Die Lacuna Windpark Zedtwitz GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Trotz deutlich schwächerer Windverhältnisse und rückläufiger Stromerträge blickt die Betreibergesellschaft auf ein insgesamt solides Geschäftsjahr zurück. Zwar gingen Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr zurück, dennoch erwirtschaftete der Windpark erneut einen Jahresüberschuss und setzte gleichzeitig den planmäßigen Schuldenabbau fort. Die Geschäftsführung bewertet die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage insgesamt als gut und erwartet für das Jahr 2026 wieder bessere Ergebnisse.
Der Windpark am Standort Zedtwitz betreibt vier Windenergieanlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Die Gesellschaft konzentriert sich ausschließlich auf den Betrieb dieser Anlagen und erzielt ihre Erlöse über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie die Direktvermarktung des erzeugten Stroms. Durch die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung und das Marktprämienmodell verfügt das Unternehmen über vergleichsweise stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Das Geschäftsjahr 2025 war jedoch von ungewöhnlich schwachen Windverhältnissen geprägt. In der Windregion 20, in der sich der Windpark befindet, erreichte das Windaufkommen lediglich 79 Prozent eines durchschnittlichen Windjahres. Entsprechend fiel auch die Stromproduktion geringer aus als erwartet. Insgesamt speisten die vier Anlagen rund 20,9 Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz ein. Im Vorjahr waren es noch 23,4 Millionen Kilowattstunden gewesen. Damit lag die Einspeisung rund 18,3 Prozent unter den ursprünglichen Planungen.
Die geringere Stromproduktion machte sich auch bei den Erlösen bemerkbar. Die Umsätze aus der Stromvermarktung sanken von rund 2,20 Millionen Euro auf knapp 1,98 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich dagegen der durchschnittliche Vergütungssatz. Mit 9,49 Cent je Kilowattstunde lag dieser erneut über dem ursprünglich kalkulierten Wert von 9,13 Cent. Möglich wurde dies durch die erfolgreiche Direktvermarktung des Stroms im Marktprämienmodell. Insgesamt erzielte die Gesellschaft dadurch Mehrerlöse von rund 74.000 Euro gegenüber der ursprünglichen Kalkulation.
Auch das Betriebsergebnis verringerte sich aufgrund der niedrigeren Stromerlöse. Es sank von rund 382.000 Euro auf knapp 279.000 Euro. Gleichzeitig gingen jedoch die Zinsaufwendungen zurück, da bestehende Darlehen planmäßig weiter getilgt wurden. Unter dem Strich erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von rund 53.800 Euro. Im Vorjahr hatte dieser noch rund 117.000 Euro betragen. Trotz des Rückgangs blieb das Unternehmen damit profitabel.
Positiv entwickelte sich die technische Seite des Windparks. Die technische Verfügbarkeit der vier Windenergieanlagen lag bei 99,2 Prozent und damit deutlich über dem vom Hersteller garantierten Wert von 97 Prozent. Die regelmäßigen Wartungen wurden planmäßig durchgeführt, größere technische Probleme traten nicht auf. Ausfälle und Stillstände bewegten sich im erwarteten Rahmen und wurden teilweise durch Garantievereinbarungen ausgeglichen.
Auch die Finanzlage präsentiert sich stabil. Die Darlehensverbindlichkeiten konnten innerhalb eines Jahres von rund 7 Millionen Euro auf 5,88 Millionen Euro reduziert werden. Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft weiterhin über hohe Liquiditätsreserven. Auf verschiedenen Geschäfts-, Reserve- und Tagesgeldkonten lagen zum Jahresende insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro. Die vorgeschriebenen Rücklagen für den Kapitaldienst sowie den späteren Rückbau der Windenergieanlagen wurden vollständig erfüllt. Nach Angaben der Geschäftsführung war die Zahlungsfähigkeit während des gesamten Geschäftsjahres jederzeit gesichert.
Die Bilanzsumme verringerte sich von rund 12,2 Millionen Euro auf etwa 11 Millionen Euro. Ursache hierfür sind vor allem die planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen sowie die kontinuierliche Tilgung der langfristigen Kredite. Gleichzeitig verbesserte sich die Eigenkapitalquote von 37 auf 40,3 Prozent, obwohl Ausschüttungen an die Gesellschafter vorgenommen wurden. Im Geschäftsjahr erhielten die Anleger eine Auszahlung in Höhe von 123.500 Euro, was 2,5 Prozent des Kommanditkapitals entspricht.
Für das Jahr 2026 blickt die Geschäftsführung wieder optimistischer in die Zukunft. Bei durchschnittlichen Windverhältnissen rechnet das Unternehmen mit Umsatzerlösen von rund 2,2 Millionen Euro sowie einem Jahresüberschuss von etwa 264.000 Euro. Zusätzlich konnte ein neuer Direktvermarktungsvertrag abgeschlossen werden. Dieser garantiert künftig eine Mindestvergütung von 9,695 Cent je Kilowattstunde und liegt damit sowohl über dem bisherigen Vertrag als auch über den ursprünglichen Annahmen des Beteiligungsprospekts.
Als Chancen sieht die Gesellschaft insbesondere den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland sowie den steigenden Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Elektrifizierung der Industrie. Gleichzeitig weist die Geschäftsführung auf Risiken durch schwankende Windverhältnisse, geopolitische Unsicherheiten sowie mögliche Veränderungen auf den Energiemärkten hin. Nach ihrer Einschätzung bestehen derzeit jedoch keine wesentlichen Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Auch mögliche Auswirkungen des Nahostkonflikts werden derzeit als begrenzt eingeschätzt.
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss, dass die Lacuna Windpark Zedtwitz GmbH & Co. KG auch in einem windschwachen Jahr wirtschaftlich solide arbeitet. Dank hoher technischer Verfügbarkeit, einer stabilen Finanzierung und kontinuierlicher Darlehenstilgung bleibt der Windpark auf einem guten Kurs. Sollten sich die Windverhältnisse im Jahr 2026 normalisieren, rechnet die Geschäftsführung mit einer deutlichen Verbesserung von Umsatz und Gewinn.