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Wanise meint: Uruguay wacht zu spät auf – Saudi-Arabien belohnt sich für seinen Mut

Liebe Fußballfreunde, wenn man nach diesem Spiel nur die zweite Halbzeit gesehen hätte, würde man vermutlich fragen: „Wie um alles in der Welt hat Uruguay hier nicht gewonnen?“ Wer jedoch die gesamten 90 Minuten verfolgt hat, weiß, dass Fußball selten gerecht ist und dass man Spiele nicht erst nach der Pause beginnen sollte.

Das 1:1 zwischen Saudi-Arabien und Uruguay ist das dritte Unentschieden des Tages und eines jener Ergebnisse, mit denen beide Mannschaften unterschiedlich leben werden. Die Saudis dürften sich fühlen wie Sieger. Uruguay dagegen wird sich über zwei verlorene Punkte ärgern.

Die erste Halbzeit war wahrlich keine Werbung für den Fußball. Tempo, Kreativität und Torchancen waren Mangelware. Uruguay wirkte erstaunlich passiv, fast schon schläfrig. Die Celeste schien darauf zu warten, dass sich das Spiel von allein entwickelt. Saudi-Arabien hingegen machte genau das, was Außenseiter gegen große Namen tun müssen: diszipliniert verteidigen, geduldig bleiben und im richtigen Moment zuschlagen.

Genau das gelang den Falken. Während Uruguay noch nach Lösungen suchte, nutzten die Saudis ihre Chance und gingen in Führung. Plötzlich stand der Favorit unter Druck – und hatte sich diesen Druck letztlich selbst eingebrockt.

Nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer dann allerdings ein völlig anderes Spiel. Uruguay erinnerte sich daran, dass man eigentlich zu den stärkeren Mannschaften dieses Turniers gehört. Die Mannschaft von Marcelo Bielsa übernahm die Kontrolle, erhöhte das Tempo und schnürte Saudi-Arabien phasenweise tief in der eigenen Hälfte ein.

Was dann folgte, war ein regelrechtes Chancenfestival der Südamerikaner. Eine Möglichkeit nach der anderen wurde vergeben. Mal fehlte die Präzision, mal das Glück und manchmal stand einfach Mohammed Al Owais im Weg. Der saudi-arabische Schlussmann entwickelte sich zunehmend zum Albtraum der uruguayischen Angreifer.

Je länger das Spiel dauerte, desto mehr schien sich die Frage aufzudrängen, ob Uruguay an diesem Abend überhaupt noch treffen würde. Die Antwort kam schließlich von Maxi Araújo. Mit seiner letzten Aktion vor seiner Auswechslung sorgte er für den hochverdienten Ausgleich und verhinderte eine der größeren Überraschungen dieses Turniertages.

Doch selbst danach gab sich Uruguay nicht zufrieden. Die Celeste wollte mehr. Die Angriffe rollten weiter, die Saudis verteidigten mit allem, was sie hatten, und Al Owais hielt seinen Kasten in den Schlussminuten mit mehreren starken Aktionen sauber. Als der Schlusspfiff ertönte, wirkte das Ergebnis fast wie ein kleiner Sieg für Saudi-Arabien.

Für Uruguay bleibt die Erkenntnis, dass man über 45 Minuten hinweg gezeigt hat, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Gleichzeitig hat die erste Halbzeit offenbart, dass selbst große Favoriten Probleme bekommen können, wenn sie den Gegner unterschätzen oder nicht von Beginn an ihre Leistung abrufen.

Saudi-Arabien dagegen hat einmal mehr bewiesen, dass diese Mannschaft weit mehr ist als ein Außenseiter. Mit Leidenschaft, Organisation und einem überragenden Torwart holte sie einen Punkt gegen einen deutlich höher eingeschätzten Gegner. Und wer Spanien als nächstes vor der Brust hat, darf mit diesem Selbstvertrauen durchaus mutig nach vorne blicken.

Die Moral von diesem Abend? Im Fußball reichen manchmal 45 starke Minuten für ein Remis. Für einen Sieg braucht es meistens neunzig.

Eure Wanise

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