Wenn das ein Vorgeschmack auf die kommenden WM-Wochen war, dann dürfen sich Fußballfans auf einiges freuen! England und Kroatien lieferten zum Auftakt ein Spiel, das alles hatte: Tore, Tempo, Emotionen und jede Menge Offensivfußball. Am Ende setzten sich die Three Lions verdient mit 4:2 durch und sendeten direkt eine klare Botschaft an die Konkurrenz.
Dabei begann die Partie fast schon verrückt. Jeder Schuss aufs Tor schien im Netz zu landen. Vier Treffer in den ersten 45 Minuten, ein 2:2 zur Pause und zwei Mannschaften, die sich gegenseitig keinerlei Geschenke machten. Kroatien zeigte einmal mehr, warum es bei Weltmeisterschaften regelmäßig für Überraschungen gut ist. Die Routiniers um Luka Modrić hielten nicht nur mit, sondern antworteten auf jede englische Führung prompt mit dem Ausgleich.
Doch nach der Pause änderte sich das Bild. Gerade einmal anderthalb Minuten waren gespielt, als Jude Bellingham erneut zuschlug. Der Mittelfeldstar entwickelt sich immer mehr zum Gesicht dieser englischen Generation. Mit seiner Dynamik, seiner Präsenz und seinem unerschütterlichen Selbstvertrauen war er einmal mehr der Motor des englischen Spiels.
Und diesmal blieb Kroatien die Antwort schuldig. England wirkte plötzlich deutlich reifer, strukturierter und vor allem zielstrebiger. Während die Kroaten zunehmend Probleme hatten, sich aus dem englischen Pressing zu befreien, erspielten sich die Three Lions Chance um Chance.
Dass das Spiel nicht schon früher entschieden wurde, lag vor allem an Dominik Livaković. Der kroatische Schlussmann zeigte mehrere starke Paraden und hielt seine Mannschaft lange im Rennen. Doch auch ein Torhüter in Topform kann nicht alles verhindern. Als Joker Marcus Rashford schließlich das 4:2 erzielte, war der Widerstand endgültig gebrochen.
England hat mit diesem Auftritt ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Sechs Tore in einem Spiel, vier eigene Treffer und ein Jude Bellingham, der bereits jetzt wie ein Turnierstar wirkt – die Konkurrenz dürfte aufmerksam hingeschaut haben. Natürlich war nicht alles perfekt, vor allem die Defensive wirkte im ersten Durchgang stellenweise anfällig. Doch offensiv besitzen die Engländer eine Wucht, die jeden Gegner vor Probleme stellen kann.
Kroatien hingegen fährt zwar ohne Punkte nach Hause, aber keineswegs ohne Hoffnung. Die Mannschaft zeigte über weite Strecken, dass sie weiterhin auf höchstem Niveau mithalten kann. Gegen Panama wird nun allerdings ein Sieg fast schon Pflicht, wenn der Traum vom Achtelfinale nicht frühzeitig ins Wanken geraten soll.
Für England dagegen gilt: Der erste Schritt ist gemacht. Wenn die Three Lions die Mischung aus Offensivkraft und Spielkontrolle aus der zweiten Halbzeit konservieren können, dann dürfte man sie bei dieser WM noch sehr lange auf der großen Bühne sehen.