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FBI jagt deutschen Millionenbetrüger in München: 150.000 Dollar Belohnung für Hinweis auf Bernhard Eugen Fritsch

mhdhg (CC0), Pixabay

Die amerikanische Bundespolizei FBI intensiviert die internationale Fahndung nach einem Deutschen, der sich nach Erkenntnissen der Ermittler in München oder in der Umgebung der bayerischen Landeshauptstadt aufhalten könnte.

Der 65-jährige Bernhard Eugen Fritsch wurde auf die neue FBI-Liste der „Most Wanted Fraudsters“ gesetzt. Für Informationen, die zu seiner Festnahme und Verurteilung führen, bietet das FBI eine Belohnung von bis zu 150.000 US-Dollar.

Hinter der Fahndung steckt ein spektakulärer Betrugsfall mit Millionenverlusten, einer Technologie für Prominente und Influencer, Luxusautos, einer Jacht, einer Villa in Malibu – und einer Flucht, die Fritsch nach Angaben der US-Ermittler über Mexiko schließlich zurück nach Deutschland geführt haben soll.

Das FBI glaubt, dass Fritsch im Raum München lebt

Auf seinem offiziellen Fahndungsprofil schreibt das FBI ausdrücklich, Fritsch halte sich vermutlich „in or near Munich, Germany“ auf – also in München oder dessen Umgebung.

Fritsch wurde am 27. Juli 1961 in Landshut geboren und besitzt nach FBI-Angaben die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Behörde nennt neben seinem vollständigen Namen auch mehrere Aliasnamen.

Dass der Fall jetzt erneut große Aufmerksamkeit erhält, hat einen konkreten Grund: Das FBI nahm Fritsch Anfang September in seine „Most Wanted Fraudsters“-Liste auf und machte die Fahndung damit noch einmal öffentlichkeitswirksamer.

Im Mittelpunkt stand eine Firma für Prominente und Influencer

Der Fall beginnt Jahre zuvor in Kalifornien.

Fritsch war Gründer und CEO des in Santa Monica ansässigen Technologieunternehmens StarClub Inc.

Das Unternehmen arbeitete an einer Anwendung namens „StarSite“. Die Geschäftsidee klang nach einem Produkt, das perfekt in die aufkommende Influencer-Wirtschaft passte: Prominente und Social-Media-Influencer sollten mithilfe der Technologie ihre Markenkooperationen und Reichweite besser monetarisieren können.

Zwischen 2014 und 2017 sammelte Fritsch nach Angaben der amerikanischen Behörden große Summen von Investoren ein.

Investoren mit angeblichen Geschäften und Umsätzen überzeugt

Doch vor Gericht kam ein anderes Bild zum Vorschein.

Nach Angaben des US-Justizministeriums machte Fritsch gegenüber Investoren falsche Angaben über die wirtschaftliche Situation von StarClub.

Unter anderem soll er behauptet haben, das Unternehmen stehe kurz vor kommerziellen Vereinbarungen, Investitionen oder Übernahmeangeboten großer Medienunternehmen.

Auch Disney wurde dabei nach Angaben der US-Behörden genannt.

Darüber hinaus soll Fritsch behauptet haben, StarClub habe im Jahr 2015 bereits 15 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Auch über angebliche Investoren des Unternehmens habe er falsche Angaben gemacht.

Das Ziel dieser Aussagen: Investoren sollten überzeugt werden, weiteres Geld in StarClub zu stecken.

Millionen flossen in Luxusautos, Jacht und Malibu-Anwesen

Besonders brisant ist, was nach den Feststellungen der US-Justiz mit einem Teil des eingesammelten Geldes geschah.

Die Mittel sollten eigentlich unter anderem für den Ausbau der Technologie und des Unternehmens eingesetzt werden.

Stattdessen verwendete Fritsch nach Darstellung von FBI und Staatsanwaltschaft erhebliche Beträge für seinen persönlichen Lebensstil.

Genannt werden unter anderem ein McLaren, ein Rolls-Royce, Arbeiten an seiner Jacht sowie die Renovierung seines Hauses in Malibu nahe Carbon Beach.

Das FBI beschlagnahmte später die Jacht sowie den McLaren und den Rolls-Royce.

Ein einziger Investor steckte mehr als 20 Millionen Dollar hinein

Die Dimension des Falls wird besonders deutlich beim Blick auf einen einzelnen Geschädigten.

Nach Angaben des FBI investierte ein Opfer innerhalb von zwei Jahren mehr als 20 Millionen Dollar in StarClub – auf Grundlage der falschen Angaben Fritschs.

Dieser Investor brachte außerdem weitere Anleger mit Fritsch in Kontakt, die ebenfalls Millionenbeträge investierten.

Die Staatsanwaltschaft beziffert den durch das Betrugssystem verursachten Schaden inzwischen auf mindestens rund 26,8 Millionen US-Dollar.

Jury spricht Fritsch im April 2025 schuldig

Der Fall landete schließlich vor einem Bundesgericht in Kalifornien.

Nach einem neuntägigen Prozess befand eine Jury in Los Angeles Fritsch Anfang April 2025 in einem Anklagepunkt wegen Wire Fraud für schuldig. In einem zweiten Anklagepunkt wurde er freigesprochen.

Damit war die Geschichte allerdings längst nicht beendet.

Denn bevor über sein endgültiges Strafmaß entschieden beziehungsweise eine anstehende gerichtliche Anhörung durchgeführt werden konnte, setzte sich Fritsch ab.

Flucht nach Mexiko

Nach Darstellung des FBI floh Fritsch im Juni 2025 nach Los Mochis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa.

Am 3. Juni 2025 wurde ein Bundeshaftbefehl gegen ihn erlassen, nachdem er nicht zu einer gerichtlichen Anhörung über die Aufhebung seiner Freilassung gegen Kaution erschienen war.

Doch auch in Mexiko blieb Fritsch nicht dauerhaft unbehelligt.

Im September 2025 nahmen ihn mexikanische Behörden fest.

Nach Angaben des FBI wurde er dabei mit falschen Ausweisdokumenten angetroffen.

Dann soll er nach München geflohen sein

Nach seiner Entlassung aus der mexikanischen Einwanderungshaft sollte Fritsch sich regelmäßig bei den dortigen Behörden melden.

Das geschah nach Darstellung des FBI nicht.

Stattdessen soll er am 6. Oktober 2025 nach München geflohen sein.

Seitdem konzentriert sich die Fahndung auch auf Deutschland.

Das FBI geht aktuell davon aus, dass sich der Gesuchte in München oder in der näheren Umgebung aufhalten könnte.

15 Jahre Gefängnis und 26,8 Millionen Dollar Rückzahlung

Während Fritsch bereits auf der Flucht war, wurde das Strafverfahren in den Vereinigten Staaten fortgesetzt.

Am 20. Oktober 2025 wurde er in Abwesenheit zu 15 Jahren Bundesgefängnis verurteilt.

Hinzu kamen eine Geldstrafe von 35.000 Dollar sowie später eine Anordnung zur Rückzahlung von 26.806.901 Dollar an Geschädigte.

Damit geht es bei der heutigen Fahndung nicht mehr lediglich um einen Beschuldigten, dessen Schuld noch in einem Hauptverfahren geklärt werden müsste: Fritsch wurde in den USA bereits von einer Jury schuldig gesprochen und anschließend verurteilt.

Auch seine Freundin geriet ins Visier der US-Justiz

Der Fall zog noch weitere Kreise.

Nach FBI-Angaben bekannte sich im Juni 2026 die 63-jährige Lucinda Jane Weist Manera aus Malibu schuldig, Fritsch nach seiner Tat unterstützt zu haben.

Sie soll ihm dabei geholfen haben, sich vor dem FBI zu verbergen, sich in Mexiko aufzuhalten und anschließend nach Deutschland zu fliehen, um seiner Haftstrafe zu entgehen.

FBI setzt bis zu 150.000 Dollar Belohnung aus

Jetzt erhöht die US-Bundespolizei den Fahndungsdruck noch einmal deutlich.

Fritsch gehört zu den Personen auf der „Most Wanted Fraudsters“-Liste des FBI.

Diese Liste ist nicht mit den berühmten „Ten Most Wanted Fugitives“ zu verwechseln.

Das FBI hat die spezielle Betrügerliste erst im Juni 2026 eingeführt. Sie konzentriert sich auf flüchtige Personen, die wegen bedeutender Betrugsdelikte gesucht werden.

Für Hinweise zu Personen auf dieser Liste können hohe Belohnungen ausgesetzt werden.

Im Fall von Bernhard Eugen Fritsch sind es bis zu 150.000 US-Dollar.

Ein Millionenbetrug endet vorerst mit einer Fahndung in Bayern

Damit hat ein Betrugsfall, der seinen Ausgangspunkt in der kalifornischen Technologie- und Prominentenszene nahm, inzwischen eine bemerkenswerte internationale Dimension erreicht.

Ein deutscher Unternehmer sammelt Millionen für eine Technologieplattform ein. Eine Jury spricht ihn wegen Betrugs schuldig. Er flieht nach Mexiko, wird dort festgenommen, setzt sich erneut ab – und soll schließlich nach Deutschland gelangt sein.

Heute vermutet ihn das FBI ausgerechnet in seiner alten Heimat Bayern.

Aus dem einstigen Tech-Unternehmer ist damit einer der öffentlich gesuchten Wirtschaftsstraftäter der amerikanischen Bundespolizei geworden.

Und das FBI macht deutlich, dass die Suche nicht eingestellt wird.

Wer entscheidende Informationen zum Aufenthaltsort von Bernhard Eugen Fritsch liefern kann, für den stehen bis zu 150.000 Dollar Belohnung im Raum.

Die Fahndung, die in Kalifornien begann, konzentriert sich damit nun auch auf München – und auf die Frage, wo sich der zu 15 Jahren Haft verurteilte Deutsche tatsächlich aufhält.

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