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Wanise meint: Lukaku rettet Belgien – und beweist einmal mehr, warum große Stürmer unbezahlbar sind

Liebe Fußballfreunde, manchmal braucht es keine Tore, keine Traumdribblings und keine spektakulären Kunststücke, um ein Spiel zu verändern. Manchmal reicht es, Romelu Lukaku zu heißen und den Rasen zu betreten.

Belgien ist mit einem blauen Auge davongekommen. Das 1:1 gegen Ägypten wird niemand in Brüssel als Glanzleistung verkaufen können, aber es verhindert immerhin einen Fehlstart in dieses Turnier. Und wenn man ehrlich ist: Nach dem, was die Roten Teufel über weite Strecken der Partie gezeigt haben, müssen sie mit diesem Punkt sogar zufrieden sein.

Dabei begann der Nachmittag in Seattle ganz nach dem Geschmack der Ägypter. Während Belgien noch nach seinem Rhythmus suchte, spielte Ägypten mutig, konzentriert und zielstrebig. Mohamed Salah zog die Aufmerksamkeit auf sich, doch den großen Moment lieferte Ashour. Sein Treffer zum 1:0 war nicht nur schön anzusehen, sondern auch verdient. Die Pharaonen wirkten frischer, entschlossener und vor allem gefährlicher.

Belgien dagegen präsentierte sich zunächst erschreckend ideenlos. Viel Ballbesitz, wenig Tempo, kaum Überraschungsmomente. Wer den Kaderwert der Belgier nicht gekannt hätte, wäre kaum auf die Idee gekommen, dass hier einer der Mitfavoriten auf dem Platz steht. Die Offensive wirkte gehemmt, die Angriffe verliefen im Sand, und die ägyptische Defensive hatte erstaunlich wenig Mühe.

Nach der Pause änderte sich zumindest die Körpersprache. De Bruyne setzte mit seinem Freistoß an den Pfosten ein erstes Lebenszeichen. Plötzlich war mehr Dynamik im belgischen Spiel, mehr Risiko, mehr Wille. Doch der Ausgleich wollte nicht fallen.

Bis zur 66. Minute.

Dann kam Romelu Lukaku.

Und genau deshalb lieben Trainer solche Spieler.

Lukaku brauchte keine zehn Ballkontakte, keine Viertelstunde Anlaufzeit und keinen genialen Geistesblitz. Er musste einfach nur da sein. Seine erste Aktion sorgte sofort für Chaos im ägyptischen Strafraum. Eine Flanke segelte hinein, Verteidiger Hany geriet unter Druck – und plötzlich lag der Ball im eigenen Netz. Offiziell ein Eigentor. In Wahrheit aber ein Treffer, der ohne Lukakus bloße Anwesenheit vermutlich nie gefallen wäre.

Es gibt Stürmer, die Tore schießen. Und es gibt Stürmer, die allein durch ihre Ausstrahlung Verteidiger nervös machen. Lukaku gehört zur zweiten Kategorie. Er erinnert Verteidiger permanent daran, dass jeder Fehler bestraft werden kann. Genau diese Aura rettete Belgien an diesem Nachmittag.

In der Schlussphase wollten die Belgier mehr. Mechele hatte eine große Chance, Lukaku selbst ebenfalls. Doch der Siegtreffer wollte nicht mehr fallen. Gleichzeitig zeigte Ägypten immer wieder, dass auch sie das Spiel noch hätten gewinnen können. Ihre Konter blieben gefährlich, ihre Ordnung stabil.

Unter dem Strich fühlt sich dieses Unentschieden für beide Mannschaften unterschiedlich an. Ägypten darf stolz auf seine Leistung sein und wird sich fragen, ob nicht sogar mehr möglich gewesen wäre. Belgien dagegen hat viele Fragen offen gelassen. Die individuelle Qualität ist unbestritten, doch als Mannschaft wirkte der Favorit lange erstaunlich gewöhnlich.

Immerhin haben die Belgier nun einen Beweis dafür, dass sie einen Mann auf der Bank sitzen haben, der Spiele verändern kann, ohne überhaupt ein Tor zu erzielen.

Manchmal reicht eben schon die Aura.

Eure Wanise

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