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Wanises WM-Kommentar: Kolumbien liefert, aber glänzt noch nicht – Díaz macht den Unterschied

Der erste Spieltag dieser Weltmeisterschaft ist Geschichte – und Kolumbien hat seine Hausaufgaben erledigt. Mit einem verdienten 3:1 gegen Usbekistan sicherten sich die Südamerikaner die ersten drei Punkte und setzen sich an die Spitze der Gruppe K. Doch wer nach diesem Sieg bereits vom ganz großen Titelkandidaten spricht, sollte vielleicht noch ein wenig Geduld mitbringen.

In der ersten Halbzeit sah alles nach einem souveränen Favoritensieg aus. Kolumbien dominierte Ball und Gegner, spielte gefällig nach vorne und ließ den Usbeken kaum Luft zum Atmen. Die Führung war folgerichtig und hätte sogar noch deutlicher ausfallen können. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der nächste Treffer fällt.

Doch genau das macht Weltmeisterschaften so spannend: Außenseiter geben selten kampflos auf. Nach der Pause kam Usbekistan mit deutlich mehr Mut aus der Kabine. Plötzlich wurden die Zweikämpfe intensiver, die Angriffe zielstrebiger und die Kolumbianer verloren etwas von ihrer Kontrolle. Als Abbosbek Fayzullaev schließlich den Ausgleich erzielte, war die Überraschung zum Greifen nah.

Doch Spitzenmannschaften zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf Rückschläge reagieren können. Und genau das tat Kolumbien. Gerade einmal sechs Minuten durfte Usbekistan vom ersten WM-Punkt träumen, dann meldete sich Luis Díaz zu Wort. Der Liverpool-Star übernahm Verantwortung und brachte seine Mannschaft wieder auf Kurs.

Danach wurde deutlich, warum Kolumbien als Favorit in diese Partie gegangen war. Die individuelle Qualität war letztlich zu groß. Mit dem 3:1 machten die Südamerikaner alles klar, auch wenn ein später Lattenkracher von Bekhruz Karimov noch einmal zeigte, dass Usbekistan bis zum Schluss an seine Chance glaubte.

Unter dem Strich geht der Sieg absolut in Ordnung. Kolumbien war über weite Strecken die bessere Mannschaft und hatte die Partie größtenteils unter Kontrolle. Dennoch blieb auch einiges Stückwerk. Gegen stärkere Gegner werden die Cafeteros noch präziser, konsequenter und defensiv stabiler auftreten müssen.

Usbekistan hingegen darf trotz der Niederlage erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Der Außenseiter hat gezeigt, dass er auf dieser WM mithalten kann. Vor allem die zweite Halbzeit dürfte Mut für die kommenden Aufgaben machen.

So endet der erste Spieltag dieser Weltmeisterschaft mit einem Favoritensieg, aber auch mit einer Erkenntnis: Kolumbien hat gewonnen, überzeugt hat es noch nicht vollständig. Das Potenzial ist riesig – doch die wirklich großen Prüfungen kommen erst noch.

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