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ASFINAG-Phishing: Kriminelle locken mit angeblicher Ersatzmaut an Kreditkartendaten

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Eine neue Phishing-Welle missbraucht derzeit den Namen der österreichischen Autobahngesellschaft ASFINAG, um an persönliche Daten und Kreditkarteninformationen zu gelangen. Die Betrüger behaupten in täuschend echt wirkenden E-Mails, das angeschriebene Fahrzeug sei ohne gültige Vignette auf österreichischen Autobahnen unterwegs gewesen. Um ein teures Verwaltungsverfahren zu vermeiden, sollen die Empfänger eine angebliche Ersatzmaut oder nachträglich eine 10-Tages-Vignette bezahlen.

Die Nachrichten wirken auf den ersten Blick seriös. Sie enthalten das ASFINAG-Logo, behördlich klingende Formulierungen und warnen vor drohenden Geldstrafen von bis zu mehreren tausend Euro. Gleichzeitig wird den Betroffenen eine vermeintlich einfache Lösung angeboten: Mit einer Zahlung von lediglich 12,36 Euro könne die Angelegenheit sofort erledigt werden.

Wer dem in der E-Mail enthaltenen Link folgt, gelangt jedoch nicht auf eine offizielle Internetseite der ASFINAG, sondern auf ein betrügerisches Portal. Dort werden zunächst persönliche Daten abgefragt, bevor anschließend die Eingabe von Kreditkarteninformationen verlangt wird. Ziel der Kriminellen ist es, die Zahlungsdaten ihrer Opfer zu stehlen.

Besonders perfide: Die Betrüger nutzen unterschiedliche Betreffzeilen wie „Aktenzeichen: Verwaltungsübertretung (Fehlende Vignette)“ oder „Dringende Mitteilung zu Ihrer aktuellen Mautkontrolle“, um Seriosität vorzutäuschen und Druck aufzubauen.

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die ASFINAG bei Vignettenverstößen keine Zahlungsaufforderungen per E-Mail verschickt. Ersatzmauten werden grundsätzlich schriftlich per Post zugestellt. Zudem existiert kein offizielles Online-Portal zur Begleichung einer verhängten Ersatzmaut. Die Zahlung erfolgt ausschließlich über die in den Schreiben angegebenen Überweisungswege.

Ein weiteres Warnsignal ist die Internetadresse der verlinkten Seite. Statt auf die offizielle ASFINAG-Adresse verweist der Link auf eine ähnlich klingende Domain, die erst vor kurzer Zeit registriert wurde. Auch die angeblich fällige Ersatzmaut von 12,36 Euro ist unrealistisch niedrig. Tatsächlich liegen die offiziellen Ersatzmautbeträge für Pkw derzeit bei 200 Euro und für Motorräder bei 100 Euro.

Wer bereits Daten oder Kreditkarteninformationen auf einer solchen Seite eingegeben hat, sollte unverzüglich seinen Kreditkartenanbieter kontaktieren und gegebenenfalls eine Sperrung der Karte veranlassen. Zudem empfiehlt es sich, die Kreditkartenabrechnungen in den kommenden Wochen besonders sorgfältig zu kontrollieren und verdächtige Abbuchungen sofort zu melden.

Die aktuelle Betrugswelle zeigt erneut, wie professionell Kriminelle bekannte Unternehmen und Behörden imitieren. Verbraucher sollten daher insbesondere bei Zahlungsaufforderungen per E-Mail stets genau prüfen, von welchem Absender die Nachricht stammt und ob die angegebene Internetadresse tatsächlich zur jeweiligen Organisation gehört.

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