Die Windpark „Sönnebüll“ GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Bilanz deutlich verkürzt. Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft eine Bilanzsumme von 2.638.548,75 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 3.773.275,01 Euro.
Damit ist die Bilanzsumme innerhalb von zwölf Monaten um rund 1,13 Millionen Euro beziehungsweise etwa 30 Prozent zurückgegangen.
Hinter dieser Entwicklung stehen erhebliche Veränderungen sowohl auf der Vermögens- als auch auf der Finanzierungsseite. Besonders deutlich gingen die liquiden Mittel und die Verbindlichkeiten zurück.
Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben und liquide Mittel von 1.344.217,77 Euro. Ende 2024 waren es noch 2.098.924,44 Euro.
Damit reduzierte sich der Bestand an liquiden Mitteln innerhalb eines Jahres um 754.706,67 Euro – ein Rückgang von rund 36 Prozent.
Trotz dieses deutlichen Abflusses verfügt die Windparkgesellschaft zum Bilanzstichtag weiterhin über einen erheblichen Bestand an liquiden Mitteln. Mehr als die Hälfte der gesamten Aktivseite besteht aus Bankguthaben.
Auch bei den Forderungen zeigt sich ein kräftiger Rückgang. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken von 536.962,21 Euro auf 249.092,82 Euro.
Das entspricht einer Verringerung um rund 287.900 Euro beziehungsweise knapp 54 Prozent.
Insgesamt reduzierte sich das Umlaufvermögen damit von 2.635.886,65 Euro auf 1.593.310,59 Euro. Innerhalb eines Jahres ging dieser Bilanzposten um mehr als eine Million Euro zurück.
Parallel dazu verändert sich auch das Anlagevermögen.
Dieses sank von 1.110.925,36 Euro Ende 2024 auf 965.866,98 Euro zum Jahresende 2025.
Besonders deutlich ist der Rückgang beim Sachanlagevermögen. Der Buchwert der Sachanlagen verringerte sich von 901.425,36 Euro auf 652.272,36 Euro. Das entspricht einem Minus von 249.153 Euro beziehungsweise knapp 28 Prozent.
Nach Angaben im Jahresabschluss werden die abnutzbaren Sachanlagen linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Ein Teil des Rückgangs dürfte daher auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen sein. Ob daneben Anlagenabgänge oder andere Veränderungen eine Rolle spielten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Während die Sachanlagen deutlich an Wert verlieren, entwickelt sich eine andere Position in die entgegengesetzte Richtung.
Die Finanzanlagen stiegen von 209.500 Euro auf 313.594,62 Euro. Das entspricht einer Zunahme von 104.094,62 Euro beziehungsweise knapp 50 Prozent.
Welche konkreten Beteiligungen oder sonstigen Finanzanlagen hinter diesem Betrag stehen und warum sich die Position 2025 erhöht hat, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher erläutert.
Auffällig ist außerdem der starke Anstieg der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Diese erhöhten sich von 26.463 Euro auf 79.371,18 Euro und haben sich damit innerhalb eines Jahres ungefähr verdreifacht.
Solche Abgrenzungsposten entstehen grundsätzlich, wenn Zahlungen bereits erfolgt sind, der entsprechende Aufwand aber wirtschaftlich einer späteren Periode zuzurechnen ist.
Auf der Passivseite fällt vor allem der erhebliche Abbau der Verbindlichkeiten ins Auge.
Ende 2024 standen noch 3.204.460,75 Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2025 waren es 2.289.186,55 Euro.
Damit gingen die Verbindlichkeiten um 915.274,20 Euro beziehungsweise knapp 29 Prozent zurück.
Besonders bemerkenswert ist dabei, wem das Unternehmen einen Großteil dieses Geldes schuldet.
Von den insgesamt rund 2,29 Millionen Euro Verbindlichkeiten entfallen 2.137.438,60 Euro auf Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern.
Ein Jahr zuvor waren es sogar 3.121.355,86 Euro.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern wurden damit innerhalb eines Jahres um 983.917,26 Euro reduziert. Das entspricht einem Rückgang um knapp 32 Prozent.
Trotz dieser deutlichen Verringerung dominieren die Gesellschafterverbindlichkeiten weiterhin die Passivseite der Bilanz. Rund 93 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten bestehen gegenüber den Gesellschaftern.
Das ist für die Beurteilung der Kapitalstruktur von erheblicher Bedeutung. Denn die Gesellschaft ist zwar formal stark fremdfinanziert, ein sehr großer Teil dieser Fremdfinanzierung stammt jedoch aus dem Kreis der eigenen Gesellschafter.
Aus dem Jahresabschluss geht nicht hervor, um welche konkreten Arten von Gesellschafterverbindlichkeiten es sich handelt und zu welchen Konditionen diese bestehen.
Auffällig ist zudem die ausgewiesene Restlaufzeit: Sämtliche Verbindlichkeiten in Höhe von 2.289.186,55 Euro werden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr angegeben.
Damit stehen den kurzfristig ausgewiesenen Verbindlichkeiten von rund 2,29 Millionen Euro ein Umlaufvermögen von rund 1,59 Millionen Euro gegenüber.
Rein anhand dieser Bilanzpositionen ergibt sich eine Differenz von knapp 696.000 Euro.
Eine solche Stichtagsbetrachtung reicht jedoch nicht aus, um daraus unmittelbar auf Zahlungsprobleme zu schließen. Gerade bei Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern können Zahlungsmodalitäten, Verlängerungen, Stundungen oder andere Vereinbarungen eine wesentliche Rolle spielen. Dazu enthält der vorliegende Abschluss keine näheren Informationen.
Bemerkenswert ist dennoch, dass die Gesellschaft gleichzeitig über Bankguthaben von rund 1,34 Millionen Euro verfügt.
Damit besitzt der Windpark zum Bilanzstichtag eine erhebliche Liquiditätsreserve, auch wenn diese gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen ist.
Ein weiterer großer Posten sind die Rückstellungen.
Diese reduzierten sich von 490.103,20 Euro Ende 2024 auf 280.639,20 Euro zum Jahresende 2025.
Das entspricht einem Rückgang um 209.464 Euro beziehungsweise rund 43 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens enthalten die Rückstellungen unter anderem noch nicht veranlagte Steuern des Geschäftsjahres sowie weitere ungewisse Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Rückstellungen wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht veröffentlicht.
Interessant ist außerdem die Entwicklung der latenten Steuern.
Ende 2024 wurden noch passive latente Steuern von 9.405,06 Euro ausgewiesen. Zum Jahresende 2025 steht diese Position bei null.
Passive latente Steuern können entstehen, wenn sich handelsrechtliche und steuerrechtliche Wertansätze unterscheiden und daraus künftig eine steuerliche Belastung resultieren kann. Warum die im Vorjahr ausgewiesene Position 2025 vollständig weggefallen ist, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben nicht nachvollziehen.
Das Eigenkapital blieb dagegen vollständig unverändert.
Die Windpark „Sönnebüll“ GmbH & Co. KG weist zum 31. Dezember 2025 Eigenkapital von 59.400 Euro aus. Dieser Betrag entspricht den Kapitalanteilen der Kommanditisten.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.
Auch 2024 lag das Eigenkapital bei exakt 59.400 Euro.
Auf den ersten Blick erscheint die Eigenkapitalausstattung im Verhältnis zur Bilanzsumme ausgesprochen niedrig. Rechnerisch beträgt die Eigenkapitalquote Ende 2025 lediglich rund 2,25 Prozent.
Im Vorjahr lag sie aufgrund der höheren Bilanzsumme sogar nur bei etwa 1,6 Prozent.
Die rechnerische Eigenkapitalquote hat sich somit verbessert, allerdings ausschließlich deshalb, weil die Bilanzsumme erheblich geschrumpft ist. Das absolute Eigenkapital hat sich nicht verändert.
Für die wirtschaftliche Bewertung einer GmbH & Co. KG sollte diese Kennzahl jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Besonders relevant ist im Fall des Windparks, dass zusätzlich mehr als 2,1 Millionen Euro an Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern bestehen.
Je nach Ausgestaltung solcher Finanzierungen kann die wirtschaftliche Bedeutung von Gesellschafterdarlehen anders zu beurteilen sein als diejenige klassischer Bankverbindlichkeiten. Über Rang, Verzinsung oder Rückzahlungsbedingungen macht der veröffentlichte Abschluss jedoch keine Angaben.
Eine weitere Besonderheit des Jahresabschlusses ist, dass kein Bilanzgewinn und kein Bilanzverlust ausgewiesen wird.
Aus der vorliegenden Bilanz lässt sich deshalb nicht erkennen, wie hoch der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag des Windparks im Geschäftsjahr 2025 tatsächlich war.
Das bedeutet insbesondere, dass aus dem unveränderten Eigenkapital nicht geschlossen werden kann, der Windpark habe weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet. Bei Personengesellschaften können Ergebnisse den Gesellschafterkonten zugerechnet oder entsprechend der gesellschaftsvertraglichen Regelungen behandelt werden.
Für eine Analyse der tatsächlichen Ertragslage wären daher insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie weitere Angaben zur Ergebnisverwendung erforderlich.
Der veröffentlichte Abschluss liefert dagegen einen guten Einblick in die Vermögens- und Finanzierungsstruktur.
Dabei fällt insbesondere die Kombination aus sinkendem Sachanlagevermögen, deutlich reduzierten Verbindlichkeiten und gleichzeitig kräftig gesunkenen Bankguthaben auf.
Das Bild könnte zu einem Windpark passen, dessen Anlagen über die Jahre abgeschrieben werden und bei dem zugleich Finanzierungen beziehungsweise Gesellschafterforderungen zurückgeführt werden. Ob dies tatsächlich die Ursache der Veränderungen ist, lässt sich ohne weitere Unterlagen jedoch nicht abschließend feststellen.
Interessant wird deshalb die weitere Entwicklung des Sachanlagevermögens.
Mit einem Buchwert von 652.272,36 Euro ist dieser Posten gegenüber dem Vorjahr bereits erheblich gesunken. Sollte sich der Rückgang in ähnlicher Größenordnung fortsetzen, würde der bilanzielle Wert der bestehenden Sachanlagen in den kommenden Jahren weiter deutlich abnehmen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch der tatsächliche Marktwert oder die technische Leistungsfähigkeit der Windenergieanlagen entsprechend sinkt. Bilanzielle Buchwerte werden wesentlich durch die ursprünglichen Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten und die vorgenommenen Abschreibungen bestimmt.
Für die wirtschaftliche Zukunft eines Windparks sind andere Faktoren mindestens ebenso wichtig: die verbleibende technische Nutzungsdauer der Anlagen, Stromproduktion, Strompreise, Wartungs- und Reparaturkosten, Pachtverträge sowie mögliche Investitionen in neue Anlagen.
Zu diesen Punkten enthält der vorliegende Jahresabschluss keine näheren Angaben.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Sönnebüll im Kreis Nordfriesland und ist beim Registergericht Flensburg unter der Handelsregisternummer 6129 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Bestimmungen für kleine Personengesellschaften aufgestellt.
Unterzeichnet wurde er am 9. Juli 2026 von Hans-Ulrich Martensen. Nach den veröffentlichten Angaben war der Jahresabschluss bereits am 3. Juni 2026 festgestellt worden.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz 2025 eine Windparkgesellschaft in deutlicher bilanzieller Bewegung.
Die Bilanzsumme sank um rund 1,13 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten wurden um mehr als 915.000 Euro reduziert. Besonders stark gingen die Verpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern zurück: von rund 3,12 Millionen auf 2,14 Millionen Euro.
Gleichzeitig sank das Bankguthaben um rund 755.000 Euro auf 1,34 Millionen Euro. Auch der Buchwert der Sachanlagen verringerte sich deutlich.
Damit bleibt für die kommenden Geschäftsjahre vor allem eine Frage interessant: Wie lange kann und soll der bestehende Windpark in seiner derzeitigen Form weiterbetrieben werden – und was geschieht anschließend mit dem erheblichen Finanzvermögen und der Finanzierung durch die Gesellschafter?
Eine Antwort darauf liefert der Jahresabschluss 2025 noch nicht. Er zeigt jedoch deutlich, dass Vermögen und Verpflichtungen des Windparks innerhalb nur eines Geschäftsjahres erheblich zurückgegangen sind.