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BAETZ Energy GmbH unter vorläufiger Insolvenzverwaltung – Sonneberger Spezialist für Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen stellt Insolvenzantrag

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die BAETZ Energy GmbH aus Sonneberg befindet sich seit dem 4. September 2026 in einem Insolvenzantragsverfahren. Das Amtsgericht Meiningen hat die vorläufige Insolvenzverwaltung mit Zustimmungsvorbehalt angeordnet.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Oberlinder Straße 23D, 96515 Sonneberg und ist beim Amtsgericht Jena unter HRB 520534 eingetragen.

Vertreten wird das Unternehmen durch die Geschäftsführer Thomas Karl Bätz und Sebastian Mlynek.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Rolf Rombach aus Erfurt bestellt.

Besonders wichtig: Der Insolvenzantrag wurde von der BAETZ Energy GmbH selbst gestellt. Es handelt sich damit nicht um einen Gläubigerantrag.

Spezialist für Technik rund um erneuerbare Energien

Hinter dem relativ weit gefassten Unternehmensgegenstand steht ein sehr konkretes Geschäftsmodell.

Die BAETZ Energy GmbH hat sich auf Hardware und Projektlösungen für erneuerbare Energien spezialisiert. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Partner insbesondere für gewerbliche Kunden und Fachbetriebe.

Im Mittelpunkt stehen Photovoltaikanlagen, Stromspeicher, Wechselrichter, Unterkonstruktionen, Mikro-Windkraftanlagen, Wärmepumpen sowie weitere Energie- und Umwelttechnik.

Das Unternehmen ist dabei nicht lediglich als Energieberater tätig, sondern betreibt einen umfangreichen Handel mit entsprechender technischer Ausrüstung.

Großhandel mit Solarmodulen und Energietechnik

Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Großhandel.

BAETZ Energy kauft nach eigenen Angaben aufeinander abgestimmte Hardwarekomponenten zur Erzeugung regenerativer Energie ein und bietet diese insbesondere Fachunternehmen zur Installation an.

Zum Sortiment gehören unter anderem Solar- und Photovoltaikmodule, Batteriespeicher, Hybrid-Wechselrichter, Unterkonstruktionen, Optimierer, Zubehör, Wärmepumpen und kleinere Windkraftanlagen.

Auch Anfang September 2026 ist der umfangreiche Onlineshop des Unternehmens noch erreichbar und weist zahlreiche Produkte aus.

Allein im Bereich Solar- und Photovoltaiktechnik werden zahlreiche Produktgruppen geführt. Dazu gehören Gewerbespeicher, Speichersysteme, Unterkonstruktionen, PV-Carports und umfangreiches Solarzubehör.

Damit handelt es sich bei BAETZ Energy nicht um eine reine Beratungs- oder Beteiligungsgesellschaft, sondern um ein tatsächlich auf den Handel und die Projektierung von Energietechnik ausgerichtetes Unternehmen.

Photovoltaikprojekte ab 30 Kilowatt-Peak

Das Unternehmen beschränkt sich nicht auf den Verkauf einzelner Komponenten.

Nach eigenen Angaben entwickelt BAETZ Energy komplette Projektplanungen ab einer Größenordnung von 30 kWp.

Damit richtet sich das Angebot vor allem an größere gewerbliche Photovoltaikvorhaben und nicht ausschließlich an kleine private Dachanlagen.

Die Tätigkeit beginnt nach Unternehmensdarstellung bei der individuellen Beratung und umfasst anschließend die Projektbegleitung bis hin zur Übergabe einer kompletten Anlage.

Damit verbindet BAETZ Energy Großhandel, technische Planung, Projektierung und Beratung.

Kunden vor allem aus Handwerk und gewerblichem Bereich

Die Zielgruppe des Sonneberger Unternehmens ist breit, aber deutlich professionell geprägt.

BAETZ Energy richtet sich insbesondere an Solarteure, Photovoltaik-Fachbetriebe, Windkraftanlagenbauer, Heizungsbauer, Klimatechniker, Installateure und Dachdecker.

Darüber hinaus werden Bauingenieure, TGA-Planungsbüros, Architekten, Energieberater und Immobilienunternehmen angesprochen.

Auch Endkunden mit größeren Projekten ab etwa 30 kWp gehören nach Unternehmensangaben zur Zielgruppe.

Damit ist BAETZ Energy innerhalb der Lieferkette für erneuerbare Energietechnik zwischen Herstellern beziehungsweise Import und den ausführenden Fachunternehmen angesiedelt.

Unternehmen tritt auch als Direktimporteur auf

Bemerkenswert ist, dass sich BAETZ Energy selbst als Direktimporteur bezeichnet.

Nach eigener Darstellung verfügt das Unternehmen über Zugang zu teilweise exklusiven Produkten aus den Bereichen Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen.

Im Onlineshop werden beziehungsweise wurden Produkte verschiedener Hersteller angeboten.

Das Sortiment reicht von klassischen PV-Komponenten bis zu vergleichsweise speziellen Technologien wie Micro-Windanlagen.

Für ein Handelsunternehmen dieser Art können Warenbestände, offene Lieferantenverbindlichkeiten und Kundenforderungen erhebliche Positionen darstellen. Welche Größenordnung diese bei BAETZ Energy zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags erreichen, ist allerdings nicht bekannt.

Auch kleine Windkraftanlagen im Sortiment

Neben Photovoltaik setzt BAETZ Energy auf urbane beziehungsweise dezentrale Windkrafttechnik.

Dabei handelt es sich nicht um die großen Windenergieanlagen, wie sie in klassischen Windparks stehen, sondern um kleinere Anlagen, die für dezentrale Energiekonzepte vorgesehen sind.

Im Produktangebot finden sich unter anderem sogenannte Micro-Windanlagen.

Damit verfolgte das Unternehmen einen technologieübergreifenden Ansatz: Strom sollte nicht ausschließlich über Photovoltaik erzeugt werden, sondern je nach Standort auch durch kleinere Windkraftlösungen ergänzt werden können.

Wärmepumpen und Speicher als weiteres Standbein

Auch Wärmepumpen und Energiespeicher gehören zum Angebot.

Gerade Batteriespeicher sind bei größeren Photovoltaikanlagen ein wichtiger Bestandteil, wenn ein möglichst großer Anteil des erzeugten Stroms selbst genutzt oder zeitversetzt eingesetzt werden soll.

BAETZ Energy bot dafür sowohl Speicher als auch entsprechende Wechselrichter und weitere Systemkomponenten an.

Hinzu kamen Wärmepumpen und Klimatechnik.

Das Unternehmen versuchte damit, verschiedene Bereiche der Energiewende in einem gemeinsamen Produkt- und Beratungskonzept zusammenzuführen.

Schulungen für Kunden und Partnerunternehmen

Zum Geschäftsmodell gehörte außerdem die Weiterbildung.

BAETZ Energy bot Kunden und Partnerunternehmen Schulungen und Trainings rund um erneuerbare Energien an.

Dies passt zur Ausrichtung auf Fachbetriebe: Das Unternehmen wollte nicht nur Hardware verkaufen, sondern seine Geschäftspartner auch bei Planung, Auswahl und Anwendung der angebotenen Technik unterstützen.

Damit positionierte sich BAETZ Energy als Kombination aus Großhändler, Projektierer, technischer Berater und Schulungsanbieter.

Erst 2023 gegründet

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten treffen ein noch junges Unternehmen.

Die BAETZ Energy GmbH wurde aufgrund eines Gesellschaftsvertrages vom 4. Januar 2023 gegründet und am 24. Februar 2023 beim Amtsgericht Jena eingetragen.

Das Stammkapital beträgt 25.500 Euro.

Geschäftsanschrift ist seit der Gründung die Oberlinder Straße 23D in Sonneberg.

Damit liegen zwischen der Handelsregistereintragung und dem Insolvenzantrag lediglich rund dreieinhalb Jahre.

Thomas Bätz seit der Gründung an Bord

Zentrale Person des Unternehmens ist Thomas Bätz.

Er gehört seit der Gründung zur Geschäftsführung und tritt auch öffentlich als maßgeblicher Ansprechpartner beziehungsweise CEO von BAETZ Energy auf.

Auch das aktuelle Impressum des Onlineshops nennt Thomas Bätz als Vertreter der Gesellschaft.

Darüber hinaus ist er mit weiteren Gesellschaften verbunden.

Bereits Ende 2022 wurde beispielsweise die Baetz Holding UG (haftungsbeschränkt) in Sonneberg gegründet. Auch diese Gesellschaft hat ihre Geschäftsanschrift in der Oberlinder Straße 23D.

Ihr Unternehmensgegenstand umfasst die Verwaltung eigenen Vermögens sowie den Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Die jetzige Insolvenzbekanntmachung betrifft allerdings ausschließlich die BAETZ Energy GmbH. Eine Insolvenz der Baetz Holding UG lässt sich daraus nicht ableiten.

Sebastian Mlynek seit 2026 Geschäftsführer

Seit April 2026 gehört auch Sebastian Mlynek offiziell zur Geschäftsführung der BAETZ Energy GmbH.

Er ist einzelvertretungsberechtigt.

Mlynek ist ebenfalls im Umfeld alternativer Energietechnologien aktiv. Seit März 2026 gehört er zur Geschäftsführung der PARO EWIV mit Sitz in Kleinlangheim.

Der Zweck dieser Europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung umfasst unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Entwicklung, Forschung, Produktion, Vertrieb und After-Sales-Service von Projekten und Produkten, insbesondere im Bereich alternativer Energiegewinnung und Umweltschutz.

Damit passt auch sein weiteres unternehmerisches Umfeld fachlich zum Geschäftsmodell von BAETZ Energy.

Insolvenzantrag nur wenige Monate nach Erweiterung der Geschäftsführung

Der zeitliche Zusammenhang ist auffällig, ohne dass daraus eine Ursache abgeleitet werden kann.

Sebastian Mlynek wurde erst im April 2026 zum weiteren Geschäftsführer bestellt.

Knapp fünf Monate später stellte die BAETZ Energy GmbH den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen.

Welche wirtschaftliche Entwicklung in dieser Zeit zum Insolvenzantrag geführt hat, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Die Insolvenzbekanntmachung nennt weder die Höhe der Schulden noch die Zahl der Gläubiger.

Auch der konkrete Insolvenzgrund – beispielsweise Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung – wird in dem veröffentlichten Beschluss nicht genannt.

Onlineshop unmittelbar zum Insolvenzzeitpunkt noch erreichbar

Bemerkenswert ist, dass der Internetauftritt und der BAETZ-Energy-Onlineshop auch unmittelbar um den Zeitpunkt der Insolvenzanordnung weiterhin erreichbar sind.

Dort werden weiterhin Photovoltaikmodule, Speicher, Wechselrichter, Unterkonstruktionen, Windkrafttechnik, Wärmepumpen und weiteres Zubehör präsentiert.

Auch Kontaktmöglichkeiten und Geschäftszeiten werden weiterhin angegeben.

Das allein sagt allerdings nichts darüber aus, ob sämtliche Produkte aktuell lieferbar sind oder Bestellungen nach der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung unverändert abgewickelt werden.

Für Kunden ist entscheidend, dass der Geschäftsbetrieb eines Unternehmens durch eine vorläufige Insolvenzverwaltung nicht automatisch eingestellt wird.

Zustimmungsvorbehalt schränkt Geschäftsführung ein

Das Amtsgericht Meiningen hat eine vorläufige Insolvenzverwaltung mit Zustimmungsvorbehalt angeordnet.

Das bedeutet, dass Thomas Bätz und Sebastian Mlynek grundsätzlich Geschäftsführer bleiben.

Über das Vermögen der Gesellschaft können sie jedoch nicht mehr uneingeschränkt verfügen. Vermögensrechtlich relevante Entscheidungen benötigen die Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf Rombach.

Diese Sicherungsmaßnahme soll verhindern, dass während der Prüfung des Insolvenzantrags Vermögenswerte zum Nachteil der Gläubiger abfließen.

Warenlager und offene Projekte dürften besonders wichtig sein

Bei BAETZ Energy dürfte die Bestandsaufnahme des vorläufigen Insolvenzverwalters umfangreicher sein als bei einer reinen Beratungsfirma.

Zu prüfen sind möglicherweise Warenbestände, technische Komponenten, Kundenforderungen, Lieferantenverbindlichkeiten, laufende Bestellungen und bereits begonnene Energieprojekte.

Gerade bei einem Großhändler können bereits bestellte oder angezahlte Waren und offene Lieferungen eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kommen mögliche Kundenanzahlungen für Projektplanungen oder technische Komponenten.

Ob solche Forderungen und Verpflichtungen in größerem Umfang bestehen, ist derzeit nicht bekannt.

Was geschieht mit bereits erteilten Aufträgen?

Für Kunden und Fachunternehmen dürfte besonders wichtig sein, wie mit laufenden Aufträgen verfahren wird.

Die vorläufige Insolvenzverwaltung bedeutet zunächst nicht, dass alle Verträge automatisch beendet sind.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird vielmehr prüfen, welche Geschäfte wirtschaftlich sinnvoll fortgeführt werden können.

Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, ob Lieferanten weiterhin Waren bereitstellen, ob Kundenforderungen eingezogen werden können und ob genügend Liquidität vorhanden ist, um laufende Projekte fertigzustellen.

Zu konkreten Auswirkungen auf einzelne Kundenaufträge gibt es bislang keine öffentlich bekannt gewordenen Angaben.

Reguläres Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet

Auch bei BAETZ Energy gilt: Das Insolvenzverfahren ist noch nicht endgültig eröffnet.

Die Gesellschaft befindet sich zunächst im Insolvenzantragsverfahren.

Rolf Rombach muss nun die wirtschaftlichen Verhältnisse prüfen und feststellen, ob ein Insolvenzgrund besteht und genügend Vermögen vorhanden ist, um ein reguläres Insolvenzverfahren zu finanzieren.

Erst anschließend entscheidet das Amtsgericht Meiningen über die Eröffnung.

Dabei wird sich auch zeigen, ob das operative Geschäft fortgeführt und möglicherweise saniert werden kann oder ob eine andere Lösung für Unternehmen, Warenbestand und laufende Projekte gefunden werden muss.

Nach nur rund dreieinhalb Jahren am Markt steht damit ein Sonneberger Unternehmen aus einem eigentlich stark wachsenden Zukunftsbereich vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen.

Die BAETZ Energy GmbH hatte sich mit Photovoltaik, Batteriespeichern, Windkrafttechnik, Wärmepumpen, Projektplanung und Energieberatung breit im Bereich erneuerbarer Energien aufgestellt. Dennoch sah sich die Geschäftsführung nun veranlasst, selbst Insolvenzantrag zu stellen.

Das Amtsgericht Meiningen hat am 4. September 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung mit Zustimmungsvorbehalt über das Vermögen der BAETZ Energy GmbH, Oberlinder Straße 23D, 96515 Sonneberg, angeordnet.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Rolf Rombach aus Erfurt bestellt.

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