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SMA Solar zurück in der Gewinnzone: Starkes Signal für die Branche – doch der Gewinn hat einen Haken

slightly_different (CC0), Pixabay

Der Umsatz blieb mit 686,6 Millionen Euro nahezu unverändert. Trotzdem verbesserte sich das Ergebnis massiv. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte SMA Solar noch einen Verlust von 42,4 Millionen Euro ausgewiesen.

Dass bei nahezu stagnierendem Umsatz ein solcher Ergebnissprung gelingt, macht deutlich, dass mehr dahintersteckt als nur eine höhere Nachfrage.

Zwei Sondereffekte bringen mehr als 40 Millionen Euro

Ein wesentlicher Teil der Ergebnisverbesserung geht auf zwei außergewöhnliche Effekte zurück.

SMA Solar erhielt 18,6 Millionen Euro an US-Zollrückerstattungen. Hinzu kamen 22,4 Millionen Euro aus dem Verkauf von Lagerbeständen, die zuvor bereits abgeschrieben worden waren.

Zusammen ergibt das rund 41 Millionen Euro.

Damit entfällt ein erheblicher Teil des ausgewiesenen Gewinns auf Positionen, die sich nicht automatisch in jedem Halbjahr wiederholen lassen.

Für Anleger und Branchenbeobachter ist deshalb wichtig, zwischen dem gemeldeten Gewinn und der nachhaltigen operativen Ertragskraft zu unterscheiden.

Positiv: Das Kerngeschäft verbessert sich ebenfalls

Trotz der Sondereffekte ist die Entwicklung nicht ausschließlich bilanzieller Natur.

Vor allem das Geschäft mit Haus- und Gewerbeanlagen hat sich verbessert. Nach Unternehmensangaben stieg die Nachfrage in diesem Bereich um fast 25 Prozent.

Das ist für die deutsche Solarbranche durchaus relevant.

Gerade der Markt für private und kleinere gewerbliche Photovoltaikanlagen hatte zuletzt mit starkem Wettbewerb, sinkenden Komponentenpreisen und teilweise zurückhaltenden Investitionsentscheidungen zu kämpfen.

Dass SMA Solar ausgerechnet in diesem Segment wieder stärker wächst, spricht dafür, dass die Nachfrage nach PV-Technik weiterhin vorhanden ist.

Warum Wechselrichter so wichtig sind

SMA Solar produziert nicht die Solarmodule selbst, sondern vor allem Wechselrichter.

Diese Geräte gehören zu den zentralen Komponenten einer Photovoltaikanlage. Solarmodule erzeugen Gleichstrom. Haushalte und öffentliche Stromnetze arbeiten dagegen mit Wechselstrom.

Der Wechselrichter übernimmt genau diese Umwandlung.

Hinzu kommen bei modernen Geräten weitere Funktionen wie Anlagenüberwachung, Netzsteuerung, Kommunikation mit Batteriespeichern und teilweise Energiemanagement.

Fällt ein Wechselrichter aus, kann die Stromproduktion einer Anlage erheblich eingeschränkt oder vollständig unterbrochen werden.

Für bestehende Kunden ist die Rückkehr in die Gewinnzone relevant

Für Verbraucher, die bereits SMA-Technik installiert haben, ist die wirtschaftliche Stabilität des Herstellers durchaus wichtig.

Photovoltaikanlagen werden meist auf Laufzeiten von 20 Jahren und mehr ausgelegt. Während dieser Zeit können Service, Software, Ersatzteile oder ein Austausch des Wechselrichters notwendig werden.

Ein finanziell stabiler Hersteller kann für Kunden deshalb grundsätzlich von Vorteil sein.

Allerdings bedeutet ein gutes Halbjahresergebnis nicht automatisch, dass sämtliche langfristigen Risiken verschwunden sind. Entscheidend wird sein, ob SMA Solar auch ohne außergewöhnliche Erträge dauerhaft profitabel wirtschaften kann.

Keine unmittelbare Entlastung bei den Preisen

Für Verbraucher hat die Gewinnmeldung allerdings keinen direkten Einfluss auf die Preise neuer Solaranlagen.

Wer derzeit eine Photovoltaikanlage plant, sollte deshalb nicht erwarten, dass Wechselrichter oder komplette Anlagen aufgrund der besseren SMA-Zahlen kurzfristig günstiger oder teurer werden.

Der Markt wird wesentlich stärker durch weltweite Produktionskapazitäten, Konkurrenz aus Asien, Lagerbestände, Zinsen und Installationskosten beeinflusst.

Chinesische Konkurrenz bleibt der große Druckfaktor

Die Solarindustrie steht weiterhin unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

Besonders chinesische Hersteller können viele Komponenten zu niedrigen Preisen anbieten. Dadurch sind die Kosten für Solarmodule und teilweise auch für Wechselrichter in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Für Verbraucher ist dieser Wettbewerb zunächst positiv, weil Solartechnik günstiger wird.

Für Hersteller bedeutet er dagegen sinkende Margen und einen permanenten Kostendruck.

SMA Solar muss deshalb nicht nur technologisch überzeugen, sondern seine Produkte auch zu Preisen anbieten, die gegenüber asiatischen Konkurrenten konkurrenzfähig bleiben.

Die Jahresprognose wurde angehoben

Der Vorstand blickt inzwischen optimistischer auf das Gesamtjahr.

SMA Solar erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 1,625 und 1,725 Milliarden Euro.

Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – dem EBITDA – rechnet das Unternehmen mit 180 bis 230 Millionen Euro.

Sollte SMA diese Ziele erreichen, wäre die Verbesserung also nicht nur auf das erste Halbjahr beschränkt.

Entscheidend wird allerdings sein, welcher Anteil des Jahresergebnisses tatsächlich aus dem laufenden operativen Geschäft stammt.

Was bedeutet das für die gesamte Solarbranche?

Von SMA Solar allein lässt sich nicht auf die komplette Photovoltaikbranche schließen.

Der Markt besteht aus Modulherstellern, Wechselrichterproduzenten, Speicheranbietern, Installateuren, Projektentwicklern und zahlreichen Dienstleistern. Die wirtschaftliche Situation kann sich innerhalb dieser Gruppen erheblich unterscheiden.

Trotzdem sendet die Entwicklung ein interessantes Signal: Zumindest im Segment der Haus- und Gewerbeanlagen scheint die Nachfrage robuster zu sein, als es die schwierige Wettbewerbslage vermuten lässt.

Für Hausbesitzer bleibt die Wirtschaftlichkeit der eigenen Anlage entscheidend

Wer über eine Solaranlage nachdenkt, sollte seine Entscheidung allerdings nicht von den Halbjahreszahlen eines einzelnen Herstellers abhängig machen.

Entscheidend sind vielmehr der eigene Stromverbrauch, Dachfläche und Ausrichtung, Anschaffungskosten, Finanzierung, Strompreis, möglicher Batteriespeicher sowie die erwartete Lebensdauer der Komponenten.

Auch Garantien und Servicebedingungen verdienen Aufmerksamkeit.

Ein günstiger Wechselrichter kann am Ende teuer werden, wenn Ersatzteile oder Service fehlen. Umgekehrt rechtfertigt ein bekannter Hersteller nicht automatisch jeden Preisaufschlag.

Fazit: Bessere Zahlen – aber nicht nur wegen des Solargeschäfts

Die Rückkehr von SMA Solar in die Gewinnzone ist grundsätzlich positiv. Aus einem Verlust von 42,4 Millionen Euro wurde innerhalb eines Jahres ein Gewinn von 72,8 Millionen Euro.

Doch die Zahlen sollten differenziert betrachtet werden.

Rund 41 Millionen Euro stammen allein aus Zollrückerstattungen und dem Verkauf zuvor abgeschriebener Lagerbestände. Diese Effekte sind nicht beliebig wiederholbar.

Ermutigend ist deshalb weniger der absolute Gewinn als die Tatsache, dass sich auch das operative Geschäft verbessert hat – besonders bei Haus- und Gewerbeanlagen.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Ein wichtiger deutscher Anbieter von Solartechnik steht finanziell wieder stabiler da.

Ob daraus eine nachhaltige Trendwende wird, entscheidet sich jedoch erst dann, wenn SMA Solar auch ohne außergewöhnliche Sondereffekte dauerhaft profitabel bleibt.

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