Bei der Windpark Timmaspe Beteiligungs GmbH hat sich die finanzielle Ausstattung 2025 verbessert. Der am 24. August 2026 veröffentlichte Jahresabschluss zeigt steigende Finanzanlagen, mehr liquide Mittel und eine neu ausgewiesene Kapitalrücklage. Gleichzeitig fällt der Jahresverlust deutlich höher aus als 2024.
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 16.063,77 Euro auf 24.076,23 Euro. Das entspricht einem Wachstum von knapp 50 Prozent.
Beteiligungen steigen um 50 Prozent
Die Finanzanlagen wuchsen von 8.000 auf 12.000 Euro und damit um 50 Prozent. Nach den Angaben im Anhang handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen, die zu Anschaffungskosten bilanziert werden.
Damit steckt inzwischen ungefähr die Hälfte des gesamten bilanzierten Vermögens in Konzernbeteiligungen.
Anders als bei mancher Beteiligungsgesellschaft ist jedoch gleichzeitig eine vergleichsweise komfortable Liquiditätsposition vorhanden: Die Bankguthaben erhöhten sich von 8.063,77 Euro auf 12.076,23 Euro.
Das bedeutet: Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft sogar über etwas mehr liquide Mittel als Finanzanlagen.
wpd stärkt die Kapitalbasis
Auf der Passivseite ist vor allem die neue Kapitalrücklage von 10.000 Euro interessant. Im Vorjahr war eine solche Rücklage noch nicht ausgewiesen.
Das gezeichnete Kapital blieb unverändert bei 25.000 Euro.
Insgesamt erhöhte sich das Eigenkapital dadurch von 14.119,27 Euro auf 20.640,18 Euro. Die Eigenkapitalquote liegt damit bei rund 85,7 Prozent.
Auch hier zeigt sich somit eine finanziell weitgehend eigenkapitalfinanzierte Beteiligungsgesellschaft.
Der auffällige Punkt: Verluste nehmen zu
Die positive Entwicklung der Kapitalausstattung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesellschaft weiterhin Verluste produziert.
Der Jahresfehlbetrag stieg von 2.085,23 Euro auf 3.479,09 Euro. Das entspricht einer Zunahme von rund 67 Prozent.
Gleichzeitig erhöhte sich der Verlustvortrag von 8.795,50 Euro auf 10.880,73 Euro.
Zusammen erreichen Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag damit rund 14.360 Euro.
Ohne die zusätzliche Kapitalrücklage wäre die Eigenkapitalposition entsprechend deutlich schwächer.
Rückstellungen steigen ebenfalls kräftig
Eine weitere Veränderung findet sich bei den Rückstellungen. Diese erhöhten sich von 1.944,50 Euro auf 3.436,05 Euro – ein Plus von rund 77 Prozent.
Welche konkreten Verpflichtungen hinter diesem Anstieg stehen, lässt sich aus dem veröffentlichten Anhang nicht erkennen. Dort heißt es lediglich allgemein, dass Rückstellungen für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen gebildet werden.
Verbindlichkeiten werden in der Bilanz dagegen nicht ausgewiesen.
Interessantes Muster bei den wpd-Gesellschaften
Der Abschluss wird besonders interessant im Zusammenhang mit den ebenfalls veröffentlichten Zahlen der Windpark Altenkattbek Beteiligungs GmbH und der Windpark Mühlenfleth Beteiligungs GmbH.
Bei allen drei Gesellschaften zeigt sich 2025 ein ähnliches Grundmuster: Die Kapitalbasis wird gestärkt und gleichzeitig werden Beteiligungen beziehungsweise Finanzanlagen ausgebaut.
Die Dimensionen unterscheiden sich allerdings erheblich. Während Timmaspe Finanzanlagen von 12.000 Euro ausweist und Mühlenfleth bei 59.000 Euro liegt, erreichte Altenkattbek bereits 5,79 Millionen Euro.
Das spricht für sehr unterschiedliche Entwicklungs- oder Investitionsstadien der einzelnen Gesellschaften.
Dr. Gernot Blanke führt auch diese Gesellschaft
Wie bei den anderen genannten Beteiligungsgesellschaften gehört auch die Windpark Timmaspe Beteiligungs GmbH zum Konzern der wpd GmbH in Bremen und wird in deren Konzernabschluss einbezogen.
Geschäftsführer ist ebenfalls Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde am 20. April 2026 festgestellt.
Noch fehlt der entscheidende Ertrag
Die Zahlen zeichnen damit das Bild einer kapitalgestärkten, aber bislang nicht profitablen Beteiligungsgesellschaft.
Die Finanzanlagen steigen, zusätzliches Kapital wurde bereitgestellt und es gibt keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten. Trotzdem erhöht sich der Jahresfehlbetrag um rund zwei Drittel.
Das muss bei einer Beteiligungsgesellschaft nicht zwangsläufig problematisch sein. Entscheidend ist vielmehr, welche Windpark-Beteiligungen hinter den Finanzanlagen stehen, in welcher Entwicklungsphase sich diese befinden und wann daraus Ausschüttungen oder andere Beteiligungserträge entstehen.
Diese Informationen liefert der vorliegende verkürzte Jahresabschluss nicht.
Fazit: Bei der Windpark Timmaspe Beteiligungs GmbH wird 2025 sichtbar investiert: Die Finanzanlagen steigen um 50 Prozent, die Liquidität ebenfalls deutlich und eine neue Kapitalrücklage von 10.000 Euro stärkt die Bilanz. Gleichzeitig wächst der Jahresverlust auf knapp 3.500 Euro. Damit stellt sich für die kommenden Jahre vor allem eine Frage: Wann beginnen die aufgebauten Beteiligungen, Geld zu verdienen?