Die Windpark Lüngholm Betriebsgesellschaft mbH aus Reußenköge hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von rund 1,96 Millionen Euro ab. Nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von knapp 2,9 Millionen Euro erzielt worden war, fiel das Eigenkapital nun auf lediglich rund 953.500 Euro zurück – ein Rückgang um mehr als 67 Prozent.
Der hohe Verlust ist nach Angaben der Gesellschaft allerdings vor allem auf bilanzielle Abschreibungen zurückzuführen. Rund 2,49 Millionen Euro entfielen auf planmäßige Abschreibungen der Windenergieanlagen. Diese mindern zwar den Jahresüberschuss, führen jedoch nicht unmittelbar zu einem Mittelabfluss. Deshalb verweist die Geschäftsführung darauf, dass der Windpark bislang insgesamt positive Einzahlungsüberschüsse erwirtschaftet habe und die Fortführung des Unternehmens nicht gefährdet sei.
Bilanzsumme sinkt deutlich
Auch die Bilanzsumme verringerte sich innerhalb eines Jahres erheblich – von rund 44,9 Millionen Euro auf 36,9 Millionen Euro. Hauptursache hierfür ist die fortschreitende Abschreibung der Windenergieanlagen. Das Anlagevermögen reduzierte sich auf 33,6 Millionen Euro, nachdem es ein Jahr zuvor noch knapp 35 Millionen Euro betragen hatte.
Noch stärker fiel der Rückgang beim Umlaufvermögen aus. Dieses schrumpfte von 9,67 Millionen Euro auf nur noch 3,1 Millionen Euro. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den liquiden Mitteln: Die Guthaben bei Banken gingen von rund 7,86 Millionen Euro auf 2,73 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig sanken die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 1,81 Millionen auf rund 374.000 Euro.
Schuldenabbau setzt sich fort
Positiv entwickelt hat sich dagegen die Finanzierungsseite. Die gesamten Verbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr um fast 5,8 Millionen Euro reduziert und liegen nun bei rund 34,9 Millionen Euro. Der größte Teil davon entfällt weiterhin auf langfristige Finanzierungen. Rund 32,8 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, davon rund 25,7 Millionen Euro sogar von mehr als fünf Jahren.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen weiterhin in Höhe von rund 7,8 Millionen Euro. Auffällig ist zudem, dass sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen drastisch reduziert haben – von mehr als 3,3 Millionen Euro auf lediglich rund 52.000 Euro.
Abschreibungen belasten Ergebnis
Die Gesellschaft betreibt Windenergieanlagen mit einer kalkulierten Nutzungsdauer von 16 Jahren. Durch die jährlichen linearen Abschreibungen sinkt der Buchwert der Anlagen kontinuierlich. Genau diese bilanziellen Abschreibungen waren laut Unternehmen ausschlaggebend für den Jahresverlust.
Die Geschäftsführung betont deshalb ausdrücklich, dass der Fehlbetrag nicht mit einem entsprechenden Liquiditätsabfluss gleichzusetzen sei. Der Jahresabschluss wurde weiterhin unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.
Fazit
Der Jahresabschluss zeigt zwei Seiten der Medaille: Einerseits baut die Windpark Lüngholm Betriebsgesellschaft ihre Verschuldung konsequent ab und verweist auf stabile Zahlungsströme aus dem laufenden Betrieb. Andererseits belasten hohe Abschreibungen das Jahresergebnis erheblich. Der Verlust hat das Eigenkapital auf unter eine Million Euro schrumpfen lassen, während gleichzeitig die verfügbaren liquiden Mittel deutlich zurückgegangen sind. Die wirtschaftliche Entwicklung des Windparks bleibt damit stark von der langfristigen Ertragskraft der Anlagen und dem weiteren Schuldenabbau geprägt.