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Neue Regeln beim Heizungstausch: Förderung sinkt deutlich

WiR_Pixs (CC0), Pixabay

Wer seine alte Heizung gegen eine klimafreundlichere Anlage austauschen möchte, muss sich seit dem 21. Juli 2026 auf neue Förderbedingungen einstellen. Für viele Haushalte fällt die staatliche Unterstützung künftig spürbar geringer aus. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Brandenburg kann der Zuschuss bei einem typischen Heizungstausch um rund 3.600 Euro sinken.

Trotz der Kürzungen rät die Verbraucherzentrale dazu, beim anstehenden Heizungstausch weiterhin auf erneuerbare Energien zu setzen. Denn nicht nur die staatliche Förderung verändert sich. Auch die langfristigen Kosten fossiler Energieträger könnten für Eigentümer zunehmend zum Problem werden.

Förderfähige Kosten auf 28.000 Euro reduziert

Eine wesentliche Änderung betrifft die maximal förderfähigen Investitionskosten. Diese wurden von bislang 30.000 Euro auf 28.000 Euro gesenkt.

Die Grundförderung beträgt weiterhin 30 Prozent. Gleichzeitig wurde jedoch der sogenannte Klima-Geschwindigkeitsbonus reduziert. Statt bislang bis zu 20 Prozent beträgt dieser nun noch 16 Prozent.

Dabei soll es nicht bleiben: Der Bonus soll künftig alle sechs Monate um weitere vier Prozentpunkte sinken. Wer ohnehin den Austausch einer alten Heizung plant, könnte daher von einem früheren Wechsel stärker profitieren als bei einem späteren Antrag.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale erhielten viele Haushalte bislang insgesamt eine Förderung von etwa 55 Prozent. Unter den neuen Bedingungen seien es häufig nur noch 46 Prozent. Zusammen mit der Absenkung der maximal förderfähigen Investitionskosten führt dies nach Einschätzung der Verbraucherschützer bei vielen Haushalten zu einem Minus von etwa 3.600 Euro.

Haushalte mit niedrigem Einkommen können stärker profitieren

Während die allgemeine Förderung zurückgeht, soll sie zugleich stärker nach dem Einkommen der Haushalte ausgerichtet werden. Dafür wurde der Einkommensbonus weiter differenziert.

Haushalte mit niedrigem Einkommen können dadurch nach Angaben der Verbraucherzentrale künftig eine Förderung von bis zu 80 Prozent erhalten.

Damit können sich erhebliche Unterschiede ergeben. Wie hoch der staatliche Zuschuss tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von der gewählten Heiztechnik, den Investitionskosten, dem Einkommen und den jeweils anwendbaren Bonusregelungen ab.

Ab 2027 droht die nächste deutliche Kürzung

Noch größere Veränderungen sind bereits für das kommende Jahr vorgesehen. Nach den dargestellten Plänen soll die Grundförderung ab dem ersten Quartal 2027 von 30 auf nur noch 15 Prozent sinken.

Gleichzeitig soll die europäische Produktion stärker berücksichtigt werden. Für Wärmepumpen aus EU-Produktion ist demnach ein Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent vorgesehen. Zusammen mit der reduzierten Grundförderung könnten damit weiterhin mindestens 30 Prozent erreicht werden.

Hinter den Änderungen steht nach Angaben der Verbraucherzentrale auch das Ziel der Bundesregierung, die staatlichen Ausgaben für die Heizungsförderung zu reduzieren und gleichzeitig europäische Hersteller stärker zu unterstützen.

Gasheizungen könnten langfristig immer kostspieliger werden

Allein auf die Höhe des staatlichen Zuschusses sollten Eigentümer ihre Entscheidung allerdings nicht stützen. Die Verbraucherzentrale verweist darauf, dass fossile Energieträger langfristig mit zusätzlichen Kosten verbunden sein können.

Eine Rolle spielt dabei insbesondere die CO₂-Bepreisung. Hinzu kommen steigende Anforderungen an klimaneutrale Brennstoffe und mögliche Preisschwankungen infolge geopolitischer Krisen.

Ein weiteres Problem könnte langfristig die Gasinfrastruktur werden. Wenn immer mehr Haushalte auf andere Heizsysteme umsteigen, verteilen sich die Kosten der bestehenden Gasnetze auf eine kleinere Zahl von Anschlussnehmern. Dadurch könnten die Netzentgelte für die verbleibenden Gaskunden steigen. Langfristig ist zudem mit der schrittweisen Stilllegung von Teilen der Gasnetze zu rechnen.

Heizungstausch wird zur langfristigen Investitionsentscheidung

Für Hauseigentümer wird die Entscheidung damit komplizierter. Einerseits sinkt die staatliche Förderung. Andererseits kann das Festhalten an einer fossilen Heizung langfristig mit steigenden Betriebskosten verbunden sein.

Wer ohnehin vor einem Heizungstausch steht, sollte deshalb nicht ausschließlich danach entscheiden, welche Heizungsanlage bei der Anschaffung zunächst am günstigsten erscheint. Entscheidend sind vielmehr die Gesamtkosten über viele Jahre, einschließlich Energieverbrauch, Wartung, CO₂-Kosten und möglicher zukünftiger Netzentgelte.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt deshalb, sich frühzeitig über die neuen Förderbedingungen zu informieren und unabhängig beraten zu lassen. Gerade weil weitere Kürzungen bereits vorgesehen sind, kann der Zeitpunkt des Heizungstauschs erheblichen Einfluss darauf haben, wie viel staatliche Unterstützung am Ende tatsächlich zur Verfügung steht.

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