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Agenta GmbH: Zwei Gläubigeranträge am selben Tag mangels Masse abgewiesen – Pflegegesellschaft ohne ausreichendes Vermögen für Insolvenzverfahren

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Bei der Agenta GmbH aus Albersdorf sind gleich zwei getrennte Insolvenzanträge von Gläubigerinnen gescheitert. Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 12. August 2026 in beiden Verfahren die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels einer die Verfahrenskosten deckenden Masse abgewiesen.

Die Verfahren werden unter den Aktenzeichen 3612 IN 6427/25 und 3612 IN 3457/26 geführt.

Die Agenta GmbH hat ihre Geschäftsanschrift in der Schulstraße 16, 25767 Albersdorf und ist beim Amtsgericht Pinneberg unter HRB 19446 PI eingetragen.

Geschäftsführer ist Darius Danny Wuttke.

Zwei verschiedene Gläubigeranträge gegen dieselbe Gesellschaft

Bemerkenswert ist, dass es sich nicht um einen einzigen Insolvenzantrag handelt.

Das Amtsgericht Charlottenburg hatte über zwei eigenständige Gläubigeranträge gegen dieselbe Gesellschaft zu entscheiden.

Der erste lief unter dem Aktenzeichen 3612 IN 6427/25, der zweite unter 3612 IN 3457/26.

In beiden Fällen kam das Gericht zum gleichen Ergebnis:

Für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens war nicht genügend freie Masse vorhanden.

Beide Anträge wurden deshalb am 12. August 2026 mangels Masse abgewiesen.

Kein Eigenantrag der Agenta GmbH

Anders als bei vielen aktuellen Insolvenzverfahren hat die Agenta GmbH die Eröffnung nicht selbst beantragt.

Die gerichtlichen Bekanntmachungen sprechen jeweils ausdrücklich von einer „antragstellenden Gläubigerin“.

Damit hatten mindestens zwei Insolvenzverfahren ihren Ausgangspunkt in Forderungen von Gläubigern gegen die Gesellschaft.

Wer diese Gläubigerinnen waren und wie hoch die jeweiligen Forderungen ausfielen, wird in den veröffentlichten Beschlüssen nicht genannt.

Abweisung mangels Masse ist ein besonders ernster Befund

Eine Abweisung mangels Masse bedeutet nicht, dass das Gericht festgestellt hätte, die Gesellschaft sei wirtschaftlich gesund.

Im Gegenteil: Das Gericht sieht nicht genügend verwertbares Vermögen, um überhaupt die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu decken.

Dazu gehören insbesondere Gerichtskosten und die Kosten eines Insolvenzverwalters.

Wird kein ausreichender Kostenvorschuss geleistet, kann ein Verfahren deshalb nach § 26 InsO nicht eröffnet werden.

Für Gläubiger ist diese Situation regelmäßig besonders ungünstig, weil kein Insolvenzverwalter eingesetzt wird, der das Vermögen zentral verwertet und eine mögliche Quote verteilt.

Agenta GmbH gehört zum Pflege- und Sozialbereich

Die Agenta GmbH ist keine klassische Handels- oder Vermögensverwaltungsgesellschaft.

Ihr Unternehmensgegenstand liegt im Pflege-, Altenhilfe- und Sozialbereich.

Die Gesellschaft dient der Förderung der Altenhilfe und Wohlfahrtspflege durch die Betreuung, Pflege und Beratung hilfsbedürftiger Menschen im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich.

Dazu darf sie unter anderem Altenpflegeheime, Seniorenwohnheime, Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflegeeinrichtungen, Sozialstationen sowie Einrichtungen des betreuten Wohnens und Wohngemeinschaften errichten, betreiben und verwalten.

Darüber hinaus sieht der Unternehmensgegenstand die Entwicklung neuer medizinischer und pflegerischer Versorgungsstrukturen vor.

Gesellschaft besteht bereits seit 2009

Die Agenta GmbH ist deutlich älter, als ihre aktuelle Eintragung beim Amtsgericht Pinneberg vermuten lässt.

Die Gesellschaft wurde bereits am 6. November 2009 in Berlin eingetragen.

Damals wurde sie beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 122951 B geführt.

Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro.

Damit handelt es sich nicht um eine 2025 neu gegründete Gesellschaft. Ende 2025 erfolgte lediglich die Sitzverlegung von Berlin nach Albersdorf und damit der Wechsel in das Handelsregister des Amtsgerichts Pinneberg.

Früherer Sitz in der Wisbyer Straße in Berlin

Über viele Jahre war die Agenta GmbH unter der Adresse Wisbyer Straße 16/17, 10439 Berlin ansässig.

Diese Adresse ist eng mit einem größeren Unternehmensumfeld aus dem Pflege- und Gesundheitssektor verbunden.

Öffentliche Unternehmensinformationen führten für die Agenta GmbH unter dieser Anschrift auch die Kontaktdaten des Pflegewerk-Umfelds.

Die Gesellschaft wurde dort dem Bereich Pflegeheime beziehungsweise Gesundheits- und Sozialwesen zugeordnet.

Ende 2025 erfolgte dann der Umzug nach Schleswig-Holstein.

Sitzverlegung nach Albersdorf erst im Dezember 2025

Die Verlagerung nach Albersdorf wurde im Dezember 2025 im Handelsregister vollzogen.

Seitdem lautet die Geschäftsanschrift Schulstraße 16, 25767 Albersdorf.

Die bisherige Berliner Registernummer HRB 122951 B wurde durch die neue Eintragung beim Amtsgericht Pinneberg unter HRB 19446 PI ersetzt.

Die Gesellschaft selbst blieb dabei rechtlich dieselbe.

Das ist für die beiden Insolvenzbekanntmachungen wichtig, weil eines der Verfahren noch aus der Zeit beziehungsweise aus Zuständigkeitszusammenhängen des früheren Berliner Sitzes stammt.

Mehrfacher Namenswechsel in der Unternehmensgeschichte

Auch die Firmengeschichte ist ungewöhnlich bewegt.

Die heutige Agenta GmbH trat in der Vergangenheit unter mehreren anderen Namen auf.

Zu den früheren Bezeichnungen gehören:

Pflege Managed Care PMC GmbH

Pflegewerk Manage Care PMC GmbH

Pflegewerk Senioren Centrum Grunewald GmbH

Pflegewerk Service Berlin PW GmbH

Damit war die Gesellschaft über viele Jahre eindeutig in das Pflegewerk-Umfeld eingebunden.

Der heutige Name Agenta GmbH verschleiert diese Historie auf den ersten Blick.

Langjährige Verbindung zum Pflegewerk-Umfeld

Die frühere Geschäftsanschrift in der Wisbyer Straße 16/17 war beziehungsweise ist Standort zahlreicher Gesellschaften aus Pflege, Betreuung, Gesundheitswesen und sozialen Dienstleistungen.

Auch die historische Namensfolge der Agenta GmbH zeigt die enge Verbindung zu diesem Unternehmensumfeld.

Über Jahre gehörte Georgios Giannakopoulos zur Geschäftsführung der Gesellschaft.

Er war bereits seit 2009 Geschäftsführer und ist beziehungsweise war zugleich mit zahlreichen weiteren Pflege- und Gesundheitsgesellschaften verbunden.

Dazu gehören verschiedene Pflegewerk-Gesellschaften, Senioren- und Betreuungseinrichtungen sowie weitere Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich.

Geschäftsführerwechsel Ende 2025

Im Dezember 2025 kam es zu einem deutlichen personellen Wechsel.

Georgios Giannakopoulos schied aus der Geschäftsführung der Agenta GmbH aus.

Zum neuen Geschäftsführer wurde Darius Danny Wuttke bestellt.

Er ist alleinvertretungsberechtigt.

Der Wechsel erfolgte nahezu zeitgleich mit der Sitzverlegung von Berlin nach Albersdorf.

Damit wurden Ende 2025 sowohl die Führung als auch der Unternehmenssitz neu geordnet.

Darius Danny Wuttke mit weiteren Gesellschaften aus dem Pflegeumfeld verbunden

Darius Danny Wuttke ist nicht ausschließlich Geschäftsführer der Agenta GmbH.

Er ist auch mit weiteren Unternehmen aus dem Pflege-, Sozial- und Gesundheitsbereich verbunden.

Dazu gehören unter anderem die Haus Wiesengrund Kellinghusen gGmbH sowie weitere Gesellschaften aus dem Umfeld von Pflege- und Betreuungseinrichtungen.

Auch bei der Pflegewerk Brandenburg GmbH ist er als Geschäftsführer eingetragen.

Damit besteht trotz der Sitzverlagerung nach Albersdorf weiterhin eine deutliche personelle Verbindung zum größeren Pflegewerk-Unternehmensumfeld.

Mehrere verbundene Gesellschaften selbst in Insolvenzverfahren

Im Umfeld von Darius Danny Wuttke und verschiedenen Pflegewerk-Gesellschaften sind 2026 zudem weitere Insolvenzverfahren bekannt geworden.

So wurde beispielsweise über das Vermögen der Pflegewerk Brandenburg GmbH im Januar 2026 eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.

Auch bei der MediCar Berlin GmbH wurde im Mai 2026 eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet; Darius Danny Wuttke wurde dort ebenfalls als Geschäftsführer eingetragen.

Diese Verfahren betreffen jeweils eigenständige juristische Personen.

Aus ihnen kann deshalb nicht automatisch auf die Ursachen oder wirtschaftlichen Verhältnisse der Agenta GmbH geschlossen werden.

Sie zeigen jedoch, dass sich mehrere Gesellschaften aus demselben personellen und pflegewirtschaftlichen Umfeld 2026 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden.

Albersdorfer Adresse ebenfalls mit Pflegegesellschaften verbunden

Auch der neue Standort Schulstraße 16 in Albersdorf weist einen klaren Bezug zum Pflegebereich auf.

Unter derselben Anschrift sind weitere Gesellschaften aus dem Gesundheits- und Sozialwesen registriert.

Dazu gehört beispielsweise die im April 2026 eingetragene PMS GmbH, deren Unternehmensgegenstand ebenfalls Altenhilfe, Pflege und Betreuung hilfsbedürftiger Menschen umfasst.

Auch diese Gesellschaft wird von Darius Danny Wuttke geführt.

Damit wurde offenbar ein Teil des bisherigen Pflege-Unternehmensumfelds nach Albersdorf verlagert beziehungsweise dort neu strukturiert.

Warum trotzdem Charlottenburg entschied

Auf den ersten Blick erscheint es ungewöhnlich, dass eine inzwischen in Albersdorf registrierte Gesellschaft durch das Amtsgericht Charlottenburg insolvenzrechtlich behandelt wurde.

Die gerichtliche Bekanntmachung zum älteren Verfahren nennt ausdrücklich sowohl die frühere Adresse Wisbyer Straße 16/17 in Berlin als auch die spätere Anschrift in Albersdorf.

Dies zeigt, dass der Insolvenzantrag beziehungsweise seine gerichtliche Bearbeitung noch mit dem früheren Berliner Geschäftssitz verbunden war.

Eine Sitzverlagerung während eines bereits anhängigen oder rechtlich begründeten Verfahrens führt nicht zwingend dazu, dass sämtliche vorher begründeten gerichtlichen Zuständigkeiten automatisch entfallen.

Keine Angaben zu Gläubigern und Forderungshöhe

Die Beschlüsse lassen offen, welche Gläubigerinnen die beiden Insolvenzanträge gestellt hatten.

Auch die Höhe der jeweiligen Forderungen wird nicht veröffentlicht.

Damit ist nicht bekannt, ob die Anträge beispielsweise von Lieferanten, Vermietern, Sozialversicherungsträgern, Finanzbehörden oder anderen Anspruchstellern ausgingen.

Ebenso gibt es keine veröffentlichte Gesamtübersicht über sämtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Zwei erfolglose Insolvenzanträge sind auffällig

Dass gegen dieselbe Gesellschaft zwei getrennte Insolvenzantragsverfahren geführt wurden und beide am selben Tag mangels Masse endeten, ist bemerkenswert.

Das zeigt zumindest, dass mehrere Gläubiger eine insolvenzgerichtliche Klärung der Zahlungsfähigkeit beziehungsweise Vermögenssituation für erforderlich hielten.

Die Abweisung mangels Masse bedeutet jedoch nicht, dass diese Gläubigerforderungen damit erloschen wären.

Die Forderungen bestehen grundsätzlich weiter.

Das Problem liegt vielmehr darin, dass kein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wurde, über das eine gemeinschaftliche Befriedigung erfolgen könnte.

Gesellschaft kann trotz Abweisung zunächst weiter im Register bestehen

Eine Abweisung mangels Masse führt bei einer GmbH zu erheblichen gesellschaftsrechtlichen Folgen.

Nach Eintragung der Abweisung im Handelsregister wird die Gesellschaft grundsätzlich gemäß § 60 GmbHG aufgelöst.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie im selben Moment vollständig aus dem Handelsregister verschwindet.

Es folgt vielmehr grundsätzlich die Abwicklungsphase, soweit noch rechtliche Maßnahmen erforderlich sind.

Ob und wann die Agenta GmbH vollständig gelöscht wird, hängt von den weiteren registerrechtlichen Schritten ab.

Keine neue Insolvenz vom September

Für die zeitliche Einordnung ist wichtig:

Die beiden Entscheidungen stammen vom 12. August 2026.

Sie gehören deshalb nicht zu den neuen Insolvenzbekanntmachungen vom 3. oder 4. September 2026.

Es handelt sich um zwei bereits im August entschiedene Gläubigeranträge.

Sollte die Gesellschaft jetzt erneut in einer aktuellen Veröffentlichung auftauchen, müsste geprüft werden, ob es sich lediglich um eine Folgeentscheidung oder um einen weiteren eigenständigen Vorgang handelt.

Pflegegesellschaft mit langer Vorgeschichte vor faktischem Ende

Die wirtschaftliche Situation der Agenta GmbH ist durch die beiden Entscheidungen deutlich geworden.

Die Gesellschaft blickt auf eine Unternehmensgeschichte seit 2009 zurück, war über Jahre Teil eines größeren Berliner Pflege- und Gesundheitsumfelds und wurde erst Ende 2025 nach Albersdorf verlegt.

Wenige Monate später endeten gleich zwei Gläubigeranträge mit der Feststellung, dass nicht genügend Masse vorhanden ist, um ein reguläres Insolvenzverfahren zu finanzieren.

Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 12. August 2026 sowohl im Verfahren 3612 IN 6427/25 als auch im Verfahren 3612 IN 3457/26 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Agenta GmbH mangels Masse abgewiesen.

Damit kam es in beiden Fällen nicht zu einem regulären Insolvenzverfahren.

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