Mit täuschend echt gestalteten E-Mails im Namen des Bundeskriminalamtes (BKA) versuchen Betrüger derzeit auch in Sachsen, an persönliche Daten und Ausweiskopien ihrer Opfer zu gelangen. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt eindringlich vor der neuen Betrugsmasche und rät dazu, keinesfalls auf die Nachrichten zu reagieren.
Angebliche Ermittlungen wegen schwerer Straftaten
Die E-Mails erwecken den Eindruck, von einer deutschen Strafverfolgungsbehörde zu stammen. Den Empfängern werden darin schwerwiegende Internetstraftaten vorgeworfen. Die Schreiben enthalten häufig professionell gestaltete Anhänge mit einem vermeintlichen BKA-Briefkopf und sind teilweise von einem angeblichen „Oberstabsfeldwebel“ unterzeichnet.
In den Schreiben behaupten die Täter, gegen die Betroffenen liefen Ermittlungen wegen Cyberkriminalität. Gleichzeitig drohen sie mit einem Haftbefehl, einer Aufnahme in Straftäterregister sowie einer öffentlichen Bekanntmachung der Vorwürfe.
72 Stunden Frist soll Angst erzeugen
Um den Druck zusätzlich zu erhöhen, setzen die Betrüger eine Frist von lediglich 72 Stunden. Innerhalb dieses Zeitraums sollen die Empfänger eine schriftliche Stellungnahme abgeben und eine Kopie ihres Personalausweises oder Reisepasses per E-Mail übersenden.
Genau darauf zielt die Betrugsmasche ab. Wer Ausweisdokumente an die Täter verschickt, liefert ihnen wertvolle Informationen für Identitätsdiebstahl und weitere Betrugsdelikte.
Behörden verschicken keine Vorladungen per E-Mail
Die Verbraucherzentrale Sachsen stellt klar, dass deutsche Strafverfolgungsbehörden keine Vorladungen oder Ermittlungsverfahren auf diesem Weg ankündigen. Ebenso wenig fordern Polizei oder Bundeskriminalamt per ungesicherter E-Mail dazu auf, Ausweisdokumente oder persönliche Unterlagen zu übersenden.
Gerade die Kombination aus offiziellen Logos, juristisch klingenden Formulierungen und massiven Drohungen soll die Empfänger einschüchtern und zu vorschnellen Reaktionen bewegen.
So sollten Betroffene reagieren
Wer eine derartige Nachricht erhält, sollte Ruhe bewahren und keinesfalls antworten. Persönliche Daten oder Ausweiskopien dürfen unter keinen Umständen per E-Mail verschickt werden.
Ebenso sollten verdächtige Anhänge nicht geöffnet werden. Empfehlenswert ist es, die Nachricht unmittelbar zu löschen oder den Betrugsversuch bei der Polizei anzuzeigen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt davor, sich von scheinbar offiziellen Schreiben unter Druck setzen zu lassen. Kriminelle nutzen gezielt Angst und Unsicherheit, um an sensible Informationen zu gelangen. Ein gesundes Maß an Misstrauen und die sorgfältige Prüfung solcher Nachrichten bleiben daher der beste Schutz vor dieser Form des Identitätsdiebstahls.