Während die Temperaturen in Österreich derzeit vielerorts deutlich über die 30-Grad-Marke steigen, sorgt sich das Rote Kreuz nicht nur um die Gesundheit der Menschen, sondern auch um die Versorgung mit lebenswichtigen Blutkonserven. Denn gerade in den Sommermonaten nimmt die Zahl der Blutspender traditionell ab, während Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen weiterhin auf eine stabile Versorgung angewiesen sind.
Deshalb betonen die Verantwortlichen nun ausdrücklich: Blutspenden sind auch bei hohen Temperaturen grundsätzlich unbedenklich – vorausgesetzt, die Spender fühlen sich gesund und achten auf einige wichtige Verhaltensregeln.
Blutspenden auch bei Hitze möglich
Viele Menschen fragen sich angesichts der aktuellen Hitzewelle, ob eine Blutspende den Kreislauf zusätzlich belasten könnte. Nach Angaben der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland besteht für gesunde Menschen jedoch kein erhöhtes Risiko.
Transfusionsmediziner Simon Gänsdorfer, stellvertretender medizinischer Leiter der Blutspendezentrale, erklärt, dass Blutspenden auch bei hohen Außentemperaturen sicher durchgeführt werden können. Entscheidend sei, dass sich die Spender körperlich fit fühlen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Wer bereits unter Schwindel, Kreislaufproblemen oder anderen hitzebedingten Beschwerden leidet, sollte hingegen vorsichtig sein und gegebenenfalls auf eine Spende verzichten.
Flüssigkeit ist der wichtigste Faktor
Besonderes Augenmerk legen Mediziner auf die Flüssigkeitszufuhr. Bereits vor einer Blutspende sollte ausreichend getrunken werden.
Empfohlen werden:
- Zwei bis drei Liter Wasser über den Tag verteilt
- Ungesüßte Tees
- Fruchtsäfte in moderaten Mengen
Zudem sollten Spender ihren Körper mit ausreichend Energie versorgen. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Haferflocken oder Hülsenfrüchte können helfen, den Kreislauf zu stabilisieren.
Sonne und körperliche Belastung meiden
Experten raten außerdem dazu, unmittelbar vor der Blutspende auf intensive körperliche Anstrengungen zu verzichten. Auch längere Aufenthalte in der prallen Sonne sollten vermieden werden.
Nach der Spende empfiehlt das Rote Kreuz eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten. Diese Zeit hilft dem Körper, sich auf den vorübergehend reduzierten Blutvolumenstand einzustellen.
Sommerurlaub sorgt für Engpässe
Die aktuelle Warnung kommt nicht zufällig. Mit Beginn der Urlaubssaison sinkt traditionell die Zahl der Blutspender deutlich. Viele Menschen verreisen oder verschieben ihre Termine auf einen späteren Zeitpunkt.
Der Bedarf an Blutkonserven bleibt jedoch unverändert hoch.
Geburten, Operationen, schwere Unfälle und die Versorgung chronisch kranker Patienten finden unabhängig von Ferienzeiten oder Hitzewellen statt. Krankenhäuser benötigen daher auch während des Sommers kontinuierlich frische Blutspenden.
Alle 90 Sekunden wird eine Blutkonserve benötigt
Die Bedeutung der Blutspenden wird oft unterschätzt. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird in Österreich durchschnittlich alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt.
Blut wird unter anderem eingesetzt bei:
- schweren Verkehrsunfällen
- komplizierten Operationen
- Krebsbehandlungen
- Organtransplantationen
- Geburtskomplikationen
- chronischen Erkrankungen
Da Blut bislang nicht künstlich hergestellt werden kann, bleibt die Versorgung vollständig auf freiwillige Spender angewiesen.
Hitzewellen erhöhen Gesundheitsrisiken
Parallel zur Diskussion um die Blutversorgung warnen Gesundheitsexperten vor den allgemeinen Auswirkungen der aktuellen Hitzeperiode. Studien zeigen, dass hohe Temperaturen insbesondere für ältere Menschen, Herz-Kreislauf-Patienten und chronisch Kranke ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen können.
Gerade deshalb sei eine stabile medizinische Versorgung von besonderer Bedeutung. Blutkonserven können in vielen Notfällen über Leben und Tod entscheiden.
Verantwortung für die Gemeinschaft
Das Rote Kreuz appelliert deshalb an die Bevölkerung, sich auch während der Sommermonate die Zeit für eine Blutspende zu nehmen. Jede einzelne Spende könne dazu beitragen, Versorgungslücken zu vermeiden und Menschen in akuten Notlagen zu helfen.
Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Hitze ist kein Grund, grundsätzlich auf eine Blutspende zu verzichten. Wer gesund ist, ausreichend trinkt und die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann auch an heißen Sommertagen einen wichtigen Beitrag für die medizinische Versorgung leisten.
Fazit
Trotz steigender Temperaturen bleibt Blutspenden sicher und notwendig. Während die Spendenbereitschaft im Sommer häufig zurückgeht, bleibt der Bedarf in Krankenhäusern unverändert hoch. Experten empfehlen daher, sich von der Hitze nicht abschrecken zu lassen, sondern mit ausreichend Flüssigkeit und etwas Vorsicht weiterhin Blut zu spenden. Für viele Patienten kann eine einzige Blutspende lebensrettend sein.