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Windpark Weißenberg GmbH: Gewinn steigt auf 163.000 Euro – Verbindlichkeiten sinken um 1,76 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Windpark Weißenberg GmbH aus Dautphetal hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren Gewinn abgeschlossen und gleichzeitig ihre Verbindlichkeiten deutlich reduziert. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss zeigt allerdings auch, wie stark die Gesellschaft weiterhin fremdfinanziert ist.

Zum 31. Dezember 2025 standen einer Bilanzsumme von knapp 16,92 Millionen Euro Verbindlichkeiten von rund 15,58 Millionen Euro gegenüber. Davon entfielen allein knapp 12,59 Millionen Euro auf gegenüber Kreditinstituten bestehende Verbindlichkeiten, für die umfangreiche Sicherheiten bestellt wurden.

Positiv fällt dagegen die Entwicklung der Liquidität auf: Die ausgewiesenen Bank- und Kassenbestände erhöhten sich innerhalb eines Jahres von rund 930.700 Euro auf 1,49 Millionen Euro.

Auch der Jahresüberschuss legte zu.

Nach 131.825 Euro im Jahr 2024 erwirtschaftete die Gesellschaft 2025 einen Gewinn von 163.347 Euro. Das entspricht einem Anstieg um rund 31.500 Euro beziehungsweise knapp 24 Prozent.

Das Eigenkapital erhöhte sich entsprechend von 444.425 Euro auf 607.772 Euro.

Damit verbessert sich die bilanzielle Eigenkapitalquote von rund 2,4 Prozent auf etwa 3,6 Prozent. Sie bleibt für sich betrachtet allerdings niedrig. Bei einem projektfinanzierten Windpark ist eine hohe Fremdfinanzierung grundsätzlich nicht ungewöhnlich; die Kennzahl sollte deshalb nicht isoliert als Hinweis auf eine wirtschaftliche Schieflage interpretiert werden.

Besonders deutlich wird die Entwicklung auf der Aktivseite.

Das Anlagevermögen reduzierte sich von 16,64 Millionen Euro auf 14,66 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von knapp 1,98 Millionen Euro beziehungsweise rund zwölf Prozent.

Da das Sachanlagevermögen nach Angaben der Gesellschaft planmäßig linear über Nutzungsdauern zwischen fünf und 16 Jahren abgeschrieben wird, sind Abschreibungen bei der Betrachtung dieser Entwicklung von wesentlicher Bedeutung.

Gleichzeitig stieg das Umlaufvermögen von 1,80 Millionen Euro auf 2,25 Millionen Euro.

Innerhalb des Umlaufvermögens entwickelten sich die einzelnen Positionen unterschiedlich. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände gingen von rund 866.800 Euro auf 764.300 Euro zurück.

Die liquiden Mittel entwickelten sich dagegen in die andere Richtung.

Ende 2024 waren noch rund 930.700 Euro ausgewiesen. Ein Jahr später waren es bereits 1,486 Millionen Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 555.400 Euro beziehungsweise knapp 60 Prozent.

Allerdings steht nicht das gesamte ausgewiesene Bankguthaben frei zur Verfügung. Aufgrund der Vereinbarungen mit den finanzierenden Kreditinstituten muss die Windparkgesellschaft eine Barreserve für den laufenden Schuldendienst vorhalten. Ein Teil der Bankguthaben unterliegt deshalb einer Verwendungssperre.

Die Höhe des Bankguthabens darf daher nicht vollständig mit frei verfügbarer Liquidität gleichgesetzt werden.

Auf der Passivseite ist vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten bemerkenswert.

Diese reduzierten sich innerhalb eines Jahres von 17,33 Millionen Euro auf 15,58 Millionen Euro.

Damit wurden die bilanzierten Verbindlichkeiten um rund 1,76 Millionen Euro beziehungsweise gut zehn Prozent zurückgeführt.

Auch bei den langfristigen Verpflichtungen ist eine deutliche Abnahme erkennbar.

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren sanken von rund 8,62 Millionen Euro auf 6,99 Millionen Euro. Das entspricht einer Reduzierung um 1,625 Millionen Euro.

Insgesamt haben Verbindlichkeiten in Höhe von 13,49 Millionen Euro noch eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Vorjahr waren es 15,12 Millionen Euro.

Kurzfristig – also innerhalb eines Jahres – fällig waren zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten von rund 2,08 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte dieser Betrag noch bei 2,21 Millionen Euro gelegen.

Damit bleibt die Fremdfinanzierung zwar hoch, die ausgewiesene Schuldenposition wurde 2025 jedoch deutlich reduziert.

Ein erheblicher Teil der Finanzierung entfällt auf Bankdarlehen.

Für Kreditinstitutsverbindlichkeiten von 12,594 Millionen Euro bestehen umfangreiche Sicherheiten. Dazu gehören unter anderem die Sicherungsübereignung der finanzierten Anlagen, eine Globalzession gegenwärtiger und zukünftiger Forderungen aus dem Windparkbetrieb sowie Abtretungen von Rechten aus Wartungs-, Betriebsführungs- und Versicherungsverträgen.

Hinzu kommen Eintrittsrechte der Bank in verschiedene Verträge und eine verpfändete Liquiditätsreserve.

Eine solche Sicherheitenstruktur ist im Rahmen einer langfristigen Projektfinanzierung von Windenergieanlagen grundsätzlich nachvollziehbar. Sie zeigt gleichzeitig, wie eng die Finanzierung des Projekts mit den Windenergieanlagen und deren zukünftigen Einnahmen verbunden ist.

Neben den Bankverbindlichkeiten gibt es einen weiteren interessanten Finanzierungsposten.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen 2,569 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern.

Nach den zugrunde liegenden Verträgen müssen diese spätestens bis zum 30. September 2033 zurückgezahlt werden. Die Windparkgesellschaft darf sie allerdings schon vorher teilweise oder vollständig tilgen. Für Teilrückzahlungen ist ein Mindestbetrag von 100.000 Euro vorgesehen.

Die Finanzierung besteht damit nicht ausschließlich aus Bankkapital. Auch die Gesellschafter haben der Gesellschaft in erheblichem Umfang Mittel zur Verfügung gestellt.

Gesellschafter waren im Geschäftsjahr 2025 die Hermann Hofmann Holding GmbH & Co. KG, die Alterric Deutschland GmbH sowie die Gemeinde Dautphetal.

Neben den Finanzierungsverpflichtungen muss die Gesellschaft langfristig erhebliche laufende Kosten berücksichtigen.

Für die Grundstücke bestehen Pachtverträge, deren Vergütung von den mit den Windenergieanlagen erzielten Erlösen abhängig ist. Für die Jahre bis einschließlich 2030 beträgt die Umsatzpacht sieben Prozent der Erlöse, ab 2031 sind es acht Prozent.

Hinzu kommen erhebliche Wartungskosten.

Mit dem Anlagenhersteller besteht ein langfristiger Wartungsvertrag. Das jährliche Mindestentgelt steigt mit zunehmendem Alter der Anlagen. Ab dem sechsten Betriebsjahr sind mindestens 270.000 Euro jährlich, ab dem elften Betriebsjahr mindestens 360.000 Euro und ab dem 16. Betriebsjahr mindestens 450.000 Euro vorgesehen. Zusätzlich unterliegen diese Beträge einer Indexierung.

Für 2025 belief sich der tatsächliche Wartungsaufwand auf 354.000 Euro.

Damit dürfte der Windpark mit zunehmendem Anlagenalter auch steigende vertragliche Mindestwartungskosten berücksichtigen müssen.

Ein weiterer langfristiger Kostenblock betrifft den späteren Rückbau.

Nach Ablauf der über 20 Jahre abgeschlossenen Grundstückspachtverträge ist die Gesellschaft verpflichtet, die gesamte Windenergieanlage auf eigene Kosten zu entfernen und die Flächen wieder in ihren vorherigen Zustand zu versetzen.

Für diese Verpflichtung baut die Gesellschaft über einen Zeitraum von 20 Jahren eine Rückstellung auf.

Der kalkulierte Erfüllungsbetrag beläuft sich unter Berücksichtigung einer jährlichen Kostensteigerungsrate von zwei Prozent auf rund 1,356 Millionen Euro.

Zum 31. Dezember 2025 waren davon 506.000 Euro als Rückstellung bilanziert.

Zusätzlich bestehen Rückbaubürgschaften zugunsten des Regierungspräsidiums Gießen von 894.480 Euro sowie eine Vertragserfüllungsbürgschaft gegenüber Hessen Forst von 50.000 Euro.

Insgesamt stiegen die Rückstellungen 2025 von 665.624 Euro auf 733.666 Euro. Neben der Rückbauposition enthält dieser Betrag unter anderem rund 190.000 Euro für Pachten.

Interessant ist außerdem die Zinssicherung der langfristigen Finanzierung.

Die Gesellschaft hat für ihre Investitionsdarlehen bereits 2016 einen strukturierten Zinsswap abgeschlossen. Dieser läuft bis zum 30. September 2033.

Der ursprüngliche Nominalbetrag belief sich auf 26 Millionen Euro. Zum Bilanzstichtag 2025 lag der Nominalbetrag noch bei 12,594 Millionen Euro.

Der Marktwert des Zinsswaps betrug zum Jahresende rund 601.383 Euro.

Damit ist erkennbar, dass die langfristige Finanzierungsstruktur nicht allein aus klassischen Darlehen besteht, sondern das Zinsrisiko über ein entsprechendes Finanzinstrument abgesichert wurde.

Auch beim Eigenkapital zeigt die Entwicklung nach oben.

Neben dem gezeichneten Kapital von lediglich 25.000 Euro weist die Gesellschaft einen Gewinnvortrag von 419.425 Euro und den Jahresüberschuss von 163.347 Euro aus.

Zusammen ergibt sich das Eigenkapital von rund 607.772 Euro.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von 163.347 Euro auf neue Rechnung vorzutragen. Damit soll der Gewinn nach dem vorliegenden Vorschlag zunächst im Unternehmen verbleiben und nicht ausgeschüttet werden.

Das stärkt bei Umsetzung des Vorschlags die Eigenkapitalbasis, auch wenn diese gemessen an der Bilanzsumme weiterhin vergleichsweise klein ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Windpark Weißenberg GmbH keine eigenen Mitarbeiter beschäftigt.

Das ist bei Projektgesellschaften im Bereich erneuerbarer Energien nicht zwingend ungewöhnlich. Technische und kaufmännische Aufgaben können über externe Betriebsführungs-, Wartungs- und Dienstleistungsverträge organisiert werden.

Zum Jahreswechsel kam es außerdem zu einer Veränderung in der Geschäftsführung. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Gesellschaft von Dieter Aden und Michael Koch geführt. Michael Koch wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 abberufen. Zum 1. Januar 2026 wurde Moritz Müller als neuer Geschäftsführer bestellt.

Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss 2025 damit ein gemischtes, in mehreren wesentlichen Kennzahlen aber verbessertes Bild.

Der Jahresüberschuss steigt um knapp 24 Prozent auf 163.347 Euro.

Das Eigenkapital wächst um rund 163.000 Euro auf 607.772 Euro.

Die liquiden Mittel steigen um fast 60 Prozent auf 1,49 Millionen Euro, wobei ein Teil aufgrund der Finanzierungsvereinbarungen gebunden ist.

Gleichzeitig sinken die Verbindlichkeiten um rund 1,76 Millionen Euro auf 15,58 Millionen Euro.

Das ist insbesondere deshalb relevant, weil die Bilanz weiterhin stark von Fremdkapital geprägt wird.

Von einer schuldenarmen Gesellschaft kann bei Verbindlichkeiten von 15,58 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 16,92 Millionen Euro keine Rede sein. Allerdings wäre es ebenso verkürzt, allein aus dieser Relation auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zu schließen. Windparks werden häufig langfristig projektfinanziert, und der Jahresabschluss zeigt gerade, dass die Verbindlichkeiten 2025 deutlich zurückgeführt wurden.

Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob der Windpark dauerhaft genügend operative Mittel erwirtschaftet, um Kapitaldienst, Pachten, Wartung und den langfristigen Rückbau zu finanzieren und gleichzeitig die Eigenkapitalbasis weiter auszubauen.

Für 2025 liefert die Bilanz dafür zumindest mehrere positive Signale: höherer Gewinn, höhere Bankguthaben, wachsendes Eigenkapital und deutlich niedrigere Verbindlichkeiten.

Die hohe Fremdfinanzierung bleibt dennoch der zentrale Punkt, den man bei der wirtschaftlichen Beurteilung des Windparks im Blick behalten muss.

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