Das Amtsgericht München hat für die VisionHealth GmbH unter dem Aktenzeichen 1542 IN 1874/26 am 29. Mai 2026 um 09:25 Uhr die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Die VisionHealth GmbH mit Sitz in München ist im Bereich digitaler Gesundheitslösungen und Medizintechnologie tätig. Das Unternehmen entwickelte insbesondere digitale Anwendungen zur Unterstützung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen. Im Mittelpunkt standen dabei softwaregestützte Therapiebegleitung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie intelligente Lösungen zur Verbesserung der Medikamentenanwendung und Therapietreue.
Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch digitale Inhalationstrainings und App-basierte Systeme, die Patienten im Alltag unterstützen und die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD erleichtern sollten. Die Gesellschaft bewegte sich damit in einem stark wachsenden Marktsegment zwischen Medizintechnik, Gesundheitswesen und digitaler Gesundheitsversorgung.
Vertreten wird die Gesellschaft durch die Geschäftsführer Philipp Kroneberg und Peter Shadday. Eingetragen ist das Unternehmen beim Amtsgericht München unter der Handelsregisternummer HRB 234875.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke aus München bestellt. Mit der gerichtlichen Entscheidung dürfen Verfügungen über das Vermögen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters vorgenommen werden. Die Maßnahme dient der Sicherung der vorhandenen Vermögenswerte bis zur Entscheidung über die mögliche Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens.
Die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung bedeutet zunächst, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens umfassend geprüft wird. Dabei stehen insbesondere die vorhandene Liquidität, mögliche Sanierungsperspektiven sowie Chancen für eine Fortführung des Geschäftsbetriebes im Mittelpunkt.
Der Fall zeigt zugleich die zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen im Bereich digitaler Gesundheits- und Medizintechnologieunternehmen. Trotz hoher Innovationskraft geraten viele junge HealthTech-Unternehmen unter Druck, wenn Finanzierungsmöglichkeiten schwieriger werden, Entwicklungsaufwendungen steigen und die Monetarisierung neuer digitaler Gesundheitsangebote langsamer verläuft als erwartet.