Urlauber sollten derzeit besonders aufmerksam sein. Sicherheitsexperten warnen vor einer zunehmend verbreiteten Betrugsmasche, bei der Kriminelle gezielt echte Hotelbuchungen missbrauchen, um Reisende zu zusätzlichen Zahlungen zu verleiten.
Die Methode wird als „Reservation Hijack Scam“ bezeichnet. Besonders gefährlich ist dabei, dass die Täter auf reale Buchungsdaten zurückgreifen und dadurch äußerst glaubwürdig auftreten können.
So funktioniert die Betrugsmasche
Nach Erkenntnissen von Cybersicherheitsexperten gelangen Kriminelle über Datenlecks oder kompromittierte Hotelsysteme an Buchungsinformationen von Reisenden. Dazu können Namen, Reisedaten, Hotelnamen oder Reservierungsnummern gehören.
Mit diesen Informationen kontaktieren die Täter ihre Opfer per E-Mail, SMS oder teilweise sogar über offizielle Buchungsplattformen. Die Nachrichten wirken auf den ersten Blick authentisch, da sie zahlreiche korrekte Details zur gebuchten Reise enthalten.
Häufig behaupten die Betrüger, es gebe Probleme bei der Zahlung oder die Buchung müsse erneut bestätigt werden. Gleichzeitig setzen sie die Betroffenen unter Zeitdruck und fordern zusätzliche Zahlungen, um die angebliche Reservierung zu sichern.
Deutschland besonders betroffen
Nach Untersuchungen von Sicherheitsexperten wurden bereits hunderte betroffene Hotels und Unterkünfte in zahlreichen Ländern identifiziert. Besonders häufig treten entsprechende Fälle derzeit in Deutschland auf. Auch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien gehören zu den am stärksten betroffenen Ländern.
Warum die Masche so erfolgreich ist
Anders als klassische Phishing-Nachrichten basieren die Mitteilungen auf echten Reisedaten. Dadurch fällt es vielen Urlaubern schwer, die Betrugsversuche als solche zu erkennen.
Zudem nutzen die Täter gezielt psychologischen Druck. Wer kurz vor einer Reise steht, möchte seine Buchung nicht gefährden und reagiert daher häufig schneller und weniger kritisch auf entsprechende Zahlungsaufforderungen.
So können sich Reisende schützen
Verbraucher sollten bei Nachrichten zu bestehenden Hotelbuchungen besondere Vorsicht walten lassen.
Wichtige Schutzmaßnahmen sind:
- Den Absender jeder Nachricht sorgfältig prüfen.
- Zahlungsdaten niemals über Links in E-Mails oder SMS eingeben.
- Buchungsinformationen ausschließlich über die offizielle Website oder App des Anbieters überprüfen.
- Bei angeblichen Zahlungsproblemen direkt das Hotel kontaktieren.
- Nachrichten mit Zeitdruck oder ungewöhnlichen Zahlungsforderungen kritisch hinterfragen.
- Zusätzliche Zahlungen niemals allein aufgrund einer Nachricht leisten.
Wachsamkeit bleibt der beste Schutz
Der sogenannte Reservation Hijack Scam zeigt, wie professionell Cyberkriminelle inzwischen vorgehen. Da echte Buchungsdaten verwendet werden, wirken die Nachrichten oft täuschend echt. Reisende sollten deshalb jede unerwartete Zahlungsaufforderung sorgfältig überprüfen und im Zweifel immer direkt mit dem Hotel oder der Buchungsplattform Kontakt aufnehmen, bevor Geld überwiesen oder Zahlungsdaten eingegeben werden.