Ein Brief landet im Briefkasten. Angeblich ist eine Rechnung offen. Dazu kommen eine Zahlungsfrist und möglicherweise die Aussicht auf weitere Kosten. Wer jetzt aus Sorge schnell überweist, könnte genau das tun, worauf die Absender spekulieren.
Die Verbraucherzentrale führt aktuell die „BD Inkasso GmbH & Co. KG, 90449 Nürnberg“ mit der Website bd-inkasso.org auf ihrer Schwarzliste für betrügerische Inkassoschreiben. Der Stand der veröffentlichten Liste ist der 21. August 2026.
Die wichtigste Reaktion: Nicht überweisen
Die Warnung der Verbraucherschützer ist ungewöhnlich deutlich: Bei Unternehmen auf dieser Schwarzliste sollen Verbraucher kein Geld überweisen, keine Einzugsermächtigung erteilen und keinen Kontakt über die angegebenen Kontaktdaten aufnehmen. Bei Betrugsverdacht wird außerdem zu einer Strafanzeige geraten.
Das ist deshalb wichtig, weil ein Inkassobrief zunächst bedrohlich wirken kann. Begriffe wie „Forderung“, „Zahlungsfrist“ oder „Inkassokosten“ vermitteln schnell den Eindruck, dass man handeln müsse.
Doch ein professionell aussehender Brief macht eine Forderung noch lange nicht berechtigt.
„BD Inkasso“ steht namentlich auf der Schwarzliste
Im aktuellen Fall müssen Empfänger nicht erst mühsam herausfinden, ob der Absender bereits aufgefallen ist. BD Inkasso GmbH & Co. KG aus Nürnberg und bd-inkasso.org werden von der Verbraucherzentrale ausdrücklich genannt.
Wer einen entsprechenden Brief erhält, sollte deshalb zunächst nichts bezahlen und insbesondere prüfen, ob die angebliche ursprüngliche Forderung überhaupt bekannt ist.
So funktioniert der psychologische Druck
Die Masche solcher Schreiben kann gerade deshalb funktionieren, weil viele Menschen bei dem Wort „Inkasso“ sofort Konsequenzen befürchten. Aus einer unbekannten Rechnung könnten vermeintlich weitere Gebühren oder andere Schwierigkeiten entstehen.
Genau dieser Zeit- und Handlungsdruck ist gefährlich. Statt spontan zu bezahlen, sollten Betroffene zunächst klären, wer angeblich Geld verlangt, woraus die Forderung entstanden sein soll und ob überhaupt jemals ein entsprechender Vertrag geschlossen wurde.
Bei echten Inkassoforderungen bestehen zudem umfangreiche Informationspflichten. Unter anderem müssen Auftraggeber und Forderungsgrund nachvollziehbar angegeben werden. Inkassodienstleister müssen für ihre Tätigkeit außerdem entsprechend registriert sein.
Vorsicht bei ausländischen Bankkonten
Ein zusätzliches Warnsignal kann eine Zahlungsaufforderung auf ein ausländisches Konto sein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich das Land des Kontos anhand der ersten beiden Buchstaben der IBAN erkennen lässt. Eine ausländische IBAN allein beweist zwar noch keinen Betrug, sollte bei einem ohnehin verdächtigen Inkassoschreiben aber Anlass zu besonderer Vorsicht geben.
Schon bezahlt? Dann zählt möglicherweise jede Stunde
Wer eine verdächtige Forderung bereits überwiesen hat, sollte nicht einfach abwarten. Sinnvoll ist es, Belege und das ursprüngliche Schreiben zu sichern und bei Betrugsverdacht schnell zu reagieren. Bei nicht autorisierten oder betrugsbezogenen Zahlungsvorgängen empfiehlt die Verbraucherzentrale unter anderem, Bank beziehungsweise Empfängerbank einzubeziehen und Strafanzeige zu erstatten.
Die wichtigste Botschaft für Empfänger eines Schreibens von „BD Inkasso GmbH & Co. KG“ bleibt damit denkbar einfach:
Der Name steht aktuell auf der Schwarzliste der Verbraucherzentrale. Nicht aus Angst vor höheren Kosten vorschnell zahlen – denn genau diese schnelle Überweisung kann am Ende das eigentliche Problem sein.
Habe heute, unberechtigter Weise, eine Zahlungsaufforderung von AD Inkasso GmbH & Co. KG aus Nürnberg erhalten.