Die NxW Schweskau GmbH – früher unter dem Namen Ventient Schweskau GmbH bekannt – befindet sich nach der Übernahme durch die NeXtWind-Gruppe in einer Phase des strukturellen Umbaus. Der veröffentlichte Jahresabschluss 2024 zeigt eine insgesamt solide Vermögensbasis, gleichzeitig aber auch sinkende Anlagenwerte und eine weiterhin starke Konzernabhängigkeit.
Besonders interessant für Anleger: Die Gesellschaft betreibt Windkraftanlagen, hält Infrastruktur-Beteiligungen und wurde Anfang 2025 Teil eines größeren Konsolidierungsprozesses im deutschen Windenergiemarkt.
Deutlicher Rückgang bei technischen Anlagen
Das Anlagevermögen der Gesellschaft ging im Geschäftsjahr 2024 spürbar zurück:
- Die technischen Anlagen und Maschinen sanken von rund 1,99 Millionen Euro auf etwa 1,02 Millionen Euro.
Dabei handelt es sich laut Anhang im Wesentlichen um die Windkraftanlagen der Gesellschaft. Der Rückgang dürfte vor allem auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen sein.
Zusätzlich hält die Gesellschaft weiterhin:
- Grundstücke und Gebäude im Wert von rund 45.600 Euro,
- sowie Beteiligungen über knapp 795.000 Euro.
Beteiligung an Infrastrukturgesellschaft
Bemerkenswert ist die Beteiligung an der Lüchow Infrastrukturgesellschaft GmbH.
Die NxW Schweskau GmbH hält daran 20 Prozent der Anteile. Infrastrukturgesellschaften spielen bei Windparkprojekten häufig eine zentrale Rolle, etwa beim Netzanschluss oder gemeinsamer technischer Infrastruktur.
Eigenkapital weiterhin vergleichsweise stabil
Die Gesellschaft verfügt weiterhin über eine solide Eigenkapitalbasis:
- Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro,
- Kapitalrücklage: rund 1,54 Millionen Euro,
- Gewinnrücklagen: rund 4.800 Euro.
Allerdings wurde die Kapitalrücklage gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert.
Die Bilanzsumme insgesamt sank:
- von rund 4,19 Millionen Euro
- auf etwa 3,34 Millionen Euro.
Hohe Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Auffällig ist die starke konzerninterne Verflechtung:
- Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen deutlich auf rund 605.000 Euro.
Der größte Teil entfällt laut Anhang auf die Square Lüchow GmbH.
Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen:
- rund 972.000 Euro.
Davon laufen etwa 686.000 Euro langfristig und bestehen gegenüber der NxW Dynamo Holdco S.à.r.l..
Ergebnisabführungsvertrag begrenzt Eigenständigkeit
Die Gesellschaft ist steuerlich und wirtschaftlich eng in eine Konzernstruktur eingebunden.
Bereits seit 2011 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Square Lüchow GmbH. Dadurch wird der gesamte Gewinn an die Muttergesellschaft abgeführt.
Für Anleger bedeutet dies:
Die Gesellschaft agiert weniger als eigenständiger Windparkbetreiber, sondern eher als operative Einheit innerhalb einer größeren Konzernstruktur.
Eigentümerwechsel bringt neue strategische Ausrichtung
Besonders bedeutend ist der Eigentümerwechsel Anfang 2025.
Die NeXtWind Windpark Beteiligung 27 GmbH & Co. KG übernahm über einen Anteilskaufvertrag die mittelbare Muttergesellschaft von Ventient Schweskau.
Im Zuge der Integration wurde:
- der Name von Ventient Schweskau GmbH
- in NxW Schweskau GmbH geändert.
Damit wird die Gesellschaft Teil der wachsenden NeXtWind-Gruppe, die sich auf die Modernisierung und Optimierung bestehender Windparks spezialisiert.
Sicherheitsvereinbarung mit der Triodos Bank
Im Jahresabschluss wird außerdem eine Verpfändungsvereinbarung mit der Triodos Bank N.V. erwähnt.
Dabei muss ein Sicherungskonto mit mindestens rund 432.000 Euro hinterlegt bleiben.
Solche Sicherungsmechanismen sind bei Windparkfinanzierungen üblich, zeigen aber auch die bestehenden Finanzierungsbindungen.
Insgesamt solides, aber konzernabhängiges Bild
Aus Anlegersicht ergibt sich ein gemischtes, insgesamt jedoch vergleichsweise stabiles Bild:
Positiv:
- solide Eigenkapitalbasis,
- weiterhin werthaltige Beteiligungen,
- überschaubare Bilanzgröße,
- Integration in eine finanzstarke Windparkgruppe.
Kritisch:
- sinkender Wert der technischen Anlagen,
- hohe Abhängigkeit von Konzernstrukturen,
- erhebliche konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten,
- vollständige Gewinnabführung an die Muttergesellschaft.
Die Zukunft der Gesellschaft dürfte nun stark davon abhängen, welche Rolle NxW Schweskau innerhalb der NeXtWind-Strategie künftig einnimmt — etwa bei Repowering, Optimierung oder Weiterentwicklung bestehender Windparkstandorte.