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Windpark Oberngrub III: Gewinn bricht um 61 Prozent ein – Forderungen an Gesellschafter steigen deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Beim Windpark Oberngrub III ist der Gewinn 2025 deutlich eingebrochen. Die Windpark Oberngrub III ApS & Co. KG mit Sitz in Harrislee erzielte zwar weiterhin einen positiven Jahresüberschuss, doch dieser fiel mit 37.459,88 Euro erheblich niedriger aus als im Vorjahr.

2024 hatte die Gesellschaft noch 96.380,59 Euro verdient.

Damit verringerte sich der Jahresüberschuss innerhalb eines Jahres um 58.920,71 Euro beziehungsweise rund 61 Prozent.

Der Ergebnisrückgang ist besonders auffällig, weil gleich mehrere Positionen gleichzeitig gegen die Gesellschaft liefen: Die Umsätze sanken, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen kräftig und auch die Zinsbelastung nahm deutlich zu.

Die Umsatzerlöse gingen von 239.451,89 Euro auf 211.962,94 Euro zurück. Das entspricht einem Rückgang um knapp 27.500 Euro oder 11,5 Prozent.

Gleichzeitig erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erheblich.

Sie stiegen von 123.858,41 Euro auf 162.203,30 Euro. Das sind rund 38.345 Euro mehr als im Vorjahr, entsprechend einem Anstieg von knapp 31 Prozent.

Damit verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Umsatz und laufenden Aufwendungen deutlich.

Hinzu kommt eine höhere Zinsbelastung.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen von 7.317,17 Euro auf 10.735,62 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 47 Prozent.

Entlastung gab es dagegen bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag. Sie gingen von 9.231 Euro auf lediglich 691,20 Euro zurück.

Unterm Strich blieb dennoch ein deutlich geringerer Gewinn.

Nur noch 37.460 Euro Gewinn

Der Jahresüberschuss von 37.459,88 Euro wird vollständig den Kapitalkonten gutgeschrieben.

Ein Bilanzgewinn wird deshalb wie bereits im Vorjahr nicht ausgewiesen.

Das ist bei einer Personengesellschaft wichtig zu verstehen: Ein Bilanzgewinn von null Euro bedeutet hier nicht, dass die Gesellschaft keinen Gewinn erzielt hätte.

Der Gewinn ist vorhanden – er wird lediglich vollständig den Kapitalkonten der Gesellschafter zugerechnet.

2024 waren auf diesem Weg noch 96.380,59 Euro gutgeschrieben worden.

2025 waren es nur noch 37.459,88 Euro.

Damit ist der Rückgang der Ertragskraft innerhalb eines Jahres ausgesprochen deutlich.

Windkraftanlagen stehen nur noch mit einem Euro in der Bilanz

Besonders markant bleibt auch bei Oberngrub III die Struktur des Anlagevermögens.

Die technischen Anlagen und Maschinen stehen zum Jahresende lediglich mit einem Euro in der Bilanz.

Bereits 2024 war der gleiche Wert ausgewiesen worden.

Dieser eine Euro darf nicht mit dem tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der Anlagen verwechselt werden. Er zeigt lediglich, dass die technischen Anlagen bilanziell nahezu vollständig abgeschrieben sind.

Trotz dieses minimalen Buchwerts erwirtschaftet die Gesellschaft weiterhin mehr als 200.000 Euro Umsatz pro Jahr.

Das ist ein typisches Beispiel dafür, dass bilanzieller Buchwert und wirtschaftliche Nutzung weit auseinanderfallen können.

Eine vollständig oder nahezu vollständig abgeschriebene Windenergieanlage kann weiterhin Strom produzieren und Einnahmen erzielen.

Wie hoch ihr tatsächlicher Marktwert ist, lässt sich aus dem Jahresabschluss nicht erkennen.

Forderungen steigen kräftig

Während das Sachanlagevermögen praktisch keine Rolle mehr spielt, ist das Umlaufvermögen deutlich gewachsen.

Es erhöhte sich von 108.913,65 Euro auf 151.098,45 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 38,7 Prozent.

Besonders auffällig sind dabei die Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Sie stiegen innerhalb eines Jahres von 90.499,63 Euro auf 133.945,19 Euro.

Das ist ein Plus von 43.445,56 Euro beziehungsweise rund 48 Prozent.

Damit entfallen inzwischen fast 89 Prozent des gesamten Umlaufvermögens auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Diese Position ist deshalb für die Bilanz besonders relevant.

Sie bedeutet, dass die Gesellschaft Ansprüche gegen Gesellschafter besitzt. Aus dem veröffentlichten Abschluss geht allerdings nicht hervor, wodurch diese Forderungen entstanden sind und wann sie beglichen werden sollen.

Deshalb lässt sich auch nicht beurteilen, wie kurzfristig daraus tatsächlich liquide Mittel zufließen können.

Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen leicht von 18.414,02 Euro auf 17.153,26 Euro zurück.

Kein separates Bankguthaben ausgewiesen

Anders als bei vielen anderen Gesellschaften wird in der Bilanz kein eigener Posten für Kassenbestand oder Bankguthaben ausgewiesen.

Das bedeutet nicht zwingend, dass keinerlei liquide Mittel vorhanden sind. Es bedeutet lediglich, dass in der vorgelegten Bilanz keine separate entsprechende Position erscheint.

Das Vermögen auf der Aktivseite besteht im Wesentlichen aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen.

Das macht die Werthaltigkeit und Einbringlichkeit dieser Forderungen umso wichtiger.

Eigenkapital bleibt bei null Euro

Auf der Passivseite wird erneut kein positives Eigenkapital ausgewiesen.

Gleichzeitig erscheint auf der Aktivseite ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten.

Dieser steigt von 872.835,96 Euro auf 910.295,84 Euro.

Die Veränderung beträgt exakt 37.459,88 Euro – also genau den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres.

Das hängt mit der besonderen handelsrechtlichen Darstellung der Kapitalkonten einer Kommanditgesellschaft zusammen.

Daneben bestehen unverändert 950.000 Euro nicht eingeforderte ausstehende Einlagen der Kommanditisten.

Diese Beträge dürfen nicht einfach wie klassische Schulden einer GmbH interpretiert werden.

Die Bilanzstruktur einer KG folgt anderen Regeln. Insbesondere negative Kapitalkonten, nicht eingeforderte Einlagen und Gewinnzurechnungen können zu einer Darstellung führen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt.

Ein Eigenkapital von null Euro bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Gesellschaft insolvent ist.

Ebenso ist der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil nicht automatisch mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung gleichzusetzen.

Für eine solche Beurteilung wären wesentlich weitergehende Informationen notwendig.

Verbindlichkeiten steigen leicht

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich 2025 von 89.218,69 Euro auf 92.683,61 Euro.

Das entspricht einem vergleichsweise moderaten Anstieg von rund 3,9 Prozent.

Der größte Teil entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sie stiegen leicht von 85.043,85 Euro auf 86.167,42 Euro.

Hinzu kommen sonstige Verbindlichkeiten von 6.296,19 Euro sowie 220 Euro Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Bemerkenswert ist die kurze Laufzeit.

Nach Angaben im Anhang haben sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.

Damit gibt es in dieser Gesellschaft keine langfristige Fremdfinanzierung, wie sie bei jüngeren Windparkprojekten häufig zu finden ist.

Das spricht dafür, dass die ursprüngliche Investitionsfinanzierung der Anlagen bereits weitgehend abgeschlossen sein dürfte. Der Jahresabschluss selbst erläutert die historische Finanzierung allerdings nicht.

Rückstellungen bleiben nahezu konstant

Die sonstigen Rückstellungen beliefen sich Ende 2025 auf 98.120 Euro.

Im Vorjahr waren es 96.860 Euro.

Der Anstieg um 1.260 Euro beziehungsweise rund 1,3 Prozent fällt gering aus.

Wofür die Rückstellungen konkret gebildet wurden, wird im veröffentlichten Anhang nicht näher aufgeschlüsselt.

Gerade bei älteren Windparks können beispielsweise Verpflichtungen für Rückbau, Wartung oder andere langfristige Risiken eine Rolle spielen. Ob dies bei Oberngrub III tatsächlich der Fall ist, lässt sich aus dem Abschluss aber nicht ableiten.

Bilanzsumme steigt nur leicht

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 186.078,69 Euro auf 190.803,61 Euro.

Das entspricht einem Anstieg von rund 4.725 Euro oder 2,5 Prozent.

Damit verändert sich die Bilanzgröße nur wenig.

Im Inneren der Bilanz gibt es jedoch erhebliche Verschiebungen.

Besonders die Forderungen gegenüber Gesellschaftern wachsen deutlich, während gleichzeitig der Jahresgewinn stark zurückgeht.

Das macht den Abschluss 2025 wesentlich interessanter, als es die geringe Veränderung der Bilanzsumme zunächst vermuten lässt.

Gewinnmarge fällt deutlich

Auch gemessen am Umsatz hat sich die Ertragslage verschlechtert.

2024 entsprach der Jahresüberschuss von 96.380,59 Euro noch rund 40 Prozent des Umsatzes.

2025 beträgt dieses Verhältnis nur noch knapp 18 Prozent.

Damit hat sich die rechnerische Gewinnmarge innerhalb eines Jahres mehr als halbiert.

Das Unternehmen arbeitet zwar weiterhin profitabel, aber mit deutlich weniger Ergebnisreserve.

Vor allem die gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen fallen ins Gewicht.

Welche konkreten Kosten sich hinter dieser Position verbergen, geht aus dem veröffentlichten Jahresabschluss nicht hervor.

Deshalb wäre es spekulativ, den Anstieg beispielsweise automatisch auf Reparaturen oder Wartungsarbeiten zurückzuführen.

Klar ist nur: Die sonstigen betrieblichen Kosten stiegen um fast 31 Prozent.

Oberngrub III und die Infrastrukturgesellschaft

Die Windpark Oberngrub III ApS & Co. KG ist Teil der Gesellschaftsstruktur rund um den Windpark Oberngrub.

In dem ebenfalls veröffentlichten Jahresabschluss der Windpark Oberngrub Infrastruktur oHG wird Oberngrub III als eine der fünf persönlich haftenden Gesellschaftergesellschaften genannt.

Dort wird für Oberngrub III ein Haftkapital von 950.000 Euro angegeben.

Dieser Betrag entspricht den 950.000 Euro nicht eingeforderten ausstehenden Einlagen, die auch im aktuellen Jahresabschluss von Oberngrub III erscheinen.

Öffentlich zugängliche Registerinformationen führen die Gesellschaft zudem beim Amtsgericht Flensburg unter HRA 8247 FL.

Die Eintragung reicht dabei nach diesen Registerdaten bis ins Jahr 2005 zurück.

Damit handelt es sich nicht um ein junges Windparkprojekt, sondern um eine seit vielen Jahren bestehende Gesellschaft.

Das passt auch zum bilanziell praktisch vollständig abgeschriebenen Sachanlagevermögen.

Keine eigenen Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte 2025 wie schon im Vorjahr keine Arbeitnehmer.

Auch das ist bei einer Windparkgesellschaft nicht ungewöhnlich.

Technische Betriebsführung, Wartung, Verwaltung und weitere Dienstleistungen können von externen Gesellschaften übernommen werden.

Welche konkreten Dienstleister bei Oberngrub III eingesetzt werden, geht aus dem Abschluss nicht hervor.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Oberngrub Komplementar III ApS mit Sitz im dänischen Østbirk.

Sie verfügt laut Abschluss über ein gezeichnetes Kapital von 126.000 dänischen Kronen.

Geschäftsführer ist Carsten Lind Pedersen.

Der Jahresabschluss wurde am 10. August 2026 festgestellt beziehungsweise gebilligt.

Ein profitabler Alt-Windpark – aber mit deutlich weniger Gewinn

Unterm Strich bleibt Oberngrub III auch 2025 profitabel.

Das ist angesichts der weitgehend abgeschriebenen Anlagen durchaus bemerkenswert.

Mit einem Euro Buchwert erzielen die technischen Anlagen weiterhin rund 212.000 Euro Umsatz.

Doch die Entwicklung zeigt zugleich klar nach unten.

Der Umsatz fällt um 11,5 Prozent.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen um knapp 31 Prozent.

Die Zinsaufwendungen erhöhen sich um fast 47 Prozent.

Und der Gewinn bricht um rund 61 Prozent ein.

Hinzu kommt eine weitere auffällige Entwicklung: Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern steigen um fast 50 Prozent auf knapp 134.000 Euro.

Damit verschiebt sich ein immer größerer Teil des bilanziell ausgewiesenen Vermögens in Richtung dieser Forderungsposition.

Für den nächsten Jahresabschluss werden deshalb vor allem drei Fragen entscheidend sein:

Stabilisieren sich die Umsätze? Lassen sich die gestiegenen Kosten wieder reduzieren? Und werden die hohen Forderungen gegenüber Gesellschaftern zurückgeführt?

Denn noch verdient Oberngrub III Geld.

Aber der Abstand zwischen einem sehr profitablen Jahr 2024 und dem deutlich schwächeren Jahr 2025 zeigt, wie schnell sich die wirtschaftliche Lage eines älteren Windparks verändern kann.

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