In Potsdam hat am Dienstagmorgen eine großangelegte Evakuierung der Innenstadt begonnen. Grund ist die geplante Entschärfung einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Tausende Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen, während Behörden und Einsatzkräfte den Sperrbereich absicherten.
Nach Angaben der Stadtverwaltung sind rund 6.500 Menschen von den Maßnahmen betroffen. Bis zum Morgen sollten alle Personen den festgelegten Sicherheitsradius verlassen haben. Anschließend kontrollierten Einsatzkräfte, ob sich noch Menschen innerhalb des Sperrkreises aufhalten.
Verkehr rund um Hauptbahnhof eingestellt
Die Bombenentschärfung hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. Besonders betroffen ist der Bereich rund um den Potsdamer Hauptbahnhof. Dort wurde der Bahn-, Bus- und Straßenbahnverkehr vorübergehend eingestellt. Pendler und Reisende müssen mit Verspätungen, Umleitungen und Ausfällen rechnen.
Auch zahlreiche Straßen im Innenstadtbereich wurden gesperrt, um den Experten eine sichere Entschärfung des Blindgängers zu ermöglichen.
Blindgänger bei Bauarbeiten entdeckt
Der Sprengkörper war bei Bauarbeiten gefunden worden. Solche Funde sind in Deutschland auch mehr als 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs keine Seltenheit. Besonders in Städten, die während des Krieges bombardiert wurden, werden bei Bauprojekten regelmäßig Blindgänger entdeckt.
Vor einer Entschärfung müssen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehören die Einrichtung eines Sperrgebiets, die Evakuierung von Anwohnern sowie die Sicherung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen sensiblen Einrichtungen.
Experten übernehmen Entschärfung
Sobald der Evakuierungsbereich vollständig geräumt und kontrolliert wurde, sollten Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung beginnen. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten können die Sperrungen aufgehoben und die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren.
Die Stadtverwaltung appellierte an die Bevölkerung, den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten und die Sicherheitsmaßnahmen ernst zu nehmen. Wann die Entschärfung abgeschlossen sein wird, hängt vom Zustand des Zünders und vom Verlauf der Arbeiten ab.
Weltkriegsmunition bleibt Herausforderung
Der Fund in Potsdam zeigt erneut, dass Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg auch Jahrzehnte später eine Herausforderung darstellen. Jährlich werden in Deutschland tausende Tonnen Kampfmittel entdeckt und entschärft. Viele dieser Funde erfolgen bei Bauarbeiten, Infrastrukturprojekten oder routinemäßigen Bodenuntersuchungen.
Für die betroffenen Anwohner bedeutet dies zwar vorübergehende Einschränkungen, doch die Evakuierungen dienen dem Schutz der Bevölkerung und sind bei derartigen Funden unverzichtbar.