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Rabattschlacht per App: Wie Supermärkte um Kunden kämpfen – und wer wirklich profitiert

652234 (CC0), Pixabay

Der Wettbewerb im deutschen Einzelhandel wird zunehmend auf dem Smartphone ausgetragen. Was früher mit Prospekten, Treuepunkten und Sonderangeboten begann, findet heute in den Apps von Supermärkten und Discountern statt. Ob Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Aldi oder Rossmann – nahezu jede Handelskette lockt Kunden inzwischen mit digitalen Coupons, Bonuspunkten, Gewinnspielen und exklusiven Rabatten.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um günstige Preise. Hinter den Apps steckt eine ausgeklügelte Strategie, die Experten als „Gamification“ bezeichnen. Verbraucher sollen spielerisch zum Einkaufen motiviert und dauerhaft an eine bestimmte Handelskette gebunden werden.

Der Einkauf wird zum Spiel

Viele Handels-Apps funktionieren mittlerweile nach ähnlichen Prinzipien wie bekannte Smartphone-Spiele. Kunden sammeln Punkte, schalten Rabatte frei, erhalten Belohnungen für regelmäßige Einkäufe oder können an digitalen Gewinnspielen teilnehmen.

Das Ziel ist klar: Wer regelmäßig die App nutzt, soll häufiger in den jeweiligen Markt kommen und dort möglichst viel Geld ausgeben.

Aus Sicht der Unternehmen funktioniert dieses Konzept offenbar erfolgreich. Millionen Kunden nutzen inzwischen die Bonusprogramme der großen Handelsketten.

Rabatte nur noch für App-Nutzer

Besonders auffällig ist, dass viele Preisnachlässe inzwischen ausschließlich über die jeweiligen Apps erhältlich sind. Während früher alle Kunden von Sonderangeboten profitieren konnten, müssen Verbraucher heute oft digitale Coupons aktivieren oder ihre Einkäufe über die App registrieren.

Dadurch entsteht eine neue Form der Preisgestaltung: Wer die App nutzt, zahlt weniger. Wer darauf verzichtet, zahlt häufig den regulären Preis.

Verbraucherschützer sehen diese Entwicklung kritisch. Sie befürchten eine zunehmende Benachteiligung von Menschen, die kein Smartphone besitzen oder digitale Angebote bewusst nicht nutzen möchten.

Der wahre Preis: Daten gegen Rabatte

Die Rabatte sind allerdings nicht kostenlos. Mit jeder Nutzung sammeln die Unternehmen wertvolle Informationen über das Einkaufsverhalten ihrer Kunden.

Welche Produkte werden gekauft? Wie häufig wird eingekauft? Welche Marken werden bevorzugt? Wie reagieren Kunden auf bestimmte Rabattaktionen?

Diese Daten ermöglichen es den Handelsunternehmen, personalisierte Angebote zu erstellen und ihre Marketingstrategien gezielt anzupassen.

Viele Verbraucher unterschätzen dabei, welchen wirtschaftlichen Wert ihre Einkaufsdaten besitzen.

Wer spart wirklich?

Auf den ersten Blick können die Apps durchaus attraktive Einsparungen ermöglichen. Regelmäßige Nutzer berichten teilweise von mehreren Hundert Euro Ersparnis pro Jahr.

Allerdings profitieren vor allem jene Kunden, die gezielt Angebote vergleichen, Coupons aktivieren und ihre Einkäufe entsprechend planen.

Wer sich hingegen von Bonusaktionen zu zusätzlichen Käufen verleiten lässt, gibt möglicherweise sogar mehr Geld aus als ohne App.

Genau darauf setzen viele Händler: Die Kunden sollen häufiger einkaufen und spontan weitere Produkte in den Warenkorb legen.

Intensiver Wettbewerb im Handel

Der digitale Preiskampf zeigt zugleich, wie hart der Wettbewerb im deutschen Einzelhandel geworden ist. Angesichts steigender Kosten, sinkender Margen und preisbewusster Verbraucher suchen die Handelsketten nach neuen Wegen, Kunden langfristig an sich zu binden.

Die Smartphone-App ist dabei zu einem zentralen Instrument geworden. Sie verbindet Rabattaktionen, Kundenbindung und Datenauswertung in einem einzigen System.

Fazit

Die Apps von Supermärkten und Discountern bieten Verbrauchern durchaus die Möglichkeit, Geld zu sparen. Gleichzeitig sind sie Teil eines ausgeklügelten Wettbewerbs um Kundentreue und Daten. Wer die Angebote bewusst nutzt und seine Einkäufe gezielt plant, kann profitieren. Wer jedoch jedem Coupon und jeder Bonusaktion folgt, läuft Gefahr, mehr zu kaufen als ursprünglich vorgesehen. Der digitale Preiskampf im Einzelhandel zeigt damit vor allem eines: Im Wettbewerb um Kunden wird nicht nur um jeden Euro gekämpft, sondern auch um jede Information.

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