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WM-Fieber mit Grenzen: Was Fußballfans während der Weltmeisterschaft wirklich dürfen

ASSY (CC0), Pixabay

Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt, steigt in vielen Ländern nicht nur die Spannung auf dem Spielfeld, sondern auch die Begeisterung der Fans. Deutschlandfahnen schmücken Balkone, Autos werden in Nationalfarben dekoriert und vielerorts werden gemeinsame Fußballabende organisiert. Doch nicht alles, was während eines großen Turniers üblich erscheint, ist auch rechtlich erlaubt.

Fußball schauen während der Arbeitszeit

Viele Fans möchten die Spiele ihrer Mannschaft live verfolgen. Während der Arbeitszeit ist das jedoch grundsätzlich nicht gestattet. Ohne Zustimmung des Arbeitgebers dürfen weder Fernsehübertragungen noch Livestreams verfolgt werden. Etwas großzügiger wird häufig bei Livetickern im Internet verfahren, sofern die private Internetnutzung im Unternehmen erlaubt ist und die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt wird.

Manche Arbeitgeber zeigen sich während großer Turniere kulant und stellen Bildschirme für gemeinsame Übertragungen bereit. In solchen Fällen kann jedoch verlangt werden, dass die verlorene Arbeitszeit nachgeholt wird.

Trikot statt Business-Kleidung?

Ob Beschäftigte im Nationaltrikot zur Arbeit erscheinen dürfen, hängt von den jeweiligen Unternehmensregeln ab. In Betrieben mit lockerer Kleiderordnung wird dies meist akzeptiert. In Unternehmen mit festgelegtem Dresscode entscheidet hingegen der Arbeitgeber über das zulässige Erscheinungsbild.

Fahnen am Balkon und Haus

Die Dekoration von Balkonen mit Fahnen oder Girlanden ist grundsätzlich erlaubt. Allerdings müssen die Fanartikel sicher befestigt werden. Lösen sich Fahnen bei Sturm und verursachen Schäden, kann der Eigentümer haftbar gemacht werden. Wer für die Montage in die Hausfassade bohren möchte, benötigt zuvor die Zustimmung des Vermieters.

Auto-Schmuck nur mit Vorsicht

Auch am Auto sind Fahnen und andere Fanartikel grundsätzlich zulässig. Voraussetzung ist jedoch, dass die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt wird und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten können sich Fahnen lösen und zu gefährlichen Situationen führen.

Nicht erlaubt sind Dekorationen, die Spiegel, Blinker oder andere sicherheitsrelevante Fahrzeugteile verdecken. Experten warnen zudem davor, dass bestimmte Überzüge an modernen Fahrzeugen elektronische Assistenzsysteme beeinträchtigen können.

Autokorso: Jubeln ja, Verkehrsregeln nein

Autokorsos gehören seit Jahrzehnten zu großen Fußballturnieren. Dennoch gelten auch während der Feierlichkeiten die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Rote Ampeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Anschnallpflicht bleiben bestehen.

Verboten sind insbesondere das Mitfahren auf Motorhauben oder Autodächern sowie das Herauslehnen aus Fenstern während der Fahrt. Auch Alkohol am Steuer bleibt selbstverständlich tabu.

Public Viewing im Garten

Wer Freunde zum gemeinsamen Fußballschauen einlädt, darf dies grundsätzlich tun. Allerdings müssen die gesetzlichen Ruhezeiten beachtet werden. Nach 22 Uhr kann übermäßiger Lärm zu Beschwerden und sogar Bußgeldern führen.

Besonders laute Musik, dauerhafte Fan-Gesänge oder überdimensionierte Lautsprecheranlagen können Probleme mit Nachbarn verursachen. Feuerwerkskörper oder Böller sind ohne entsprechende Genehmigungen ebenfalls nicht erlaubt.

Öffentliche Fanmeilen genießen Sonderregelungen

Für öffentliche Veranstaltungen und Fanmeilen gelten während großer Turniere oftmals spezielle Ausnahmeregelungen. Kommunen können zeitweise Lockerungen beim Lärmschutz zulassen, damit Spiele auch am späten Abend öffentlich übertragen werden können.

Diese Ausnahmen gelten jedoch nur für genehmigte Veranstaltungen und nicht für private Feiern.

Fazit

Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt für Emotionen, Begeisterung und gemeinschaftliche Erlebnisse. Fans dürfen ihre Mannschaft unterstützen, Fahnen zeigen und gemeinsam feiern. Dennoch gelten auch während des Turniers die üblichen Regeln des Arbeits-, Miet- und Verkehrsrechts. Wer Rücksicht auf Mitmenschen nimmt und die gesetzlichen Grenzen beachtet, kann das WM-Fieber unbeschwert genießen.

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