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FBI schlägt Alarm: Russische Hacker nehmen Messenger-Nutzer mit neuer Phishing-Masche ins Visier

FuchZ23 (CC0), Pixabay

Die US-Sicherheitsbehörden FBI und CISA warnen vor einer neuen Welle gezielter Phishing-Angriffe auf Nutzer verschlüsselter Messenger-Dienste. Anders als bei früheren Kampagnen versuchen die Täter diesmal nicht, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Anwendungen zu umgehen. Stattdessen haben sie es auf die Wiederherstellungsschlüssel von Chat-Backups abgesehen. Gelingt der Diebstahl dieser Schlüssel, können Kriminelle auf gespeicherte Unterhaltungen zugreifen und im schlimmsten Fall die Kontrolle über komplette Nutzerkonten übernehmen.

Russische Hackergruppen im Verdacht

Nach Angaben der Behörden werden die Angriffe mehreren Gruppen zugeschrieben, die Verbindungen zu russischen Nachrichtendiensten haben sollen. Ziel seien insbesondere Personen mit Zugang zu sensiblen Informationen.

Zu den bevorzugten Opfern zählen:

  • aktuelle und ehemalige Regierungsmitarbeiter,
  • Militärangehörige,
  • Politiker,
  • Journalisten,
  • sowie Funktionsträger in der Ukraine.

Nach Angaben der Behörden wurden bereits einzelne Nutzerkonten erfolgreich kompromittiert.

Messenger selbst gelten nicht als geknackt

Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Die Sicherheitsbehörden betonen ausdrücklich, dass weder Signal noch andere Messenger-Dienste selbst gehackt wurden. Auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt weiterhin als sicher.

Die Angreifer setzen stattdessen auf Social Engineering. Sie täuschen Nachrichten vor, die scheinbar vom Kundensupport des jeweiligen Messenger-Anbieters stammen.

Neue Masche: Jagd auf Backup-Schlüssel

Während Kriminelle bislang vor allem versuchten, an SMS-Bestätigungscodes oder Sicherheits-PINs zu gelangen, stehen inzwischen sogenannte Wiederherstellungsschlüssel im Mittelpunkt.

Diese Schlüssel dienen dazu, verschlüsselte Sicherungskopien der Chats auf einem neuen Gerät wiederherzustellen.

Wer seinen Wiederherstellungsschlüssel an Betrüger weitergibt, riskiert nach Angaben von FBI und CISA erheblich mehr als nur den Verlust einzelner Nachrichten. Die Angreifer können komplette Chatverläufe auslesen und anschließend die Übernahme des Nutzerkontos vorbereiten.

Besonders problematisch: Selbst wenn unter derselben Telefonnummer später ein neues Messenger-Konto eingerichtet wird, bleibt ein bereits gestohlener Wiederherstellungsschlüssel für bestehende Backups weiterhin nutzbar.

Behörden empfehlen neue Wiederherstellungsschlüssel

Betroffenen raten FBI und CISA deshalb, ihren Wiederherstellungsschlüssel vorsorglich auszutauschen.

Beim Messenger Signal erfolgt dies direkt über die Kontoeinstellungen im Bereich „Backups“. Dort kann ein neuer Wiederherstellungsschlüssel erstellt werden, der künftig für neue Datensicherungen verwendet wird. Der alte Schlüssel verliert dadurch seine Gültigkeit für zukünftige Backups.

Bereits zuvor erstellte Sicherungen lassen sich allerdings nachträglich nicht absichern.

So erkennen Nutzer Phishing-Versuche

Die Behörden weisen darauf hin, dass seriöse Messenger-Anbieter sensible Zugangsdaten niemals über Chat-Nachrichten anfordern.

Warnzeichen sind insbesondere:

  • Aufforderungen zur Eingabe von Sicherheitscodes,
  • Bitten um Herausgabe von Wiederherstellungsschlüsseln,
  • Links zur angeblichen Kontoverifizierung,
  • Nachrichten, die angeblich vom Support stammen, aber über Messenger verschickt werden.

Echte Support-Anfragen erfolgen nach Angaben der Behörden ausschließlich über offizielle Kommunikationskanäle und nicht innerhalb der Messenger selbst.

Sicherheit beginnt beim Nutzer

Der aktuelle Fall zeigt erneut, dass moderne Cyberangriffe immer häufiger den Menschen und nicht die Technik ins Visier nehmen. Statt komplexe Verschlüsselungsverfahren anzugreifen, setzen Täter auf Täuschung und versuchen, vertrauliche Informationen direkt von den Nutzern zu erhalten.

Wer Wiederherstellungsschlüssel, Sicherheitscodes oder Passwörter niemals weitergibt und verdächtige Nachrichten konsequent ignoriert, kann das Risiko einer Kontoübernahme erheblich reduzieren. Gerade Nutzer mit sensiblen beruflichen Informationen sollten ihre Backup-Einstellungen regelmäßig überprüfen und ihre Zugangsdaten sicher verwahren.

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