Mit einer perfiden Masche hat ein bislang unbekannter Täter in Wels eine 79-jährige Frau bestohlen. Der Mann gab sich als Mitarbeiter eines Elektrizitätswerks aus, verschaffte sich so Zugang zum Haus der Seniorin – und nutzte gezielte Ablenkungsmanöver, um Bargeld in vierstelliger Höhe zu stehlen. Die Polizei warnt nun eindringlich vor ähnlichen Betrugsfällen.
Täter nutzte Vertrauen gezielt aus
Nach Angaben der Ermittler erschien der Mann am Freitag bei der Frau und erklärte, Heizkörperzähler ablesen zu müssen. Die Seniorin ließ ihn daraufhin ins Haus. Dort begann der angebliche Techniker sofort, das Opfer gezielt zu beschäftigen.
Er übergab der Frau ein Notizbuch und diktierte ihr angeblich die Zählerstände aus verschiedenen Räumen. Kurz darauf bat er zusätzlich um ein Glas Wasser – offenbar ein bewusst eingesetztes Ablenkungsmanöver.
Während sich die Seniorin in der Küche befand, durchsuchte der Täter das Schlafzimmer, öffnete eine Kommode und entwendete mehrere tausend Euro Bargeld. Anschließend verschwand er unerkannt.
Polizei warnt vor wachsender Betrugsmasche
Die Fahndung nach dem Mann verlief bislang ohne Erfolg. Laut Polizei soll der Täter etwa 45 Jahre alt und zwischen 170 und 175 Zentimeter groß gewesen sein. Er war dunkel gekleidet, trug eine dunkelblaue Kappe und sprach Deutsch mit Akzent.
Die Ermittler warnen, dass ähnliche Fälle derzeit häufiger auftreten. Besonders ältere Menschen geraten ins Visier solcher Tätergruppen. Häufig geben sich Betrüger als Handwerker, Techniker, Rauchmelderprüfer oder Mitarbeiter von Energieversorgern aus.
Das Ziel sei fast immer dasselbe: Vertrauen gewinnen, Ablenkung schaffen und anschließend Bargeld oder Wertgegenstände stehlen.
Senioren besonders gefährdet
Kriminologen beobachten seit Jahren, dass Trickdiebe gezielt ältere Menschen ansprechen. Viele Senioren reagieren hilfsbereit oder fühlen sich verpflichtet, vermeintliche Mitarbeiter offizieller Stellen hereinzulassen.
Die Täter treten dabei oft freundlich, ruhig und professionell auf. Teilweise tragen sie Arbeitskleidung oder gefälschte Ausweise, um seriös zu wirken.
Besonders gefährlich sind Situationen, in denen mehrere Täter zusammenarbeiten. Während eine Person das Opfer ablenkt, durchsucht ein Komplize unbemerkt die Wohnung.
Polizei rät zu besonderer Vorsicht
Die Polizei empfiehlt dringend, keine unbekannten Personen ins Haus zu lassen, wenn keine Arbeiten angekündigt oder beauftragt wurden. Im Zweifel sollten Bewohner direkt beim angeblichen Unternehmen nachfragen.
Außerdem raten die Ermittler:
- Ausweise genau prüfen
- Fremde Personen niemals unbeaufsichtigt lassen
- Wertgegenstände und Bargeld sicher verwahren
- Bei Verdacht sofort die Polizei verständigen
Die Polizeiinspektion Wels-Pernau bittet zudem mögliche weitere Opfer oder Zeugen, sich zu melden.
Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie professionell Trickbetrüger inzwischen vorgehen – und wie schnell ein kurzer Moment der Ablenkung für Betroffene zu einem erheblichen finanziellen Schaden führen kann.