Dark Mode Light Mode

Sabotage-Alarm in Sachsen: Verdächtige Spreng- oder Brandvorrichtungen an Umspannwerken entdeckt

Jonas-Augustin (CC0), Pixabay

Im Landkreis Görlitz läuft ein größerer Polizeieinsatz. An Freileitungen im Bereich von zwei Umspannwerken wurden am Freitag verdächtige Spreng- oder Brandvorrichtungen entdeckt. Nach bisherigen Informationen besteht der Verdacht, dass damit Anschläge auf die Stromversorgung vorbereitet werden sollten.

Die betroffenen Anlagen liegen nahe der Grenze zu Brandenburg im Lausitzer Tagebaugebiet. In der Region fördert der Energiekonzern LEAG Braunkohle und betreibt unter anderem das Kraftwerk Boxberg.

Die Polizei bestätigte den Einsatz, wollte wegen der laufenden Ermittlungen zunächst aber keine weiteren Einzelheiten bekannt geben.

Ähnlicher Angriff bereits in Brandenburg

Der Fund in Sachsen ist besonders brisant, weil es erst wenige Tage zuvor einen ähnlichen Vorfall im rund 50 Kilometer entfernten Turnow-Preilack in Brandenburg gegeben hatte.

Dort waren am 2. September Schäden an Freileitungen eines Umspannwerks festgestellt worden.

Nach bisherigen Erkenntnissen kamen dabei raketenähnliche Vorrichtungen zum Einsatz. Sie sollten offenbar Hochspannungsleitungen treffen und dort Kurzschlüsse auslösen.

Ebenfalls am 2. September wurde ein Umspannwerk bei Bergheim nahe Köln Ziel eines mutmaßlichen Sabotageangriffs.

Damit wurden innerhalb weniger Tage an mehreren Orten in Deutschland Angriffe oder verdächtige Vorrichtungen an wichtigen Anlagen der Stromversorgung festgestellt.

Mann aus Nordrhein-Westfalen im Visier der Ermittler

Nach BILD-Informationen gibt es zudem ein Bekennerschreiben. Darin behauptet ein 49-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen, für Kurzschlüsse an mehreren Standorten verantwortlich zu sein.

Der Mann soll das mehrseitige Schreiben sogar mit seinem vollständigen Namen unterzeichnet haben.

Die Polizei durchsuchte dem Bericht zufolge bereits seine Wohnung in Gevelsberg. Der Verdächtige konnte dort jedoch nicht angetroffen werden und wird gesucht.

Ob er tatsächlich für sämtliche genannten Vorfälle verantwortlich ist, müssen die Ermittlungen klären.

Auffälliger Hinweis auf Boxberg

Besonders auffällig ist ein Detail des Bekennerschreibens.

Darin soll ursprünglich das Kraftwerk Boxberg genannt worden sein. Der Name wurde anschließend durchgestrichen und durch Jänschwalde ersetzt.

Die nun in Sachsen entdeckten Vorrichtungen befinden sich wiederum in der Nähe des Standorts Boxberg.

Ob daraus tatsächlich ein Zusammenhang abgeleitet werden kann, ist bislang nicht geklärt.

Fossile Energie offenbar als mögliches Motiv

Der Verfasser des Bekennerschreibens bezeichnet die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen als Ursache großen Leids. Gleichzeitig wirft er Politik und Medien vor, die Problematik nicht ausreichend ernst zu nehmen.

Nach seiner eigenen Darstellung habe er sich deshalb zum Handeln gezwungen gesehen.

Auch hier gilt jedoch: Ein Bekennerschreiben allein beweist noch nicht die Täterschaft. Ob der gesuchte Mann tatsächlich hinter den Angriffen und den jetzt in Sachsen gefundenen Vorrichtungen steckt, müssen Polizei und Staatsanwaltschaft feststellen.

Angriffe auf Stromversorgung können erhebliche Folgen haben

Umspannwerke und Hochspannungsleitungen gehören zu den besonders wichtigen Teilen der Energieversorgung. Werden solche Anlagen gezielt beschädigt, können die Folgen weit über den eigentlichen Tatort hinausreichen.

Der aktuelle Fund erhält deshalb besondere Bedeutung. Innerhalb weniger Tage wurden an mehreren Orten in Deutschland verdächtige Angriffe beziehungsweise Vorrichtungen an Anlagen der Stromversorgung festgestellt.

Ob sämtliche Fälle miteinander zusammenhängen und ob derselbe Täter dahintersteht, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Antonov Salis GmbH in Schkeuditz insolvent – vorläufiger Insolvenzverwalter für frühere NATO-Schwerlastfluggesellschaft bestellt

Next Post

Hacker veröffentlichen offenbar gestohlene Berliner Daten im Darknet