Immer häufiger treten Kriminelle im Internet als angebliche Rechtsanwälte, Kanzleien oder Insolvenzverwalter auf. Dafür erstellen sie professionell wirkende Webseiten, verwenden erfundene Kanzleinamen oder missbrauchen teilweise Namen und Erscheinungsbilder tatsächlich existierender Juristen und Unternehmen.
Die Watchlist Internet warnt aktuell vor 143 Internetadressen, die der Kategorie Fake-Anwaltskanzleien zugeordnet sind. Die Liste wird fortlaufend ergänzt.
Diese Seiten wurden zuletzt neu aufgenommen
31.08.2026
schwartz-kollegen.com
26.08.2026
kronbergpartner.com
25.08.2026
kanzleitreuhand.com
19.08.2026
ra-owl.de
weidemann-kanzlei.de
11.08.2026
rusin-anwaelte.de
rusin-recht.de
10.08.2026
dahlmann-scholz.de
05.08.2026
jaeger-insolvenz.de
31.07.2026
rechtsanwalt-breithaupt.de
30.07.2026
anwaltskanzlei-brust.de
hofreiter-kanzlei.de
23.07.2026
adlerundsohn.com
rechtsanwalt-wiegmann.de
20.07.2026
owendoylellp.com
09.07.2026
kern-recht.de
06.07.2026
treuhand-gmbh.com
23.06.2026
bdhw-insolvenz.de
22.06.2026
mehler-anwaelte.de
kortner-partner.de
kanzlei-hornberger.de
09.06.2026
haas-partner.com
08.06.2026
cplollp.com
05.06.2026
ra-gsklegal.de
03.06.2026
rsteelelawfirm.com
02.06.2026
verwaltung-gmbh.com
31.05.2026
lindemann-kanzlei.de
28.05.2026
kanzlei-helmut-kuhn.de
23.05.2026
brueck-tax-legal.com
22.05.2026
noble-alliance.com
21.05.2026
pilars-treuhand.com
13.05.2026
eisner-kollegen.de
08.05.2026
kanzlei-niva.de
07.05.2026
stephanbayer.de
bayer-stephan.de
06.05.2026
online-betrugs-hilfe.de
schreyer-ra.de
04.05.2026
rechtskontor-anger.de
ie-audit.com
30.04.2026
franken-vertrieb.de
28.04.2026
stinco-insolvenz.de
rechtsanwalt-sirrenberg.de
27.04.2026
exner-collegen.de
25.04.2026
betrugsexperten.de
exner-kollegen.net
23.04.2026
kanzlei-zimmermann-partner.com
22.04.2026
kanzlei-statz.de
21.04.2026
lohr-treuhand.com
20.04.2026
verwertung-sirrenberg.com
19.04.2026
schuster-kanzlei.de
Weitere bereits im April und März 2026 aufgenommene Seiten sind unter anderem graf-collegen.de, demmerimrecht.de, kronberg-partner.de, insolvenzrecht-rieger.de, rw-insolvenzverwaltung.de, mtr-legal.net, jaffe-rechtsanwaelte.de, noerr-mbb.de, schultzebraun-anwaelte.de und impro-insolvenz.de.
Besonders perfide: Betrüger geben sich als Insolvenzverwalter aus
Auffällig ist, dass zahlreiche Domainnamen Begriffe wie „Insolvenz“, „Verwertung“, „Treuhand“, „Kanzlei“ oder „Rechtsanwalt“ enthalten.
Dadurch soll der Eindruck entstehen, es handele sich um eine seriöse Kanzlei oder einen offiziell bestellten Insolvenzverwalter.
Die Täter können beispielsweise behaupten, aus einer Insolvenzmasse besonders günstig Fahrzeuge, Maschinen, Immobilien oder andere Vermögenswerte verkaufen zu können. Interessenten sollen anschließend Geld im Voraus überweisen.
Nach der Zahlung erhalten sie jedoch weder die angebotene Ware noch ihr Geld zurück.
Die Watchlist Internet nennt neben dem Insolvenzbetrug auch angebliche Erbschaftsfälle als typische Masche. Opfer werden beispielsweise darüber informiert, ein entfernter Verwandter sei verstorben und habe ihnen ein großes Vermögen hinterlassen. Bevor dieses ausgezahlt werden könne, müssten jedoch angebliche Gebühren, Steuern oder Verwaltungskosten bezahlt werden.
Auch bereits betrogene Anleger können erneut ins Visier geraten
Besonders gefährlich sind Fake-Kanzleien für Menschen, die bereits Opfer eines Anlage- oder Onlinebetrugs geworden sind.
Kriminelle können sich als Rechtsanwälte oder spezialisierte „Betrugsexperten“ ausgeben und behaupten, verlorenes Geld zurückholen zu können.
Dafür verlangen sie zunächst eine Gebühr, angebliche Gerichtskosten oder eine Sicherheitsleistung.
Das Opfer zahlt erneut – und wird damit ein zweites Mal betrogen.
So erkennen Sie eine mögliche Fake-Kanzlei
Ein professioneller Internetauftritt ist kein Beweis dafür, dass tatsächlich eine Rechtsanwaltskanzlei existiert.
Zu den Warnzeichen gehören nach Angaben der Watchlist Internet insbesondere erst vor kurzer Zeit registrierte Internetdomains, Forderungen nach vollständiger Vorauskasse sowie auffällige oder gestohlene Fotos der angeblichen Rechtsanwälte. Teilweise werden inzwischen auch KI-generierte Bilder verwendet.
Misstrauisch sollte man außerdem werden, wenn überraschend Kontakt aufgenommen wird und dabei hohe Geldbeträge, Erbschaften, angebliche Rückzahlungen oder besonders günstige Käufe aus einer Insolvenzmasse versprochen werden.
Anwalt immer unabhängig überprüfen
Wer von einer unbekannten Kanzlei kontaktiert wird, sollte zunächst prüfen, ob die genannten Rechtsanwälte tatsächlich existieren.
In Deutschland können Rechtsanwälte über das bundesweite amtliche Anwaltsverzeichnis überprüft werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein Name existiert, sondern auch, ob Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Internetdomain tatsächlich zu dieser Kanzlei gehören.
Denn Betrüger können auch die Identität eines echten Rechtsanwalts missbrauchen und lediglich eine ähnliche Internetadresse registrieren.
Gerade kleine Abweichungen im Domainnamen sollten deshalb ernst genommen werden.
Bereits Geld überwiesen? Schnell handeln
Wer bereits an eine vermeintliche Kanzlei gezahlt hat und anschließend einen Betrugsverdacht entwickelt, sollte unverzüglich seine Bank kontaktieren und prüfen lassen, ob die Überweisung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann.
Außerdem empfiehlt die Watchlist Internet, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Das gilt insbesondere dann, wenn zusätzlich persönliche Daten oder Kopien von Ausweisdokumenten übermittelt wurden.
E-Mails, Rechnungen, Zahlungsbelege, Chatverläufe, Telefonnummern und Screenshots der Internetseite sollten unbedingt als Beweismittel gespeichert werden.
Grundsätzlich gilt: Eine seriös aussehende Kanzlei-Webseite allein bietet keine Sicherheit. Bevor Geld überwiesen oder persönliche Dokumente versendet werden, sollten Kanzlei, Rechtsanwalt und Kontaktdaten immer unabhängig überprüft werden.