Mit dem Start des Prime Day geraten Millionen Amazon-Kunden verstärkt ins Visier von Cyberkriminellen. Sicherheitsexperten warnen vor einer Zunahme von Phishing-Mails, gefälschten SMS und betrügerischen Nachrichten, mit denen Kriminelle Zugangsdaten, Bankinformationen und persönliche Daten erbeuten wollen.
Besonders während großer Rabattaktionen nutzen Betrüger die erhöhte Kaufbereitschaft und Aufmerksamkeit der Verbraucher aus. Sie versenden täuschend echt gestaltete Nachrichten, die angeblich vom Amazon-Kundenservice stammen und vor vermeintlichen Sicherheitsproblemen, ungewöhnlichen Bestellungen oder Kontosperrungen warnen. Ziel ist es, die Empfänger unter Zeitdruck zu setzen und sie dazu zu bringen, auf Links zu klicken oder sensible Daten preiszugeben.
Ein wichtiges Merkmal echter Amazon-Kommunikation ist, dass sämtliche offiziellen Nachrichten im Nachrichtenbereich des Kundenkontos hinterlegt werden. Taucht eine angebliche Amazon-E-Mail dort nicht auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Betrugsversuch. Experten empfehlen daher, verdächtige Nachrichten niemals über enthaltene Links zu öffnen, sondern sich direkt über die offizielle Amazon-Website oder die App einzuloggen.
Besondere Vorsicht ist bei SMS geboten. Amazon kontaktiert Kunden grundsätzlich nicht ungefragt per SMS, um Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen oder Bankverbindungen abzufragen. Gleiches gilt für Nachrichten über Messenger-Dienste oder unerwartete Telefonanrufe. Werden Nutzer zur Aktualisierung von Zahlungsdaten aufgefordert oder mit einer drohenden Kontosperrung unter Druck gesetzt, sollten sofort die Alarmglocken läuten.
Die Methoden der Täter werden dabei immer professioneller. Moderne Phishing-Nachrichten weisen oft kaum noch erkennbare sprachliche oder gestalterische Fehler auf. Mithilfe künstlicher Intelligenz gelingt es Kriminellen zunehmend, täuschend echte Mitteilungen zu erstellen, die selbst erfahrene Nutzer verunsichern können.
Besonders häufig arbeiten Betrüger mit gefälschten Bestellbestätigungen. Die Empfänger sollen glauben, eine teure Bestellung sei ausgelöst worden und müssten diese dringend stornieren oder bestätigen. Wer dem enthaltenen Link folgt, landet meist auf einer täuschend echt nachgebildeten Login-Seite, auf der die Zugangsdaten direkt bei den Kriminellen landen.
Verbraucherschützer raten deshalb, grundsätzlich skeptisch zu bleiben. Niemand sollte persönliche Daten, Passwörter oder Zahlungsinformationen aufgrund einer E-Mail, SMS oder eines Anrufs preisgeben. Zusätzlichen Schutz bietet die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Selbst wenn Betrüger an ein Passwort gelangen, können sie ohne den zusätzlichen Sicherheitscode nicht auf das Konto zugreifen.
Wer bereits auf einen Betrugsversuch hereingefallen ist, sollte umgehend sein Passwort ändern, hinterlegte Zahlungsdaten überprüfen und gegebenenfalls seine Bank informieren. Auch eine Anzeige bei der Polizei kann sinnvoll sein.
Die aktuelle Warnung zeigt erneut: Mit jeder großen Rabattaktion steigt auch die Aktivität professioneller Betrüger. Verbraucher sollten deshalb gerade in Zeiten von Prime Day, Black Friday oder ähnlichen Verkaufsaktionen besonder