Für die Radio Nienburg Mittelweser GmbH ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Das Amtsgericht Syke ordnete unter dem Aktenzeichen 15 IN 115/26 am 29. Mai 2026 um 09:17 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Gesellschaft an.
Das Unternehmen mit Sitz in Nienburg an der Weser ist im regionalen Medien- und Rundfunkbereich tätig. Die Radio Nienburg Mittelweser GmbH betreibt ein regional ausgerichtetes Radioprogramm und versorgt Hörerinnen und Hörer in der Mittelweser-Region mit Nachrichten, Unterhaltung, regionalen Informationen, Musikprogrammen sowie Werbeformaten für lokale Unternehmen und Institutionen. Regionalsender spielen insbesondere im lokalen Informationsmarkt eine wichtige Rolle, da sie aktuelle Berichterstattung aus Städten und Gemeinden mit regionaler Wirtschaft, Kultur und gesellschaftlichen Themen verbinden.
Vertreten wird die Gesellschaft durch die Geschäftsführer Eduardo Gordillo und Manuel Rasch. Eingetragen ist das Unternehmen beim Amtsgericht Walsrode unter der Handelsregisternummer HRB 203937.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Berend Böhme aus Bremen bestellt. Mit der gerichtlichen Anordnung dürfen Verfügungen über das Vermögen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters vorgenommen werden. Gleichzeitig wurden Schuldner des Unternehmens aufgefordert, Zahlungen nur noch unter Beachtung der gerichtlichen Anordnungen zu leisten.
Die Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters dient dazu, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu prüfen und vorhandene Vermögenswerte zu sichern. Dabei wird insbesondere untersucht, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens vorliegen und ob Chancen für eine Fortführung des Geschäftsbetriebes bestehen.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen in der regionalen Medienbranche haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Rückläufige Werbeeinnahmen, die zunehmende Digitalisierung des Medienkonsums sowie der Wettbewerb durch Streaming- und Onlineangebote setzen insbesondere kleinere regionale Radiosender zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.