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Aggressive Haustürwerbung beim Glasfaserausbau: Verbraucherzentrale warnt vor Verkaufsdruck

majo1972 (CC0), Pixabay

Der Ausbau der Glasfasernetze schreitet voran. Gleichzeitig häufen sich Beschwerden über Vertriebsmitarbeiter, die an Haustüren mit hohem Druck versuchen, Verbraucher zu einem schnellen Vertragsabschluss zu bewegen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt insbesondere vor Aussagen, mit denen gezielt Ängste geschürt werden.

Immer wieder werde an der Haustür behauptet, das bisherige Internet über die Telefonleitung werde bald abgeschaltet und Haushalte könnten ohne einen Glasfaservertrag künftig ohne Internet dastehen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist diese Darstellung irreführend.

Eine flächendeckende und unmittelbar bevorstehende Abschaltung der VDSL-Netze gebe es nicht. Die Umstellung von Kupferleitungen auf Glasfaser erfolge schrittweise und mit entsprechenden Vorlaufzeiten. Ein bundesweit einheitlicher Termin für eine Abschaltung von VDSL existiere derzeit nicht.

Glasfaser kann sinnvoll sein – aber nicht unter Zeitdruck

Grundsätzlich hält die Verbraucherzentrale einen Glasfaseranschluss für zukunftsfähig. Gerade beim erstmaligen Ausbau in einer Region könne es sinnvoll sein, das Gebäude direkt anschließen zu lassen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Verbraucher an der Haustür sofort einen Vertrag unterschreiben sollten.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt vielmehr, Angebote und Tarife in Ruhe miteinander zu vergleichen. Gerade bei Haustürgeschäften kann für Vertriebsmitarbeiter ein finanzieller Anreiz bestehen, möglichst teure Tarife oder zusätzliche Optionen zu verkaufen. Diese müssen nicht zwangsläufig zum tatsächlichen Bedarf des Haushalts passen.

Verbraucher sollten deshalb insbesondere auf Laufzeit, monatliche Kosten, einmalige Anschlusskosten, Geschwindigkeit, Zusatzpakete und die Kosten nach Ablauf möglicher Rabattzeiträume achten.

Ein „Nein“ wird offenbar nicht immer akzeptiert

Besonders problematisch sind nach Angaben der Verbraucherzentrale wiederholte Kontaktversuche.

Betroffene berichten, dass Vertriebsmitarbeiter trotz einer klaren Ablehnung erneut an der Haustür erschienen oder weitere Werbeversuche unternommen hätten. Ein ausgesprochenes „Nein“ sei teilweise nicht akzeptiert worden.

Wer keine weiteren Werbeansprachen wünscht, kann der Kontaktaufnahme ausdrücklich widersprechen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz stellt hierfür einen Musterbrief bereit.

Zusätzlich bietet sie einen Aufkleber mit dem Hinweis „Ich kaufe nichts an der Haustür“ an, der an Haus- oder Wohnungstüren angebracht werden kann.

Nicht von angeblicher Dringlichkeit einschüchtern lassen

Verbraucher sollten besonders skeptisch werden, wenn Vertreter behaupten, ein Vertragsabschluss müsse sofort erfolgen oder es gebe nur noch für kurze Zeit die Möglichkeit, einen Anschluss zu erhalten.

Auch Aussagen wie „Ohne Unterschrift haben Sie bald kein Internet mehr“ sollten nicht ungeprüft akzeptiert werden.

Ein seriöser Anbieter muss Verbrauchern die Möglichkeit geben, Vertragsbedingungen in Ruhe zu prüfen. Wer sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte keinen Vertrag an der Haustür abschließen.

Haustürvertrag bereits unterschrieben – was nun?

Auch wenn bereits ein Vertrag an der Haustür abgeschlossen wurde, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Verbraucher daran gebunden sind.

Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen besteht grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht. Wer den Abschluss bereut, sollte daher schnell prüfen, ob der Vertrag noch widerrufen werden kann.

Besonders wichtig ist, sämtliche Vertragsunterlagen, E-Mails und Informationsblätter aufzubewahren.

Glasfaserausbau nicht mit Verkaufsdruck verwechseln

Die Verbraucherzentrale macht deutlich, dass Glasfaser durchaus eine sinnvolle Investition in eine schnelle und zukunftsfähige Internetversorgung sein kann. Entscheidend ist jedoch, dass Verbraucher selbst bestimmen, wann und bei welchem Anbieter sie einen Vertrag abschließen.

Der technische Fortschritt beim Glasfaserausbau rechtfertigt keine aggressiven Verkaufsmethoden. Wer mit Angst vor einer angeblich unmittelbar bevorstehenden Internetabschaltung oder mit massivem Zeitdruck zum Vertragsabschluss gedrängt wird, sollte besonders vorsichtig sein.

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