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PFOF-Verbot: Das ändert sich ab Juli für Millionen Anleger

geralt (CC0), Pixabay

Ab dem 1. Juli 2026 gilt in Deutschland ein weitreichendes Verbot im Wertpapierhandel: Das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF) ist künftig nicht mehr erlaubt. Damit endet ein Geschäftsmodell, das den Aufstieg vieler Neobroker erst möglich gemacht hat. Ziel der neuen EU-Regelung ist es, den Anlegerschutz zu stärken und mögliche Interessenkonflikte bei der Ausführung von Wertpapierorders zu vermeiden.

Was ist Payment for Order Flow?

Beim PFOF erhielten Broker Geld von Handelsplätzen oder sogenannten Market Makern dafür, dass sie die Kauf- und Verkaufsaufträge ihrer Kunden an diese weiterleiteten. Für Anleger wirkte das attraktiv, weil viele Broker dadurch auf klassische Ordergebühren verzichten konnten und mit besonders günstigen oder sogar kostenlosen Wertpapiergeschäften warben.

Kritiker bemängelten jedoch, dass Broker dadurch einen finanziellen Anreiz hatten, Aufträge nicht unbedingt an den Handelsplatz mit dem besten Preis weiterzuleiten, sondern an denjenigen, der die höchste Vergütung zahlte.

Warum wird das Modell verboten?

Nach Ansicht der Europäischen Union entstehen durch dieses Vergütungsmodell erhebliche Interessenkonflikte. Broker sollen ihre Entscheidungen ausschließlich im Interesse ihrer Kunden treffen und nicht danach, von welchem Handelsplatz sie Zahlungen erhalten.

Mit dem Verbot soll deshalb sichergestellt werden, dass die Ausführung von Wertpapiergeschäften stärker am bestmöglichen Preis und an den besten Handelsbedingungen orientiert wird.

Was bedeutet das für Anleger?

Für bestehende Depots ändert sich zunächst nichts. Anleger können ihre Depots weiterhin nutzen und müssen weder ihr Konto kündigen noch den Broker wechseln.

Allerdings könnten sich die Geschäftsmodelle vieler Anbieter verändern. Einige Broker dürften künftig andere Einnahmequellen stärker nutzen – etwa Premium-Abonnements, Zinseinnahmen oder eigene Handelsplattformen. Ob dadurch künftig höhere Ordergebühren entstehen, bleibt abzuwarten.

Mehr Transparenz bei den Kosten

Das Verbot soll außerdem dafür sorgen, dass die tatsächlichen Kosten eines Wertpapiergeschäfts leichter nachvollziehbar werden. Denn auch wenn viele Trades bislang als „kostenlos“ beworben wurden, konnten Anleger indirekt über schlechtere Ausführungskurse oder höhere Spreads dennoch Kosten tragen.

Fazit

Mit dem Aus für Payment for Order Flow beginnt im deutschen Wertpapierhandel eine neue Phase. Die Europäische Union will sicherstellen, dass Broker die Interessen ihrer Kunden in den Mittelpunkt stellen und Wertpapieraufträge möglichst fair ausführen. Für Anleger bedeutet das vor allem mehr Transparenz und einen stärkeren Fokus auf die tatsächlichen Kosten und die Qualität der Orderausführung.

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