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Squishies im Trend – Verbraucherschützer warnen vor Risiken

zakiamahsoumi (CC0), Pixabay

Squishies entwickeln sich 2026 erneut zum Trendspielzeug. Die weichen Figuren werden gedrückt, geknetet und gesammelt und profitieren stark von ihrer Präsenz in sozialen Netzwerken. Besonders gefragt sind derzeit Varianten wie „Buns“, „Dumplings“ und „Cubes“. In den USA lagen die Zuwachsraten nach Angaben des Marktforschers Circana in den ersten vier Monaten des Jahres sogar im dreistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ein wichtiger Treiber ist Social Media. Videos, in denen Squishies langsam zusammengedrückt werden und anschließend wieder ihre ursprüngliche Form annehmen, erzielen hohe Reichweiten. Dazu kommt der Sammelfaktor: Manche Figuren werden in Überraschungsverpackungen angeboten, bestimmte Varianten gelten als selten. Das kann zusätzliche Nachfrage erzeugen und hat bei einzelnen Herstellern laut Bericht bereits zu zeitweisen Engpässen geführt.

Unfall in Frankreich wirft Sicherheitsfragen auf

Der Boom hat allerdings eine problematische Seite. In Nordfrankreich erlitt ein achtjähriger Junge im Juli Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und am Oberkörper, nachdem ein mit Gel gefülltes Squishy geplatzt war. Die französische Verbraucherschutzbehörde untersucht das Produkt. Warum es zu dem Unfall kam, ist bislang nicht geklärt.

Deshalb wäre es voreilig, aus dem Vorfall auf eine grundsätzliche Gefährlichkeit aller Squishies zu schließen. Unter dem Begriff werden sehr unterschiedliche Produkte verkauft: Manche bestehen vollständig aus Schaumstoff, andere besitzen eine elastische Hülle und enthalten Gel, Flüssigkeit, Sand oder kleine Kügelchen.

Besonders problematisch: Squishies erhitzen

Ein konkretes Risiko sehen Verbraucherschützer beim Erhitzen der Spielzeuge. In sozialen Medien wird teilweise gezeigt, wie Squishies beispielsweise in der Mikrowelle erwärmt werden, damit sie weicher oder leichter formbar werden.

Davon wird ausdrücklich abgeraten. Flüssigkeit oder Gel im Inneren können sich stark erhitzen. Platzt anschließend die Hülle, kann heißer Inhalt austreten und Verbrennungen verursachen. Ein ähnliches Problem kann entstehen, wenn gefüllte Squishies längere Zeit in einem stark aufgeheizten Auto liegen.

Frühere Untersuchungen zeigen Qualitätsunterschiede

Dass ein genauer Blick auf die Produkte sinnvoll ist, zeigen ältere Untersuchungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das LGL untersuchte 2019 insgesamt 18 Schaumstoff-Squishies auf flüchtige organische Verbindungen. In einer Probe wurde das Lösungsmittel Dimethylformamid in messbarer Menge festgestellt; das betreffende Produkt war zudem durch einen intensiven unangenehmen Geruch aufgefallen.

Vier weitere elastische Quetschbälle mit Gel oder Kügelchen wurden Belastungstests unterzogen. Keines dieser Produkte platzte. Bei zwei Füllungen wurden allerdings mikrobiologische Auffälligkeiten festgestellt. Weil die Hüllen stabil waren, sah die Behörde damals keine konkrete Gesundheitsgefahr.

Das spricht gegen pauschale Alarmmeldungen: Die vorhandenen Befunde zeigen Qualitätsunterschiede einzelner Produkte, belegen aber nicht, dass Squishies als Produktgruppe grundsätzlich gefährlich sind.

Schnelle Trends können zum Qualitätsproblem werden

Interessant ist ein weiterer Punkt: Bei einem plötzlich stark wachsenden Markt drängen viele Anbieter innerhalb kurzer Zeit mit neuen Varianten auf den Markt. Bereits bei einer früheren Squishy-Welle hatte das LGL darauf hingewiesen, dass der hohe Produktions- und Zeitdruck bei schnelllebigen Modespielzeugen zulasten von Qualität und Sicherheit gehen kann.

Gerade bei Produkten für Kinder ist deshalb entscheidend, wer sie herstellt, welche Materialien verwendet werden und wie belastbar die Hülle bei gefüllten Varianten tatsächlich ist. Ein besonders niedriger Preis allein sagt zwar nichts über die Sicherheit aus, bei Produkten unbekannter Herkunft können Verbraucher die Qualität jedoch schwerer einschätzen.

Kritische Einordnung

Der aktuelle Hype sollte weder verharmlost noch dramatisiert werden. Der schwere Unfall in Frankreich ist ernst zu nehmen, stellt bislang aber einen untersuchten Einzelfall dar. Aus dem vorliegenden Bericht ergibt sich kein Nachweis für ein generelles Gesundheitsrisiko durch Squishies.

Vorsicht ist vor allem bei gefüllten Modellen angebracht. Sie sollten weder in die Mikrowelle noch auf Heizkörper gelegt oder längere Zeit großer Hitze ausgesetzt werden. Beschädigte Produkte sollten nicht weiter benutzt werden. Auch ein ungewöhnlich starker chemischer Geruch kann ein Anlass sein, ein Produkt nicht zu verwenden.

Unterm Strich: Squishies sind zunächst Spielzeug – der rasante Social-Media-Hype erhöht aber den Druck auf Hersteller und Händler, immer schneller neue Varianten auf den Markt zu bringen. Genau deshalb lohnt sich bei Produkten für Kinder ein kritischer Blick auf Qualität und Herkunft. Derzeit laufende Untersuchungen in Frankreich dürften zeigen, ob hinter einzelnen Vorfällen ein breiteres Sicherheitsproblem steckt oder ob es sich um problematische Einzelprodukte handelt.

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