Mit Beratungen über parteiinterne Regelungen geht heute der Bundesparteitag der AfD in Erfurt zu Ende. Nach zwei Tagen intensiver Debatten wollen die Delegierten am Abschlusstag vor allem über Änderungen der Parteisatzung sowie weitere organisatorische Anträge abstimmen. Damit endet ein Parteitag, der sowohl innerhalb der Partei als auch außerhalb des Tagungsortes für große Aufmerksamkeit gesorgt hat.
Bereits am Samstag hatten die Delegierten die bisherige Doppelspitze im Amt bestätigt. Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden erneut zu Vorsitzenden der AfD gewählt und sollen die Partei auch in den kommenden Jahren führen. Beide kündigten an, den politischen Kurs der Partei fortzusetzen und die AfD als Oppositionskraft weiter zu stärken. In ihren Reden warben sie für Geschlossenheit und einen gemeinsamen Wahlkampf mit Blick auf die kommenden politischen Herausforderungen.
Begleitet wurde der Parteitag von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Rund um das Veranstaltungsgelände demonstrierten nach Schätzungen der Veranstalter und Behörden Zehntausende Menschen gegen die AfD. Zu den Protesten hatten zahlreiche Bündnisse, Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen aufgerufen. Sie kritisierten die politischen Positionen der Partei und setzten mit Kundgebungen, Demonstrationszügen und Mahnwachen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung.
Nach Angaben der Polizei verliefen die Proteste überwiegend friedlich. Dennoch kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen und Zwischenfällen. Die Einsatzkräfte registrierten insgesamt 48 Straftaten sowie elf Ordnungswidrigkeiten. Mehrere Demonstrierende sowie Medienvertreter wurden dabei leicht verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um Demonstrationen und Parteitag voneinander zu trennen und die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.
Für den heutigen Abschlusstag werden deutlich weniger Proteste erwartet. Die meisten Demonstrierenden haben Erfurt bereits verlassen, lediglich einige kleinere Kundgebungen sind noch angekündigt. Auch die Sicherheitsbehörden rechnen mit einer insgesamt ruhigeren Lage als an den Vortagen.
Mit dem Ende des Parteitags richtet sich der Blick der AfD nun auf die politische Arbeit der kommenden Monate. Nach der Bestätigung ihrer Parteivorsitzenden und den Beratungen über organisatorische Fragen will die Partei ihre inhaltlichen Schwerpunkte weiter ausbauen und sich auf die anstehenden Wahlkämpfe vorbereiten. Gleichzeitig dürfte die öffentliche Debatte über die AfD und die erneuten Proteste gegen die Partei auch nach dem Parteitag weiter anhalten.