaftern steigen um mehr als 73 Prozent

Auf der Aktivseite gibt es eine zweite auffällige Entwicklung.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich von 80.340,20 Euro auf 129.088,88 Euro.

Das ist ein Plus von rund 48.749 Euro beziehungsweise 60,7 Prozent.

Verantwortlich dafür sind vor allem die Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Sie stiegen von 63.517,88 Euro auf 110.181,07 Euro.

Damit erhöhten sie sich um 46.663,19 Euro beziehungsweise rund 73,5 Prozent.

Inzwischen entfallen mehr als 85 Prozent des gesamten Umlaufvermögens auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Diese Entwicklung verdient Beachtung.

Denn Forderungen sind etwas anderes als liquide Mittel. Die Gesellschaft besitzt zwar einen rechtlichen Anspruch auf Zahlung, doch aus dem Abschluss geht nicht hervor, wann diese Forderungen fällig werden beziehungsweise wie schnell sie tatsächlich in Geld umgewandelt werden können.

Ein gesonderter größerer Kassen- oder Bankbestand wird in der veröffentlichten Bilanz nicht ausgewiesen.

Deshalb besteht ein erheblicher Teil des bilanziell sichtbaren Vermögens aus Forderungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich leicht von 16.822,32 Euro auf 18.907,81 Euro.

Hinzu kommt ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten von 16.771,56 Euro, nach 18.462,81 Euro im Vorjahr.

Verbindlichkeiten steigen ebenfalls

Während die Forderungen gegenüber Gesellschaftern deutlich wachsen, steigen auch die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Sie erhöhten sich von 142.638,17 Euro auf 161.683,46 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 19.045 Euro oder 13,4 Prozent.

Der mit Abstand größte Teil entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Diese stiegen von 141.670,54 Euro auf 157.660,05 Euro.

Damit bestehen nahezu die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften aus dem verbundenen Unternehmenskreis.

Hinzu kommen sonstige Verbindlichkeiten von 3.803,41 Euro sowie 220 Euro aus Lieferungen und Leistungen.

Bemerkenswert ist die Laufzeitstruktur.

Nach Angaben im Anhang haben sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Langfristige Verbindlichkeiten von mehr als fünf Jahren werden mit null Euro angegeben.

Das bedeutet: Die ausgewiesenen 161.683 Euro sind bilanziell vollständig kurzfristiger Natur.

Das muss nicht automatisch problematisch sein, sollte aber zusammen mit der Vermögensstruktur betrachtet werden.

Denn dem stehen unter anderem 110.181 Euro Forderungen gegenüber Gesellschaftern und weitere sonstige Vermögensgegenstände gegenüber.

Ob und wie diese Positionen zeitlich miteinander korrespondieren, lässt sich aus dem Abschluss nicht erkennen.

Rückstellungen fast unverändert

Die sonstigen Rückstellungen liegen bei 98.120 Euro und damit nur geringfügig über den 96.860 Euro des Vorjahres.

Der Anhang erläutert nicht im Detail, wofür diese Rückstellungen gebildet wurden.

Deshalb wäre es spekulativ, bestimmte technische oder betriebliche Verpflichtungen dahinter zu vermuten.

Fest steht lediglich, dass die Höhe nahezu konstant geblieben ist.

Eigenkapital wird weiterhin mit null Euro ausgewiesen

Wie bereits bei anderen Gesellschaften der Oberngrub-Struktur erscheint auf der Passivseite kein positives Eigenkapital.

Der Bilanzposten steht bei null Euro.

Daneben enthält die Aktivseite einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten sowie nicht eingeforderte ausstehende Einlagen.

Diese Darstellung ist bei einer Kommanditgesellschaft anders zu lesen als bei einer klassischen GmbH.

Sie darf insbesondere nicht automatisch mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung gleichgesetzt werden.

Auch ein ausgewiesenes Eigenkapital von null Euro bedeutet für sich genommen nicht, dass die Gesellschaft zahlungsunfähig oder insolvent wäre.

Für eine insolvenzrechtliche Beurteilung wären unter anderem tatsächliche Zahlungsfähigkeit, Vermögenswerte, Verpflichtungen, Fortführungsprognosen und weitere Informationen notwendig.

Der Jahresabschluss wurde ausdrücklich unter der Annahme der Fortführung der Geschäftstätigkeit erstellt.

Der Gewinn verschwindet nicht – er wird den Kapitalkonten gutgeschrieben

Auch der Bilanzgewinn von null Euro ist erklärungsbedürftig.

Wer nur auf diese Zeile schaut, könnte zunächst glauben, die Gesellschaft habe keinen Gewinn erwirtschaftet.

Das stimmt nicht.

Der Jahresüberschuss von 26.752,14 Euro wird vollständig den Kapitalkonten gutgeschrieben.

Deshalb bleibt anschließend kein Bilanzgewinn übrig.

Das war auch im Vorjahr so.

2024 wurden sogar 106.393,17 Euro vollständig den Kapitalkonten gutgeschrieben.

Damit lässt sich zugleich nachvollziehen, wie stark sich das Ergebnis verschlechtert hat: Die Gutschrift auf die Kapitalkonten fällt 2025 um fast 80.000 Euro geringer aus.

Bilanzsumme wächst trotz Gewinneinbruch

Interessanterweise ist die Bilanzsumme trotz des stark niedrigeren Gewinns gestiegen.

Sie erhöhte sich von 239.498,17 Euro auf 259.803,46 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 20.305 Euro beziehungsweise 8,5 Prozent.

Das Wachstum bedeutet allerdings nicht, dass die Gesellschaft wirtschaftlich erfolgreicher geworden ist.

Vielmehr spiegeln sich darin insbesondere die höheren Forderungen und die gestiegenen Verbindlichkeiten wider.

Genau deshalb ist es wichtig, Bilanzwachstum und Ertragsentwicklung auseinanderzuhalten.

Die Bilanz wird etwas größer – der Gewinn bricht gleichzeitig um fast 75 Prozent ein.

Keine eigenen Mitarbeiter

Wie schon im Vorjahr beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich keine Arbeitnehmer.

Bei einer Windparkgesellschaft ist das nicht ungewöhnlich.

Technische Betriebsführung, Wartung, Buchhaltung und andere Dienstleistungen können extern oder innerhalb einer Unternehmensgruppe organisiert werden.

Welche konkreten Dienstleister bei Oberngrub II tätig sind, geht aus dem Abschluss allerdings nicht hervor.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Oberngrub Komplementar II ApS mit Sitz im dänischen Østbirk.

Sie verfügt über ein gezeichnetes Kapital von 126.000 dänischen Kronen.

Geschäftsführer ist Carsten Lind Pedersen.

Der Jahresabschluss wurde am 10. August 2026 festgestellt beziehungsweise gebilligt.

Besonders die Kostenentwicklung wirft Fragen auf

Der entscheidende Punkt des Jahresabschlusses ist letztlich nicht der Ein-Euro-Buchwert der Windkrafttechnik und auch nicht das Eigenkapital von null Euro.

Es ist der massive Ergebnisrückgang.

Die Gesellschaft erwirtschaftete 2024 noch mehr als 106.000 Euro Gewinn.

Nur ein Jahr später sind davon noch knapp 27.000 Euro übrig.

Ein Teil lässt sich durch die um rund elf Prozent geringeren Umsätze erklären.

Noch auffälliger ist aber der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um mehr als 53.000 Euro.

Welche Kosten dahinterstehen, verrät der veröffentlichte Abschluss nicht.

Gerade diese Information wäre jedoch wichtig.

Bei einem älteren Windpark können beispielsweise Wartungs-, Reparatur-, Pacht-, Versicherungs-, Betriebsführungs- oder sonstige Verwaltungskosten eine erhebliche Rolle spielen. Ohne eine Aufschlüsselung wäre es jedoch unseriös, einen bestimmten dieser Faktoren als Ursache zu nennen.

Für 2026 wird deshalb entscheidend sein, ob die erhöhten Kosten eine einmalige Belastung waren oder sich auf diesem Niveau verfestigen.

Denn die Rechnung ist einfach:

Bleibt der Umsatz bei rund 212.000 Euro und bleiben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei mehr als 173.000 Euro, bleibt nur wenig Spielraum.

Sinken die Einnahmen weiter oder steigen die Kosten erneut, könnte der verbliebene Gewinn schnell verschwinden.

Umgekehrt könnte bereits eine Normalisierung der Kosten wieder zu einem deutlich besseren Ergebnis führen.

Noch verdient der Windpark Geld – aber deutlich weniger

Unterm Strich ist Oberngrub II auch 2025 kein Verlustunternehmen.

Die Gesellschaft verdient Geld.

Aber sie verdient dramatisch weniger als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz fällt um 11,5 Prozent.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen um 44 Prozent.

Die Verbindlichkeiten erhöhen sich um gut 13 Prozent.

Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern wachsen um mehr als 73 Prozent.

Und der Jahresüberschuss fällt von 106.393 Euro auf lediglich 26.752 Euro.

Das ist die eigentliche Botschaft des Abschlusses.

Besonders bemerkenswert bleibt dabei der Kontrast: Die technischen Anlagen stehen nur noch mit einem Euro in der Bilanz und bringen trotzdem mehr als 200.000 Euro Umsatz.

Doch 2025 zeigt ebenso deutlich, dass ein weitgehend abgeschriebener Windpark nicht automatisch eine Gelddruckmaschine ist.

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