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Deutschland unter Strom: Haushalte zahlen weltweit mit am meisten

Stromnetz | © NickyPe (CC0), Pixabay

Strom bleibt für deutsche Haushalte ein teures Vergnügen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei den Strompreisen weiterhin ganz weit vorne. Nach einer aktuellen Analyse des Vergleichsportals Verivox belegt die Bundesrepublik im zweiten Quartal 2026 weltweit Platz vier. Unter den großen Industrie- und Schwellenländern der G20 ist Deutschland sogar das Land mit den höchsten Strompreisen.

Durchschnittlich 35,6 Cent kostete eine Kilowattstunde für private Haushalte. Noch teurer war Strom lediglich in Irland mit 42,6 Cent, Bermuda mit 38,8 Cent und Belgien mit 37,4 Cent je Kilowattstunde.

Besonders deutlich wird das deutsche Preisniveau beim Blick auf andere große Volkswirtschaften. Der Durchschnitt der G20-Länder liegt laut Analyse bei lediglich 16,3 Cent je Kilowattstunde. Deutsche Verbraucher zahlen damit mehr als das Doppelte.

In Frankreich werden 23,3 Cent je Kilowattstunde genannt, in den USA 18,3 Cent und in Kanada 10,6 Cent. Noch größer wird der Unterschied gegenüber China mit 6,7 Cent und Indien mit 6,3 Cent. In Saudi-Arabien liegt der Vergleichswert sogar bei nur 4,6 Cent.

Dabei war Deutschland vor einigen Jahren sogar noch weiter vorne: Vor fünf Jahren belegte die Bundesrepublik weltweit Platz eins. Dass Deutschland inzwischen auf Rang vier zurückgefallen ist, bedeutet allerdings nicht, dass Strom hierzulande billiger geworden wäre. Nach den vorliegenden Zahlen sind die Preise innerhalb dieser fünf Jahre vielmehr um rund zwölf Prozent gestiegen.

Doch warum ist die Stromrechnung in Deutschland so hoch?

Nach Einschätzung von Verivox liegt das nicht ausschließlich an den Kosten der eigentlichen Stromerzeugung. Diese mache nur ungefähr ein Drittel des Strompreises für Haushalte aus. Rund zwei Drittel entfielen demnach auf Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Wer auf seine Stromrechnung schaut, bezahlt also längst nicht nur für die erzeugte Energie.

Gleichzeitig ist Deutschland mit steigenden Stromkosten nicht allein. Auch weltweit zeigt die Preiskurve nach oben. Der durchschnittliche Strompreis sei von 11,62 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2021 auf inzwischen 15,1 Cent gestiegen. Das entspricht innerhalb von fünf Jahren einem Plus von rund 30 Prozent.

Auch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kaufkraft verändert das grundsätzliche Bild laut Verivox nicht entscheidend: Deutschland gehört weiterhin zu den Ländern mit vergleichsweise hohen Stromkosten.

Für Verbraucher bleibt damit eine ernüchternde Erkenntnis: Zwar trägt Deutschland nicht mehr den Titel des weltweit teuersten Stromlandes. Von wirklich günstigem Strom ist die Bundesrepublik mit 35,6 Cent pro Kilowattstunde aber weiterhin weit entfernt.

Und so dürfte die Stromrechnung für viele Haushalte auch künftig ein Dokument bleiben, das man lieber bei ausgeschaltetem Licht öffnet.

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