Die EDI Windpark GmbH hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Schulden deutlich zurückgeführt. Zum 31. Dezember weist die Gesellschaft Verbindlichkeiten von 2.654.451,38 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 3.247.210,10 Euro.
Damit wurden die bilanzierten Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um 592.758,72 Euro beziehungsweise rund 18 Prozent reduziert.
Die Entwicklung zeigt sich auch bei der Bilanzsumme. Diese sank von knapp 3,60 Millionen Euro Ende 2024 auf rund 3,02 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Das entspricht einem Rückgang um knapp 576.000 Euro oder etwa 16 Prozent.
Bei einem Windparkunternehmen muss eine sinkende Bilanzsumme allerdings nicht zwangsläufig auf eine schrumpfende Geschäftstätigkeit hindeuten. Ein wesentlicher Faktor sind die laufenden Abschreibungen auf die Windenergieanlagen sowie die Tilgung der für deren Finanzierung aufgenommenen Kredite.
Genau diese Entwicklung lässt sich zumindest teilweise in der Bilanz der EDI Windpark GmbH erkennen.
Das Anlagevermögen sank von 2.697.363 Euro auf 2.392.495 Euro. Verantwortlich dafür war ausschließlich der Rückgang der Sachanlagen. Diese verminderten sich von 2.667.363 Euro auf 2.362.495 Euro.
Das entspricht einer Verringerung um 304.868 Euro.
Nach Angaben des Unternehmens werden die abnutzbaren Sachanlagen über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Finanzanlagen blieben dagegen unverändert bei 30.000 Euro.
Die Bilanz zeigt damit eine für eine Windpark-Projektgesellschaft charakteristische Struktur: Auf der Aktivseite dominieren die Sachanlagen, während auf der Passivseite langfristige Finanzierungen eine zentrale Rolle spielen.
Besonders interessant ist deshalb die Entwicklung der Verbindlichkeiten.
Von den insgesamt rund 2,65 Millionen Euro haben 852.031,41 Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Ende 2024 waren kurzfristig noch knapp 1,10 Millionen Euro fällig.
Auch dieser Betrag ging deutlich zurück – um rund 245.000 Euro.
Weitere 1.802.419,97 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Vorjahr waren es noch 2.150.348,25 Euro.
Damit wurden auch die längerfristigen Verpflichtungen erheblich reduziert.
Noch deutlicher wird der Fortschritt bei den sehr langfristigen Verbindlichkeiten. Ende 2025 bestanden Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von 693.596,85 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.041.525,13 Euro.
Der Betrag ist damit innerhalb eines Jahres um rund 348.000 Euro beziehungsweise etwa ein Drittel gesunken.
Die Zahlen sprechen dafür, dass sich die Gesellschaft in einer Phase des laufenden Schuldenabbaus befindet. Wie hoch die tatsächlichen Tilgungsleistungen im Geschäftsjahr waren und welche weiteren Veränderungen die Verbindlichkeiten beeinflusst haben, lässt sich aus der Bilanz allein allerdings nicht vollständig ableiten.
Die Finanzierung ist umfangreich abgesichert.
Nach Angaben im Jahresabschluss sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter anderem durch die Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen abgesichert. Hinzu kommen Dienstbarkeiten sowie Eintrittsrechte in Nutzungs-, Pacht- und Gestattungsverträge.
Darüber hinaus wurden Rechte und Ansprüche aus dem Betrieb der Windenergieanlagen abgetreten und Guthaben verpfändet.
Solche Sicherheiten sind bei der Projektfinanzierung von Windenergieanlagen von erheblicher Bedeutung. Die finanzierenden Banken sichern damit ihre Forderungen nicht nur über die technischen Anlagen selbst, sondern auch über wesentliche Rechte und Einnahmeströme des Windparkbetriebs ab.
Im Anhang wird der Gesamtbetrag der durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten bilanzierten Verbindlichkeiten mit 2.150.348,25 Euro angegeben.
Damit ist ein erheblicher Teil der gesamten Verschuldung besichert.
Neben den Bankverbindlichkeiten gibt es außerdem Verpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern. Diese beliefen sich Ende 2025 auf 450.805,95 Euro.
Auch hier ist ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Ende 2024 waren noch 596.598,35 Euro ausgewiesen worden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern verringerten sich damit um rund 145.800 Euro beziehungsweise gut 24 Prozent.
Während die Schulden zurückgehen, hat sich allerdings auch die Liquiditätsposition des Unternehmens deutlich verändert.
Zum 31. Dezember 2025 verfügte die EDI Windpark GmbH über Bankguthaben beziehungsweise liquide Mittel von 298.776,67 Euro. Ende 2024 waren es noch 576.625,22 Euro.
Innerhalb eines Jahres haben sich die ausgewiesenen liquiden Mittel damit um 277.848,55 Euro beziehungsweise rund 48 Prozent reduziert.
Das ist eine der auffälligsten Veränderungen des Jahresabschlusses.
Aus dem Rückgang allein lässt sich jedoch nicht schließen, dass sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens entsprechend verschlechtert hat. Ein Abbau von Bankguthaben kann beispielsweise mit Tilgungen, Investitionen, Ausschüttungen oder anderen Zahlungsströmen zusammenhängen. Welche Faktoren im konkreten Fall ausschlaggebend waren, lässt sich anhand der veröffentlichten Bilanz nicht abschließend feststellen.
Die Entwicklung sollte dennoch zusammen mit den kurzfristigen Verpflichtungen betrachtet werden.
Den liquiden Mitteln von knapp 299.000 Euro stehen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr von rund 852.000 Euro gegenüber. Zusätzlich bestehen Rückstellungen.
Allerdings verfügt die Gesellschaft neben ihren Bankguthaben über kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 130.566,13 Euro.
Diese haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Ende 2024 waren es 110.954,06 Euro. Sämtliche Forderungen sind nach Unternehmensangaben innerhalb eines Jahres fällig.
Insgesamt beträgt das Umlaufvermögen damit 429.342,80 Euro. Im Vorjahr waren es noch 687.579,28 Euro.
Damit liegt das ausgewiesene Umlaufvermögen deutlich unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten von 852.031,41 Euro. Für eine belastbare Beurteilung der Liquidität reicht diese Stichtagsbetrachtung jedoch nicht aus. Bei einem laufenden Windparkbetrieb spielen insbesondere regelmäßige operative Einnahmen und die zeitliche Struktur der Kreditraten eine wichtige Rolle.
Auffällig ist außerdem die Entwicklung der Rückstellungen. Diese erhöhten sich von 89.832 Euro auf 106.818,44 Euro. Das entspricht einem Anstieg um knapp 17.000 Euro beziehungsweise rund 19 Prozent.
Welche einzelnen Risiken oder Verpflichtungen hinter den Rückstellungen stehen, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher aufgeschlüsselt.
Hinzu kommen Verpflichtungen, die überhaupt nicht als Verbindlichkeiten in der Bilanz erscheinen.
Die EDI Windpark GmbH weist im Anhang sonstige finanzielle Verpflichtungen von 382.814,12 Euro aus. Diese resultieren aus Miet-, Pacht-, Dienst-, Nutzungs- und Leasingverträgen.
Für die wirtschaftliche Betrachtung des Unternehmens ist dieser Betrag relevant. Denn zusätzlich zu den bilanzierten Verbindlichkeiten von rund 2,65 Millionen Euro bestehen damit vertragliche finanzielle Verpflichtungen von knapp 383.000 Euro.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Beträge kurzfristig bezahlt werden müssen. Die Angaben zeigen vielmehr Verpflichtungen aus bestehenden Vertragsverhältnissen, deren Zahlungen sich je nach Vertragsgestaltung über unterschiedliche Zeiträume verteilen können.
Das Eigenkapital der EDI Windpark GmbH blieb unverändert bei 260.000 Euro. Es entspricht vollständig dem gezeichneten Kapital.
Für 2025 wird weder ein Jahresüberschuss noch ein Jahresfehlbetrag ausgewiesen. Das Jahresergebnis beträgt – ebenso wie im Vorjahr – null Euro.
Warum das Ergebnis genau ausgeglichen ist, lässt sich anhand der veröffentlichten Bilanz und des Anhangs nicht nachvollziehen. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Umsätzen, Stromerlösen, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und sonstigen Kosten liegt in den bereitgestellten Daten nicht vor.
Deshalb wäre es spekulativ, aus dem Nullergebnis unmittelbar auf die operative Ertragskraft des Windparks zu schließen.
Die Eigenkapitalquote liegt zum Jahresende bei rund 8,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es aufgrund der höheren Bilanzsumme rund 7,2 Prozent.
Die Quote hat sich damit verbessert, obwohl sich das absolute Eigenkapital nicht verändert hat. Ursache ist vor allem die gesunkene Bilanzsumme.
Dennoch bleibt das Unternehmen stark fremdfinanziert. Rund 88 Prozent der Bilanzsumme entfallen rechnerisch auf Verbindlichkeiten.
Bei der Interpretation muss allerdings die besondere Finanzierungsstruktur von Windenergieprojekten berücksichtigt werden. Windenergieanlagen werden häufig über langfristige Projektfinanzierungen finanziert, deren Kredite während der Betriebszeit aus den laufenden Einnahmen zurückgeführt werden.
Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dürfte deshalb entscheidend sein, ob die Windenergieanlagen genügend laufende Mittel erwirtschaften, um Zinsen, Tilgung, Pacht-, Wartungs- und Betriebskosten dauerhaft zu bedienen.
Über die tatsächlichen Stromerlöse oder die produzierte Strommenge enthält der vorliegende Jahresabschluss keine Angaben.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Gesellschaft trotz eines Sachanlagevermögens von mehr als 2,36 Millionen Euro keine eigenen Arbeitnehmer beschäftigt.
Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten lag sowohl 2025 als auch im Vorjahr bei null.
Das deutet darauf hin, dass wesentliche Tätigkeiten rund um Betrieb, Verwaltung und technische Betreuung durch externe Dienstleister oder andere Gesellschaften wahrgenommen werden könnten. Der Jahresabschluss bestätigt eine konkrete Organisationsstruktur allerdings nicht.
Die EDI Windpark GmbH hat ihren Sitz in Ihlow und ist beim Amtsgericht Aurich unter der Handelsregisternummer HRB 202662 eingetragen.
Geschäftsführer ist Ulrich Kubatschek, der den Jahresabschluss am 8. Juli 2026 unterzeichnete. Am selben Tag wurde der Abschluss festgestellt.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz 2025 vor allem einen fortschreitenden Abbau der Finanzierung.
Die Verbindlichkeiten sanken um knapp 593.000 Euro auf 2,65 Millionen Euro. Besonders die langfristigen Schulden gingen deutlich zurück. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern wurden um fast ein Viertel reduziert.
Gleichzeitig hat dieser Prozess eine Kehrseite: Die verfügbaren Bankguthaben sind innerhalb eines Jahres von rund 577.000 Euro auf knapp 299.000 Euro gefallen. Das Umlaufvermögen ist ebenfalls deutlich zurückgegangen.
Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre wird daher sein, wie sich der Schuldenabbau, die Liquidität und die wirtschaftliche Leistung der Windenergieanlagen entwickeln.
Der Jahresabschluss zeigt jedenfalls ein Unternehmen, dessen Anlagenwert und Verschuldung Schritt für Schritt sinken. Ob dies allein Ausdruck eines planmäßigen Verlaufs der Windparkfinanzierung ist und wie profitabel der eigentliche Betrieb arbeitet, lässt sich aus den veröffentlichten Bilanzdaten jedoch nicht abschließend beurteilen.