Wer vor dem Urlaub einen kurzen Rundgang durch die Wohnung macht, kann nicht nur Energie sparen, sondern auch unnötige Stromkosten vermeiden. Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt, Elektrogeräte gezielt vom Netz zu trennen und Heiz- sowie Kühltechnik auf die Abwesenheit vorzubereiten. Gerade während längerer Reisen lassen sich dadurch spürbare Einsparungen erzielen.
Nach Angaben der Verbraucherschützer kann der reine Standby-Betrieb in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt bis zu 20 Prozent der jährlichen Stromkosten verursachen. Bei einem Jahresverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden und einem Strompreis von rund 37 Cent pro Kilowattstunde summiert sich dies auf mehrere Hundert Euro pro Jahr.
Allerdings sollte nicht einfach die Hauptsicherung ausgeschaltet werden. Einige Geräte müssen auch während der Urlaubszeit weiter mit Strom versorgt werden. Dazu gehören beispielsweise Kühlschränke mit medizinisch notwendigen Medikamenten, Alarmanlagen oder Überwachungssysteme.
Ein besonders großes Sparpotenzial bieten Warmwasserboiler und Heizungen. Wer mehrere Tage oder Wochen verreist, kann diese Anlagen in der Regel abschalten oder in den Urlaubsmodus versetzen. Nach der Rückkehr empfiehlt die Verbraucherzentrale, aus jedem Wasserhahn zunächst etwa zehn Liter Wasser ablaufen zu lassen. Dadurch wird das Risiko einer Legionellenbildung reduziert. Das abgelassene Wasser kann anschließend zum Gießen von Garten- oder Balkonpflanzen verwendet werden.
Auch bei der Unterhaltungselektronik lohnt sich ein genauer Blick. Fernseher, Computer, Spielekonsolen und viele andere Geräte verbrauchen selbst im Standby-Modus weiterhin Strom. Besonders komfortabel gelingt das vollständige Abschalten mit schaltbaren Steckdosenleisten.
Oft übersehen werden Router, WLAN-Repeater und Festnetztelefone. Wer während des Urlaubs keine Internetverbindung oder Fernüberwachung benötigt, kann diese Geräte ebenfalls ausschalten. Ein dauerhaft betriebener Router verursacht im Laufe eines Jahres Stromkosten von bis zu rund 40 Euro.
Bei längeren Reisen empfiehlt es sich außerdem, den Kühlschrank möglichst leer zu räumen und das Gefrierfach abzutauen. Bereits eine etwa einen Zentimeter dicke Eisschicht kann den Stromverbrauch eines Gefriergeräts um bis zu 15 Prozent erhöhen. Regelmäßiges Abtauen spart daher nicht nur Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Geräts.
Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Stromverbrauch während der Urlaubszeit deutlich senken. Wer Standby-Geräte konsequent ausschaltet, Warmwasser und Heizung anpasst sowie Kühlgeräte richtig vorbereitet, startet nicht nur entspannter in die Ferien, sondern freut sich nach der Rückkehr auch über eine niedrigere Stromrechnung.