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Solider ETF mit starker Performance, aber hoher Deutschland- und Branchenkonzentration

geralt (CC0), Pixabay

Der dargestellte Deka DAX® ex Financials 30 UCITS ETF ist ein passiv verwalteter ETF, der den deutschen Aktienindex „DAX ex Financials 30“ möglichst exakt nachbildet. Der Fonds investiert ausschließlich in die größten deutschen Unternehmen außerhalb des Finanzsektors und eignet sich damit insbesondere für Anleger, die gezielt auf die deutsche Industrie-, Technologie- und Infrastrukturwirtschaft setzen möchten.

Positive Aspekte aus Anlegersicht

Besonders hervorzuheben ist die starke Wertentwicklung des Fonds. Im Berichtsjahr erzielte der ETF eine Performance von 16,9 %, über drei Jahre lag die durchschnittliche jährliche Rendite bei 14,3 %. Damit konnte der Fonds deutlich von der Stärke deutscher Industrie- und Technologiewerte profitieren.

Ein weiterer Pluspunkt ist die sehr geringe Kostenquote von nur 0,30 % p.a. Für langfristig orientierte Anleger ist dies attraktiv, da niedrige Kosten langfristig einen erheblichen Einfluss auf die Nettorendite haben.

Auch die technische Umsetzung des ETF überzeugt:
Der Tracking Error von lediglich 0,11 % zeigt, dass der Fonds den zugrunde liegenden Index äußerst präzise nachbildet. Das spricht für ein effizientes Fondsmanagement.

Positiv ist zudem die breite Streuung über verschiedene Schlüsselindustrien Deutschlands. Besonders stark vertreten sind:

Maschinenbau und Fahrzeugbau (21,9 %)
Pharma/Biotech (11,6 %)
Telekommunikation (10,1 %)
Industrie- und Technologiewerte

Die größten Positionen sind unter anderem:

Siemens Energy
Siemens
Deutsche Telekom
SAP
Rheinmetall

Gerade die starke Gewichtung von Technologie-, Energie- und Rüstungsunternehmen war im vergangenen Jahr ein wesentlicher Performance-Treiber.

Kritische Punkte und Risiken

Trotz der guten Entwicklung gibt es einige Risiken, die Anleger beachten sollten.

Der ETF ist stark auf den deutschen Markt konzentriert. Internationale Diversifikation findet kaum statt. Dadurch hängt die Wertentwicklung stark von der deutschen Konjunktur und Industrieentwicklung ab.

Zusätzlich besteht eine relativ hohe Konzentration auf einzelne Unternehmen. Allein Siemens Energy, Siemens und Deutsche Telekom machen zusammen über 30 % des Fonds aus. Schwächephasen einzelner Großunternehmen könnten daher spürbare Auswirkungen auf den Fonds haben.

Auffällig ist außerdem die hohe Volatilität von 17,62 %. Das zeigt, dass der ETF trotz passiver Struktur keineswegs defensiv ist, sondern deutlichen Kursschwankungen unterliegt.

Ein weiterer Punkt: Der Fonds berücksichtigt keine nachhaltigen EU-Investitionskriterien gemäß Taxonomie-Verordnung. ESG-orientierte Anleger könnten dies kritisch sehen.

Mittelabflüsse als Warnsignal

Im Berichtsjahr verzeichnete der Fonds erhebliche Netto-Mittelabflüsse von rund 7,45 Mio. EUR. Das Fondsvolumen sank dadurch von etwa 22,1 Mio. EUR auf 17,3 Mio. EUR. Zwar ist dies nicht unmittelbar problematisch, zeigt aber, dass Anlegergelder zuletzt eher abgezogen wurden.

Fazit für Anleger

Aus Anlegersicht präsentiert sich der Deka DAX® ex Financials 30 UCITS ETF als kostengünstiger und effizient umgesetzter Deutschland-ETF mit starker jüngster Wertentwicklung. Besonders Anleger, die an die Zukunft deutscher Industrie-, Technologie- und Infrastrukturunternehmen glauben, finden hier ein interessantes Investmentvehikel.

Allerdings sollten Investoren die hohe Abhängigkeit vom deutschen Markt sowie die Konzentration auf wenige Schwergewichte nicht unterschätzen. Für eine langfristig ausgewogene Vermögensstruktur eignet sich der ETF daher eher als Beimischung innerhalb eines international diversifizierten Portfolios und weniger als alleinige Aktienanlage.

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