Der Jahresbericht des Fonds zeigt ein ambitioniertes Anlagekonzept: Der Fonds versucht, die Mechanismen klassischer Private-Equity- bzw. Leveraged-Buyout-Strategien auf liquide US-Aktienmärkte zu übertragen. Dabei werden gezielt Hebel (Leverage), Derivate und Long-Volatilitätsstrategien eingesetzt, um langfristig eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Aus Anlegersicht ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild.
Strategischer Ansatz: Innovativ, aber risikoreich
Positiv hervorzuheben ist die klare strategische Ausrichtung. Der Fonds investiert überwiegend in große US-Qualitätsunternehmen und kombiniert diese mit Total Return Swaps, wodurch das durchschnittliche Aktienexposure im Jahr 2025 bei rund 175 % lag. Das Management versucht damit, die Rendite klassischer Buyout-Fonds nachzubilden, allerdings mit täglicher Liquidität.
Die Aktienauswahl wirkt qualitativ hochwertig und breit diversifiziert. Zu den größten Positionen gehören etablierte Wachstums- und Qualitätsunternehmen wie:
Broadcom
Eli Lilly and Company
Walmart
Visa
Mastercard
Zusätzlich wurden große Liquiditätsreserven in kurzfristige US-Staatsanleihen investiert, was grundsätzlich defensiv wirkt. Dennoch wird diese Stabilität durch die starke Hebelung weitgehend relativiert.
Schwache Performance trotz starkem Aktienmarkt
Aus Sicht eines Investors ist die größte Enttäuschung die Jahresperformance. Während US-Technologie- und Wachstumswerte 2025 insgesamt robust blieben, erzielte der Fonds negative Renditen:
Anteilklasse S: −1,57 %
Anteilklasse I: −1,59 %
Anteilklasse R: −2,11 %
Das ist besonders kritisch, weil der Fonds durch den hohen Hebel eigentlich überproportional von steigenden Märkten profitieren sollte. Stattdessen führten vor allem Verluste aus Swap-Geschäften zu einem negativen Gesamtergebnis. Der Bericht nennt ausdrücklich „realisierte Verluste aus Swaps“ als Hauptursache der schwachen Entwicklung.
Damit stellt sich für Anleger die zentrale Frage, ob das komplexe Derivate-Overlay tatsächlich Mehrwert liefert oder die Strategie unnötig fehleranfällig macht.
Risikoanalyse: Für konservative Anleger ungeeignet
Der Fonds weist ein deutlich erhöhtes Risikoprofil auf:
durchschnittliche Hebelwirkung: 4,66
Aktienexposure zeitweise bis ca. 175 %
Einsatz umfangreicher OTC-Swaps mit Gegenparteirisiko
hohe Sensitivität gegenüber Marktstress und Volatilität
Zwar versucht das Management, Extremrisiken durch Long-Volatilitätspositionen abzusichern, jedoch zeigen die Ergebnisse, dass diese Absicherung 2025 die Verluste nicht verhindern konnte.
Besonders relevant: Der Fonds verlor trotz Absicherung Geld in einem Umfeld, das kein klassischer Crashmarkt war. Das deutet darauf hin, dass die Strategie in Seitwärts- oder volatilen Marktphasen problematisch sein könnte.
Positiv: Mittelzuflüsse und stabiles Fondsvolumen
Trotz der negativen Performance verzeichnete der Fonds Nettozuflüsse von rund 3 Mio. USD und erhöhte sein Fondsvolumen auf etwa 62,3 Mio. USD.
Das spricht dafür, dass institutionelle oder strategisch orientierte Anleger weiterhin Vertrauen in das Konzept haben. Allerdings könnte dies auch daran liegen, dass der Fonds noch relativ jung ist und sich erst in einer Aufbauphase befindet.
Gebührenstruktur: Institutionelle Klassen attraktiver
Die institutionellen Anteilklassen S und I erscheinen kostenmäßig akzeptabel. Die Retail-Klasse R hingegen belastet Anleger zusätzlich durch einen Ausgabeaufschlag von 5 %, was angesichts der negativen Rendite kritisch zu bewerten ist.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Der neXDos US Buyout Style Fonds bietet einen ungewöhnlichen und theoretisch interessanten Ansatz, um Private-Equity-ähnliche Renditen am liquiden Aktienmarkt zu erzielen. Die Umsetzung wirkt professionell und basiert auf hochwertigen US-Unternehmen sowie einem klar definierten Risikomanagement.
Allerdings zeigt das Jahr 2025 deutliche Schwächen:
negative Rendite trotz hoher Marktpartizipation,
erhebliche Verluste aus Derivatestrukturen,
hohe Komplexität und Hebelwirkung,
erhöhtes Risiko bei gleichzeitig bislang fehlendem Renditenachweis.
Für risikobereite Anleger mit langfristigem Horizont könnte der Fonds eine spekulative Beimischung darstellen. Für konservative oder mittelrisikoorientierte Investoren erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit jedoch wenig überzeugend.