Die RWE Evendorf Windparkbetriebsgesellschaft mbH hat das Geschäftsjahr 2025 trotz sinkender Umsatzerlöse erneut mit einem deutlichen operativen Gewinn abgeschlossen. Wie aus dem veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, erwirtschaftete der Betreiber des Windparks ein Ergebnis nach Steuern von rund 752.500 Euro. Aufgrund eines bestehenden Ergebnisabführungsvertrags wurde der vollständige Gewinn an die Muttergesellschaft abgeführt, sodass die Gesellschaft selbst – wie bereits im Vorjahr – einen Jahresüberschuss von null Euro ausweist.
Die Gesellschaft betreibt Windenergieanlagen in der Gemeinde Evendorf und gehört vollständig zur RWE Wind Onshore & PV Deutschland GmbH. Über einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag sowie eine steuerliche Organschaft fließen sämtliche Gewinne letztlich in den RWE-Konzern ein. Dadurch verbleibt das gezeichnete Kapital der Gesellschaft unverändert bei 25.000 Euro.
Im Berichtsjahr erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von rund 2,10 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 2,37 Millionen Euro erwirtschaftet worden waren. Den größten Teil der Erlöse erzielte der Windpark mit der Einspeisung von Windstrom. Zusätzlich wurden Einnahmen aus dem Verkauf von Grünstromzertifikaten erzielt, die jedoch mit rund 29.000 Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen. Insgesamt gingen die Erlöse damit um rund elf Prozent zurück.
Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für Material und Fremdleistungen deutlich an. Der Materialaufwand erhöhte sich auf 453.000 Euro, nachdem er im Vorjahr noch bei rund 364.000 Euro gelegen hatte. Wesentliche Kostenpositionen waren Wartungsleistungen für die Windenergieanlagen sowie Pachtzahlungen an Grundstückseigentümer. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen leicht auf rund 83.000 Euro. Die planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen blieben mit rund 470.000 Euro nahezu unverändert.
Entlastend wirkten dagegen die Finanzierungskosten. Die Zinsaufwendungen sanken deutlich von rund 526.000 Euro auf 344.000 Euro. Hintergrund ist vor allem die konzerninterne Finanzierung über das Cash-Management der RWE AG. Im Vorjahr hatten zudem außergewöhnlich hohe Zinserträge aus verbundenen Unternehmen das Finanzergebnis beeinflusst, die 2025 nahezu vollständig entfielen. Dennoch erwirtschaftete die Gesellschaft ein Ergebnis nach Steuern von 752.486 Euro, nach 1,06 Millionen Euro im Vorjahr.
Die Bilanzsumme verringerte sich im Laufe des Jahres von 14,12 Millionen Euro auf 13,34 Millionen Euro. Das Anlagevermögen sank infolge planmäßiger Abschreibungen von 13,15 Millionen Euro auf 12,69 Millionen Euro. Auch die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gingen deutlich zurück. Die liquiden Mittel blieben mit knapp 700 Euro praktisch unverändert, da überschüssige Mittel über das konzernweite Cash-Management gesteuert werden.
Auf der Passivseite reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 13,93 Millionen Euro auf 13,11 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hat die konzerninterne Cash-Pooling-Verbindlichkeit gegenüber der RWE AG in Höhe von rund 12,3 Millionen Euro. Rückstellungen stiegen gleichzeitig von rund 122.000 Euro auf 179.000 Euro, insbesondere für noch ausstehende Rechnungen sowie Jahresabschluss- und Prüfungskosten. Rückstellungen für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Darüber hinaus bestehen langfristige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 2,3 Millionen Euro. Diese ergeben sich überwiegend aus Pachtverträgen für die Standorte der Windenergieanlagen mit Laufzeiten bis Ende 2042 sowie aus bereits vergebenen Aufträgen. Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft wesentlich beeinflussen könnten, wurden nicht festgestellt.
Die RWE Evendorf Windparkbetriebsgesellschaft mbH beschäftigt keine eigenen operativen Mitarbeiter. Die Geschäftsführung wird von Franziska Goedeckemeyer, Melanie Gürsch und Jens-Dirk Edler-Krupp wahrgenommen. Der Jahresabschluss wurde am 9. Februar 2026 unterzeichnet und am 13. April 2026 festgestellt.
Insgesamt zeigt sich, dass der Windpark trotz rückläufiger Erlöse weiterhin solide wirtschaftet. Zwar fiel das operative Ergebnis geringer aus als im Vorjahr, dennoch erwirtschaftete die Gesellschaft erneut einen erheblichen Gewinn. Durch die Einbindung in den RWE-Konzern werden sämtliche Überschüsse an die Muttergesellschaft abgeführt, während die Finanzierung und Liquiditätssteuerung zentral über das konzernweite Cash-Management erfolgt.